Landesbischof Ralf Meister

Ralf Meister wurde am 25. November 2010 von der 24. Landessynode gewählt und am 26. März 2011 zum Landesbischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers eingeführt.

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Bild: Jens Schulze

Möge Ihre Leidenschaft für Gott und die Menschen stets kräftig bleiben

Landesbischof Ralf Meister gratuliert dem neuen Bischof des katholischen Bistums Hildesheim, Heiner Wilmer

"Die christlichen Kirchen in Niedersachsen freuen sich über einen ökumenischen Bischof, der mit uns neue Wege geht. Und dabei mutig über die konfessionellen Grenzen der Kirchen hinausschaut", sagte Landesbischof Ralf Meister bei der Einführung des neuen Bischofs Dr. Heiner Wilmer am 1. September in Hildesheim.

Der 56-jährige Theologe tritt die Nachfolge von Norbert Trelle an, der aus Altersgründen von seinem Amt zurückgetreten ist. Er gehört dem als Dehonianer bekannten Orden der Herz-Jesu-Priester an und war zuletzt General seines Ordens in Rom.

Im Namen der evangelischen und orthodoxen Christen in Niedersachsen begrüßte Landesbischof Ralf Meister den neuen Bischof von Hildesheim: "Möge Ihre Leidenschaft für Gott und die Menschen stets kräftig bleiben, mögen Sie immer wieder neue Wege finden, Gottes Gnade zu verkündigen, mögen Sie wirken, wie Sie sind: ehrlich, mutig, geschwisterlich, glaubensstark. Wir alle erwidern Ihr Entgegenkommen mit dankbarer Freundschaft und sind dankbar für Sie als Partner auf der gemeinsamen ökumenischen Wanderschaft."

Das vollständige Grußwort lesen Sie hier.

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Bild: Heiko Preller

Erklärung zum Kirchenasyl

Der Vorsitzende des Rates der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen, Landesbischof Ralf Meister, sagt zur aktuellen Diskussion um das Kirchenasyl:

Wir betrachten die Gewährung von Kirchenasyl als ureigenes Handeln der Kirche und gehen damit sehr sorgfältig und sensibel um. Die Kirchengemeinden schaffen mit dem Kirchenasyl einen besonderen Schutzraum für von Krieg und Verfolgung bedrohte Menschen und setzen sich sehr gründlich und kritisch mit der Situation der Flüchtlinge auseinander. Die aktuellen Diskussionen um das Kirchenasyl dürfen dieses nicht in Frage stellen. Sie sind unseres Erachtens vor allem ein Hinweis darauf, dass die so genannte Dublin-Regelung dringend reformiert werden muss. Denn die gegenwärtige Praxis und die Weigerung vieler Staaten, Flüchtlinge aufzunehmen, beschädigen den humanitären Grundkonsens, auf den Europa baut.

Die evangelischen Kirchen in Niedersachsen haben vor kurzem ihre Kirchengemeinden über die aktuellen Regelungen im Blick auf das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) informiert. Sie haben darum gebeten, dieses Instrument weiterhin sorgfältig zu handhaben und die Beratung der Fachleute in den Kirchen in Anspruch zu nehmen. Für uns kann und soll das Kirchenasyl in besonderen Fällen einen Aufschub für weitere Klärungen des jeweiligen Einzelfalls gewähren und wendet sich daher nicht gegen den Rechtsstaat.


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Luthers Verschwinden aufgeklärt

Landesbischof Meister rätselt mit Jugendlichen im Escape-Room der Martin-Luther-Kirchengemeinde in Schönhagen

Uslar/Kr. Northeim (epd). Gemeinsam mit vier Jugendlichen kriecht der hannoversche Landesbischof Ralf Meister auf dem Boden herum. Unter einem Bett ziehen sie einen alten Koffer hervor und finden in einer Ecke eine alte Truhe. Beide sind mit Kombinationsschlössern verriegelt. "Halleluja", rutscht es dem 56-jährigen Theologen heraus, während er sich die Stirn reibt. Zusammen mit der kleinen Jugendgruppe spielt Meister das Rätselspiel "Luther-Escape", das die evangelische Martin-Luther-Kirchengemeinde im südniedersächsischen Schönhagen entworfen hat.

Hinter einer unscheinbaren Tür im Gemeindehaus verbirgt sich der besondere Raum, der die Teilnehmer auf eine Zeitreise ins späte Mittelalter katapultiert. Meister und seine Mitspieler suchen fieberhaft zwischen Bettlaken aus Leinen, in historischen Schränken und Schubladen, auf einem alten Schreibtisch und in Papieren nach Hinweisen. Sie sollen das Geheimnis um das Verschwinden des Reformators Martin Luther (1483-1546) aus seiner Studierstube lüften, in der er im Jahr 1521 die Bibel übersetzt hatte.

