Landesbischof Ralf Meister

Ralf Meister wurde am 26. März 2011 zum Landesbischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers eingeführt. Er ist damit Leitender Geistlicher der größten Landeskirche der EKD.

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Aleppo: Kirchen müssen helfen

Landesbischof Ralf Meister beklagt angesichts der verzweifelten Lage der Menschen im syrischen Aleppo ein kollektives Versagen der Weltgemeinschaft. "In den Medien sehen wir fast apokalyptische Bilder einer beinahe vollständig zerstörten Stadt, durch deren kaputte Straßen Menschen irren, die versuchen, ihr Leben zu retten", sagte der evangelische Theologe im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd): "Diese Bilder haben für mich einen endzeitlichen Charakter."

Vor diesem Hintergrund sei es eine besondere Herausforderung, in zehn Tagen an Heiligabend über die Weihnachtsgeschichte zu predigen, die mit dem Statthalter Quirinius in Syrien ihren Anfang nahm. Die Geschichte von der Geburt Jesu, die voller Verheißung, Zuversicht und Hoffnung sei, beginne genau in dem Land, das sich seit Jahren in einer katastrophalen Situation befinde. "Man traut sich kaum, das nebeneinanderzusetzen, weil der Kontrast so groß ist", betonte Meister.

"Wir können in unseren Weihnachtsgottesdiensten nicht allein die Botschaft bringen, dass Gott es schon irgendwann richten wird", unterstrich der Bischof. Vielmehr müssten Gottesdienstbesuchern Möglichkeiten zur Hilfe aufgezeigt werden. "Das kann ein so kleiner Schritt sein, dass er vielleicht nur aus der Kollekte für die Diakonie Katastrophenhilfe besteht." 

Auch wenn die Situation schrecklich und hoffnungslos erscheine, müssten die Kirchen daran mitwirken, dass es in Aleppo und ganz Syrien wieder Leben und eine Infrastruktur gebe, unterstrich der Theologe. Die hannoversche Landeskirche unternehme seit einiger Zeit gemeinsam mit der Evangelisch-reformierten Kirche "einen verzweifelten Versuch, durch Partnerschaften zu helfen". In Syrien unterstützten die Kirchen vier Schulen, eine davon sei in Aleppo. Den letzten Kontakt habe es vor drei Wochen gegeben. 

Im neuen Jahr sei geplant, angehende evangelische Religionspädagogen der hannoverschen Landeskirche zu Schulpraktika in die großen Flüchtlingscamps in den Libanon zu schicken. Von den dort rund 400.000 lebenden Kindern könne zurzeit höchstens die Hälfte am Schulunterricht teilnehmen, weil es an Lehrern fehle.

"Wir brauchen jetzt das geballte Hoffnungsbündel, das in der Botschaft von der Geburt Jesus Christus steckt", sagte Meister: "Wenn wir unsere Hoffnung aufgeben, können wir auch gleich den Terroristen und den Folterknechten unsere Welt überlassen." (epd)
Birthe Ullmann
vor etwa einem Monat
Sehr geehrter Herr Meister,
einige Teile Ihrer Wortwahl auf dieser Homepage betrachte ich mit Sorge.
Es heißt hier zum Beispiel, dass Sie "scharf verurteilen", dass Sie "warnen" und dass Sie "Versagen beklagen".
All diese Formulierungen klingen für mich wie Schuldzuweisungen und scheinen die Fronten eher zu verhärten. Ich bezweifle stark, dass diese Schuldzuweisungen der aktuellen Lage dienlich sind.
Es ist vielmehr an der Zeit, starke und zielgerichtete Entscheidungen zu treffen.
Es ist auch an der Zeit, nach Ursachen zu suchen und gegebenenfalls Richtungskorrekturen einzuleiten. Die Suche nach Schuld wird uns hier nicht weiterführen.

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Mehrheit steht zur Demokratie

Landesbischof Ralf Meister hat davor gewarnt, die Diskussion über die aktuelle Situation in Deutschland zu sehr auf eine Partei zu fokussieren. Die Wahlerfolge der AfD sollten nicht dramatisiert werden, sagte Meister der hannoverschen "Neuen Presse". "Die überwältigende Mehrheit der Gesellschaft steht ohne Wenn und Aber zur Demokratie."

Dennoch sei es wichtig, mit Anhängern von Pegida und AfD ins Gespräch zu kommen und über Verunsicherung und Fremdenfeindlichkeit zu sprechen, betonte Meister. Dazu plane die Landeskirche Gesprächsangebote auf Wochenmärkten. "Es ist ein Versuch, den Gesprächsfaden mit Menschen wiederaufzunehmen, die sich von diesem Staat und auch von uns als Kirche weit entfernt haben."

Mit Leitlinien für die Gemeinden will die Landeskirche verhindern, dass Extremisten bei der Wahl im März 2018 in die Kirchenvorstände einziehen. "Wer sich offen menschenverachtend äußert oder unsere demokratische Grundordnung ablehnt, kann weder Mitglied in einem Kirchenvorstand sein noch sich für so ein Amt zur Wahl stellen", sagte der Landesbischof der Zeitung. Das sei mit dem Evangelium Jesu Christi nicht vereinbar.

In der Handreichung würden aber ausdrücklich keine Ausschlusskriterien für Mitglieder bestimmter Parteien stehen. Sie solle auch keine Liste verbotener Äußerungen seien. "Es wird deutlich in der Verantwortung der Menschen vor Ort liegen, zu sagen, das, was der oder die da sagt, das geht nicht." Ziel sei nicht, Menschen bei fragwürdigen Aussagen sofort aus den Kirchenvorständen auszuschließen. Es gehe viel mehr darum, ins Gespräch zu kommen und "zu fragen: Was soll die Äußerung? Warum sagst du das?". (epd)


john quinn
vor etwa einem Monat
Herr Bishoff i am complete with you about the lies in the media terrible the solidaritats steuer was a lie the 19% mehrwert steuer for a short time was a lie ,the not more than a millon was a lie ,die durfen nicht arbeiten was a lie ,I am happy that you have noticed the lies in the media well done
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Wolfsburg gehört zu den Reformationsstädten Europas

Die Stadt Wolfsburg wurde als zweite Stadt in Niedersachsen offiziell zur "Reformationsstadt Europas" ernannt. Der Grund für diese Ehrung sei die besondere Reformationsgeschichte der Region, in der im 20. Jahrhundert die Stadt Wolfsburg gegründet wurde, sagte ein Sprecher der Gemeinschaft Europäischer Kirchen in Europa (GEKE) dem epd. In einem Empfang im Rathaus werde GEKE-Generalsekretär Bischof Michael Bünker aus Wien eine Urkunde an Wolfsburgs Oberbürgermeister Klaus Mohrs (SPD) und den hannoverschen Landesbischof Ralf Meister überreichen. Die Stadt wurde 1938 gegründet, um Wohnraum für Arbeiter des Volkswagenwerkes zu schaffen.

Die Wolfsburger Reformationsgeschichte sei "komplex", sagte Bernd Jaeger von der Geschäftstelle der GEKE. Im 16. Jahrhundert habe das heutige Stadtgebiet unterschiedlichen Bistümern und Herrschaftsgebieten angehört. Wie vielerorts seien die Reformationsprozesse nicht konfliktfrei verlaufen. Allerdings habe der auf der "Wolfsburg" residierende Adlige Hans von Bartensleben (1512-1583) einen bemerkenswerten Beitrag zum religiösen Frieden und zur Glaubenstoleranz geleistet. Er habe für seinen Herrschaftsbereich durchgesetzt, dass die lutherische und die römisch-katholische Konfession friedlich nebeneinander bestehen konnten.

Derzeit tragen 75 Städte in 15 Ländern, darunter auch Bremen und Emden, den Titel "Reformationsstadt Europas". Europas Protestanten hatten den Wettbewerb zum 500. Jahrestag der Reformation ausgeschrieben, der 2017 gefeiert wird. Die Städte können mit der Auszeichnung die Marke "Reformationsstadt Europas" als Motto über ihre Veranstaltungen zum Reformationsjubiläum stellen. Die Initiative zielt auf Partnerschaften zwischen Kirchen und Kommunen ab. Dabei geht es um die Bereiche Kunst, Kultur und Tourismus sowie Geschichte und Spiritualität. Die Stadt trage den Titel offiziell bereits seit August dieses Jahres, hieß es. (epd)


Bild: Jens Schulze

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Bild: Nico Herzog (HAZ)

Trauerfeier für 

Hans Werner Dannowski 

Rund 800 Menschen haben bei einer Trauerfeier in Hannover Abschied von dem früheren evangelischen Stadtsuperintendenten Hans Werner Dannowski genommen. In der voll besetzten Marktkirche kamen am Montag Angehörige, Freunde und Weggefährten zusammen. Landesbischof Ralf Meister würdigte den Theologen in der Traueransprache als großartigen Prediger und klugen Weltbeobachter. Dannowski war in der Nacht zum vergangenen Montag nach schwerer Krankheit im Alter von 83 Jahren gestorben. 