Kirchenvorsteherin Kerstin Ahlborn ist die Spielleiterin und verfolgt das Geschehen im Nebenraum über eine Videokamera. Ziel des Spiels ist es, innerhalb einer Stunde die Rätsel zu lösen, um die Codes für die Schlösser zusammenzutragen, sagt Ahlborn. Die Inhalte in den Truhen und Koffern führen schließlich zur Lösung und erst dann dürfen die Spieler den Raum wieder verlassen. "Man braucht dafür kein konkretes Wissen über Luther", betont sie. Im Zweifelsfall gibt die Pfarrsekretärin über ihr Smartphone und Lautsprecher den Spielern einen Hinweis: "Schaut mal unter den Bettdecken nach."

Der 14-jährige Michel Gerke stürzt los und hält etwas ratlos einen Metallbehälter in den Händen. "Das ist eine alte Wärmflasche", erklärt Meister. Auch dieses Fundstück liefert neue Hinweise. "Solange sie noch etwas Neues entdecken, lasse ich sie weiter rätseln", sagt Ahlborn. Nur, wenn das Team gar nicht weiter kommt, bekommen sie Hilfe. Schließlich soll "keiner frustriert rausgehen".

 Die Idee für das ungewöhnliche Angebot der Kirchengemeinde sei ihr gekommen, nachdem sie selbst ein sogenanntes Escape-Game gespielt habe, sagt Ahlborn. Die in Japan entwickelte Spielform wurde in Deutschland erstmals 2011 veranstaltet. Mittlerweile gibt es an mehr als 140 Orten mehr als 500 Escape-Room-Spiele. Anlässlich des 500. Reformationsjubiläums im vergangenen Jahr griffen auch andere Kirchengemeinden, beispielsweise in Düsseldorf oder Etelsen bei Bremen, die Idee eines Luther-Escape-Rooms auf.

In Schönhagen sorgt ein Team von zehn Ehrenamtlichen dafür, dass angemeldete Besuchergruppen das Spiel erleben können, sagt Ahlborn. Seit der Eröffnung im März haben sich etwa 30 Gruppen, darunter Theologiestudenten, Erzieherinnen oder auch Urlaubsreisende aus Süddeutschland auf die Spurensuche Luthers begeben. Das von den Teilnehmern für das Projekt gespendete Geld kommt der Kirchenstiftung zugute, die seit Jahren eine halbe Pfarrstelle in dem 1.000 Einwohner zählenden Ort finanziert.

Nach 50 Minuten intensiven Rätselratens sind auch der Landesbischof und seine jungen Mitspieler am Ziel, das hier natürlich nicht verraten werden darf. Jeder hat mindestens eine der sieben Schlösserkombinationen öffnen können. Stolz und auch erleichtert verlässt die kleine Gruppe den Raum. Der 15-jährige Tim Heuer sagt, ganz nebenbei habe er etwas mehr über die Reformation und Luther gelernt. Auch Meister ist nach seinem allerersten Besuch in einem Escape-Room begeistert. Die Spielform vermittele in einer Leichtigkeit ein Thema, das für Jugendliche eher dröge erscheine. Zudem könne der "Luther-Escape" auch gut von Erwachsenen gespielt werden. "Das hat richtig Spaß gemacht." 

Für alle, die Lust bekommen haben:

Anmeldung bei Kerstin Ahlborn: kerstin@ahlborn-xp.de, Tel.: 05571/7060
Martin-Luther-Kirchengemeinde Schönhagen, Bornstraße 4, 37170 Uslar

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Bild: Swen Pförtner/ epd-Bild

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„Jeden Tag geht Gott mit euch"

Schulanfangsgottesdienst in Langenhagen mit Landesbischof Ralf Meister

Mehr als 40 Kinder sind in diesem Jahr in Langenhagen-Engelbostel mit dem Segen Gottes in die Schule gestartet. Den Einschulungsgottesdienst in der Evangelisch-lutherischen Martinskirche haben die Viertklässler der Grundschule Engelbostel vorbereitet. Ein prominenter Gast war auch dabei: Landesbischof Ralf Meister.

Er erzählte in der Predigt, wie er seine inzwischen erwachsene Tochter in den ersten Tagen und Wochen ihrer Schulzeit immer begleitet hat. Immer sei sie ein Stück weiter alleine gegangen, um schließlich den Schulweg allein zu bewältigen. Anknüpfend an das Segenswort der diesjährigen Schulanfangsaktion der Landeskirche verspricht der Landesbischof den Erstklässlerinnen und Erstklässlern: „Jeden Tag geht Gott mit euch und ich wünsche euch einen gesegneten ersten Schultag“.

Zum Schluss teilt Landesbischof Meister kleine Magnettafeln aus, mit denen die Landeskirche in diesem Jahr insgesamt 36.000 Kinder in den Schulanfangsgottesdiensten beschenkt. Die vielen kleinen und großen Buchstaben auf der Magnettafel können die Kinder auseinandernehmen und neu zusammensetzen. Nur vier Worte sind vorgegeben und lassen sich nicht zerlegen: Gott behüte deinen Weg!

Eine Bildergalerie vom Schulanfangsgottesdienst gibt es hier.