"Er hat Menschen neugierig gemacht auf ein undogmatisches Christentum", sagte Meister. Dabei habe Dannowski "fröhlich viele Grenzen übersprungen". In Hannover sei er zum Vermittler zwischen Stadt und Kirche geworden. Der Landesbischof hob besonders Dannowskis Einsatz für das Gespräch der Religionen hervor. Immer wieder habe er Gegensätze überwunden: "Das Miteinander des Verschiedenen und Fremden war Anspruch und Verlockung." (epd)

Die Traueransprache im Wortlaut
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Adventlicher Austausch mit Äbtissinnen

Die Äbtissinnen der fünf Calenberger Klöster, der sechs Lüneburger Klöster und der vier freien Stifte waren zum adventlichen Austausch zu Besuch bei Landesbischof Meister. Sie stehen den Gemeinschaften in den Klöstern und Stiften im Verwaltungsbereich der Klosterkammer Hannover vor. Einmal im Jahr diskutieren sie auf Einladung des Landesbischofs mit ihm theologische Fragen und aktuelle Anliegen im Bereich des Klosterlebens.

Ihre Häuser sind Teil einer einzigartigen Landschaft von Frauenklöstern und Stiften in Niedersachsen, in denen seit ihrer Gründung alleinstehende Frauen in geistlicher Gemeinschaft leben. In der Reformationszeit wurden die Häuser nicht aufgelöst, sondern als evangelische Einrichtungen weitergeführt.

Bild: Jens Schulze

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Altarbibel als Geschenk für alle Gemeinden

Die Landessynode der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers hat während ihrer Tagung in der vorigen Woche beschlossen, ihren Kirchengemeinden für ihre Kirchen und Kapellen die aktualisierte Übersetzung der Lutherbibel als Altarbibel zu schenken. Altarbibeln sind großformatige Bibelausgaben, die in den Kirchen und Kapellen aufgeschlagen und in der Regel etwas erhöht auf den Altären liegen. Sie symbolisieren, dass das Wort Gottes im Zentrum des evangelischen Gottesdienstes steht.

Landesbischof Ralf Meister hat dieses Geschenk angeregt und empfiehlt den Gemeinden, die Altarbibel im Rahmen einer kleinen Andacht feierlich in Gebrauch zu nehmen. Meister schreibt in dem Begleitbrief an die Gemeinden: „Es ist ein schönes Zeichen, wenn wir im Reformationsjahr die Bibel auch mit diesem Geschenk in den Mittelpunkt rücken.“ Die Bibeln sollen zum Osterfest 2017 in den Gemeinden sein. (Pressestelle)


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Bild: Bibelgesellschaft

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Ein Truck überwindet Grenzen - Synode in der Friedensstadt

"Der Europäische Stationenweg ist ein starkes Zeichen für das Miteinander in Europa, das Grenzen überwindet und Differenzen trägt", sagte Landesbischof Ralf Meister.
Gemeinsam mit der Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland, Irmgard Schwaetzer, besuchte er in Osnabrück den Truck des Europäischen Stationenweges. Er war mit der gesamten Synode der Landeskirche für einen Tag nach Osnabrück gereist. Die Synode verabschiedete am Nachmittag ein "Wort der Landessynode: Auf dem Weg zu einer Kirche des gerechten Friedens". 
Die Route zwischen Turku und Rom verbinde Menschen über alle konfessionellen, nationalen und kulturellen Grenzen hinweg. "Dass in Deutschland die Stadt, in der 1648 ein Teil des Westfälischen Friedens geschlossen wurde, die erste Station des Geschichtenmobils ist, erinnert uns daran, dass Frieden in Europa keine Selbstverständlichkeit ist", sagte Schwaetzer. Umso wichtiger sei das Zeichen aus Osnabrück für ein Europa des Friedens, der Aussöhnung und der Gerechtigkeit.

Wort der Landessynode

Mehr über den Europäischen Stationenweg

Bild: Jens Schulze

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Populistische Lügen demontieren Haltungen

Landesbischof Ralf Meister hat den Populismus in der jüngsten Zeit scharf verurteilt. Es sei nicht neu, dass von Populisten viel gelogen werde, sagte der evangelische Theologe in seinem turnusgemäßen Bericht vor der in Hannover tagenden Landessynode. "Aber so offen und unverschämt, wie von gesellschaftlichen Eliten, übrigens auch den wirtschaftlichen, in den vergangenen Monaten gelogen wurde - das ist ungewohnt in unseren Demokratien."

Es sei vielfach analysiert worden, mit welchen falschen oder verzerrten Positionen Meinungen mobilisiert würden, um damit Zorn oder Hass hervorzurufen. Der Effekt sei immer gleich: Haltungen würden demontiert. "Am längsten ist die Liste der Lügen von Donald Trump", unterstrich der Bischof. Auch während der Debatte um den "Brexit" habe die Wahrheit keine Lobby gehabt. 

Viele Menschen wollten keine Zusammenhänge mehr verstehen, die Wahrheit interessiere sie nicht. Persönliche Probleme und Betroffenheiten würden zum Maßstab der Politik. "Eine Stimmung wird geschürt, die Rassismus salonfähig macht, die entwürdigt und verletzt", sagte Meister. Populismus verspreche schnelle Fakten, einfache Lösungen, Durchgreifen, Aufräumen und Durchsetzen: "Er prononciert sich als Volkes Stimme, obwohl er tatsächlich nur für eine Minderheit spricht."

Viele Menschen verstünden die Sprache der institutionellen Eliten nicht und fühlten sich auch von der Sprache der Kirche unverstanden. Sie sähen sich mit ihren Ängsten und Sorgen nicht ausreichend wahrgenommen, betonte der Landesbischof. Das gelte auch für ihre Sehnsucht nach Trost und ihre Hoffnung auf eine bessere Welt. 

Für die großen gesellschaftlichen Themen und Konflikte gebe es jedoch weder Patentrezepte noch "richtige Lösungen", hob der Theologe hervor. Angesichts der vielen Interessen und Aspekte brauche es vielmehr Kompromisse und Zwischenlösungen. Außerdem müsse viel deutlicher herausgestellt werden, dass die Werte, die Staat und Kirche verträten, den Bedürfnissen der Menschen "unendlich mehr entsprechen als jede populistische Versprechung".

Für die Kirche bedeute dies konkret, dass mit den Menschen, "die sich bei öffentlichen Veranstaltungen nicht oder nur in Gruppen plakativ äußern", elementare Gespräche gesucht werden müssten. Ein positives Beispiel dafür seien verschiedene Dialogforen, die die Kirche in den vergangenen Monaten angeboten habe und weiter vertiefen wolle, sagte Meister: "Es ist unsere ureigene Aufgabe, das Gespräch mit scharfen Kritikern, mit Suchenden und Sorgenvollen, die den populistischen Stimmen mehr und mehr vertrauen, bewusst zu suchen." (epd)

Bild: Jens Schulze

Birthe Ullmann
vor etwa einem Monat
Es ist schon sehr auffällig, dass Landesbischof Meister recht häufig über die Bürger, aber nicht mit den Bürgern spricht. Warum leistet die Kirche sich - im Gegensatz zur Politik - eine solche Bürgerferne? Das Verhältnis unseres Landesbischofs zu seinen vermeintlichen Anhängern und gewünschten Adressaten wirkt doch recht autoritär bis gekünstelt-überspannt. Wie sollen Menschen die Religion auf diesem Weg als Inspiration betrachten?
Der Aufruf zur Suche nach elementaren Gesprächen scheint hier nicht mehr als ein Lippenbekenntnis zu sein.
Birthe Ullmann
vor etwa einem Monat
Die Bevölkerung möchte überdies nicht belehrt werden - sie wünscht einen ehrlichen Dialog. In unserem Land gibt es viele kluge Köpfe, auf allen gesellschaftlichen Ebenen - auch außerhalb von Staat und Kirche. Was wären wir ohne anpackende und kreative Unternehmer von deren Steuergeldern die Kirche sich sehr gut nährt? Was wären wir ohne die Forschung, den Sport, die Medizin, die Kunst, die Literatur, die Musik, die Poesie, die Philosophie, das Handwerk...? Die Kirche sollte sich nicht überschätzen... Wie wäre es mit Vielfalt in den eigenen Reihen, mit der Vermischung der standesgemäßen Ordnung?
Birthe Ullmann
vor etwa einem Monat
Die Kirche fordert viel von den Menschen in unserem Land, sie gibt den Menschen wenig. Wer viel fordert, kann auch ausbeuten, überfordern... Welches sind die Sehnsüchte der Menschen, was fehlt ihnen und was könnte die Kirche ihnen geben? Stellt die Kirche sich diesen Fragen? Versucht die Kirche, die Herzen der Menschen zu erreichen?
"Ich bin das Land. Meine Augen sind der Himmel. Meine Glieder sind die Bäume. Ich bin der Fels, die Wassertiefe. Ich bin nicht hier, um die Natur zu beherrschen oder sie zu nutzen. Ich bin selbst Natur." Hopi Indianer
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Bild: Jens Schulze

Bericht vor der 25. Landessynode

Wachsender Populismus - was ist die Aufgabe von Kirche? Kirche in Allianz, Kirche im Dialog, Kirche als Asyl-Ort der Sprache, Kirche als Wertevermittlerin - sind das mögliche Aufgabenfelder? Damit befasst sich Landesbischof Meister in seinem Bischofsbericht zur VII. Tagung der 25. Landessynode.  
Dazu die Themen der vergangenen Monate seit der letzten Tagung: Endlager, Demografie und ihre Folgen, Landwirtschaft, das "Jahr der Achtsamkeit", Reformationsgedenken und am Ende ein dreifaches Halleluja. 

Lesen Sie den Bericht hier

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Bild: Jens Schulze

"Und ich!" - Warnung vor Selbstgerechtigkeit

Landesbischof Ralf Meister hat am Buß- und Bettag vor Selbstgerechtigkeit und dem Verurteilen anderer gewarnt. "Oft ist es eine ganze Gruppe von Menschen, die einen Einzelnen verurteilt", sagte der evangelische Bischof am Mittwoch im einem Gottesdienst in Hannover. Der Selbstwert von Einzelnen steige offenbar, wenn sie sich einer Gruppe von moralisch Überlegenen zugehörig fühlten, sagte er in der hannoverschen Marktkirche. "So entsteht die empörte und wütende Öffentlichkeit."

Eine solche Gruppe könne im Kleinen aus der Familie oder den Schulkameraden bestehen, im Großen aus den Bewohnern einer Stadtgemeinde oder einem breiten Strom der Öffentlichkeit, vor allem in den sozialen Netzwerken, mahnte der Bischof. Häufig trete an die Stelle der eigenen Schulderkenntnis die Schuldzuweisung und an die Stelle der eigenen Besserung die vermeintliche Verbesserung des anderen. "Dabei bleiben Moralpredigten eine der ineffizientesten Wege in der Erziehung."

Meister listete in seiner Predigt Menschen auf, die nach dem Verständnis mancher Buße üben müssten: Donald Trump, Recep Erdogan oder Lutz Bachmann - und der Bischof ergänzte: "Und ich." Der Buß- und Bettag rufe zuallererst zur Selbstbesinnung und Einsicht in das eigene sündhafte Denken und Tun auf und dazu, nach der eigenen Verantwortung vor den Menschen und vor Gott zu fragen. "Erst wenn ich dieses Glaubensstück wiedergewinne, dass Gott mich richtet, dass er auch andere richtet, kann ich befreit Abstand nehmen von meinem Wahn, ich müsste andere richten", sagte er. (epd)


jan marten reijntjes datema
vor 2 Monaten
L.S .alternative Position-------leben und leben lassen------der handel muss gewinn machen-----------,die kirche kann auch nicht von verlust leben---------------die Apotheker heut zutage haben auch Ängste----------vielleicht können sie in der sonntags kirche cööperieren,mit der a-kulturelle handel--sie können es so arrangieren---das , die Ängste beiderseits in----- LIEBE---- beiderseits ohne polemische streit umgesetzt wird---kirche ich+handel ich=handelkirche ich! --------AVE,jan marten.
Birthe Ullmann
vor etwa einem Monat
Sehr geehrter Herr Meister,
Ihr Verhältnis zum Moralisieren erscheint mir sehr ambivalent. Es fällt mir schwer zu verstehen, warum Sie sich einerseits gegen Moralpredigten aussprechen und nahezu im gleichen Atemzug mit dem Finger auf andere zeigen. Vor allem aber empfinde ich es auch als erschreckend, dass Sie den lauten Tönen bzw. Menschen (wie z. B. dem Herrn Erdogan) noch zusätzlich Gehör verschaffen. Könnten Sie Ihren Blick nicht vielmehr auf positive Vorbilder richten, die mit gutem Beispiel vorangehen? Wir alle brauchen auch gute Vorbilder zu Orientierung und als Leitbild - natürlich ohne zu viel Pathos, sondern als Identifikationsfiguren mit Ecken und Kanten.
Es ist übrigens schade, dass man als Normalbürger nicht mit Ihnen in den Dialog gehen kann - das hatte ich nämlich versucht und bin von einer Ihrer Assistentinnen abgewiesen worden, vermutlich aus Zeitmangel.
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