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Bild: Jens Schulze

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"Für mich seid ihr Helden"

Landesbischof Ralf Meister bei der Präsentation des Films "Iuventa" über deutsche Seenotretter im Mittelmeer


Hannover (epd). Die evangelischen Kirchen stehen laut dem hannoverschen Landesbischof Ralf Meister zweifelsfrei und fest hinter der Seenotrettung von Flüchtlingen durch zivilgesellschaftliche Initiativen. "Ihr habt unsere volle Unterstützung", sagte der evangelische Theologe bei einem Filmgespräch am 8. August 2018 in Hannover gegenüber Aktivisten der Organisation "Jugend rettet". Zuvor war in dem Kino der Film "Iuventa" gezeigt worden, der die ehrenamtliche Rettungsarbeit junger Freiwilliger dieser Organisation auf ihrem Schiff im Mittelmeer zeigte. Einige der jungen Crewmitglieder saßen anschließend mit dem Landesbischof auf dem Podium.

Das Rettungsschiff "Iuventa", mit dem die jungen Aktivisten auf mehrwöchigen Missionen 2016 und 2017 nach eigenen Angaben 14.000 Menschen retteten, wurde vor einem Jahr von den italienischen Behörden beschlagnahmt. Den Aktivisten werde Kooperation mit Schlepperbanden vorgeworfen. Es lägen jedoch weder Beweise noch eine Anklage vor, sagte Sophie Tadeus von "Jugend rettet". Die Beschlagnahme sei eine präventive Maßnahme der Behörden gewesen, die diese ohne jede Frist fortsetzen könnten. Auch viele Schiffe anderer ziviler Rettungsorganisationen würden durch die Behörden blockiert.

Die im Dokumentarfilm des italienischen Regisseurs Michele Cinque dargestellte Rettungsarbeit habe ihn "unglaublich beeindruckt", sagte Meister. "Für mich seid ihr Helden." Für einen kleinen Kreis anderer Menschen seien private Seenotretter hingegen Kriminelle und der großen Mehrheit der Menschen hierzulande sei die Rettungsarbeit sogar "scheißegal". Es seien jedoch oft kleine Kreise engagierter Menschen, die für gesellschaftliche Veränderungen sorgten, betonte Meister.

In Deutschland gebe es inzwischen den gefährlichen Trend, über die Sinnhaftigkeit der Seenotrettung von Flüchtlingen zu debattieren - selbst in liberalen Blättern wie der "Zeit". Dies sei ein starkes "Alarmsignal", warnte Meister. Denn damit würden bereits zentrale Werte der Bundesrepublik infrage gestellt. "Unser Grundrechtekatalog darf nicht ausgehöhlt werden", unterstrich der Landesbischof. Sophie Tadeus betonte, jeder Mensch habe das Recht aus Notsituationen gerettet zu werden, egal wohin er gerade unterwegs sei. "Jede andere Haltung führt in die Barbarei." Retter dürften nicht kriminalisiert werden, sagte Tadeus, die im Vorstand des 2015 in Berlin gegründeten Vereins aktiv ist. Die Kritik an der Rettung von Flüchtlingen im Mittelmeer weise auf Rassismus in der Gesellschaft hin, ergänzte sie. "Über Seenotrettung in der Nordsee diskutiert ja niemand."
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Bild: Jens Schulze

Landesbischof Ralf Meister fordert Einwanderungsgesetz

"Wir dürfen nicht taub werden für die Not der Flüchtlinge"

Hannover (epd). Der hannoversche Landesbischof Ralf Meister wendet sich entschieden gegen eine Abschottung gegenüber Flüchtlingen. "So hoch kann man Mauern und Zäune gar nicht bauen, dass wir verzweifelte Menschen in Not abhalten können, zu uns zu kommen", sagte Meister im Interview mit der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" (Ausgabe von Freitag, 13.07.18). Er rief Politik und Wirtschaft zu einem verstärkten Einsatz auf, um weltweite Armut zu bekämpfen: "Die Alternative wäre, fortwährende Ungerechtigkeit zu akzeptieren, und damit den massenhaften Tod von Menschen."

 "Wir dürfen nicht taub werden für die einzelnen Geschichten der Not", sagte der leitende Theologe der mit 2,6 Millionen größten evangelischen Landeskirche in Deutschland. Es sei "beschämend", dass das Humanitätsideal gegenwärtig auf der Strecke bleibe. "Wenn wir die grundlegenden humanitären Fragen nichts ins Zentrum stellen, werden wir in einer humanitären Katastrophe landen."

Der von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) vorgestellte "Masterplan Migration" beschäftige sich fast ausschließlich mit Fragen der inneren Sicherheit, kritisierte Meister. Es sei aber wichtig, die Ursachen der Flucht und globale humanitäre Hilfe stärker in den Blick zu nehmen. Migration werde das wichtigste globale Thema im 21. Jahrhundert sein.

Meister plädierte zugleich für ein Einwanderungsgesetz: "Wir müssen qualifizierten Menschen einen Weg ins Land ermöglichen, der sie nicht in Schlauchbooten übers Mittelmeer zwingt." Derzeit müssten Menschen auch aus demokratischen Musterländern in Afrika einen Asylantrag stellen, um nach Deutschland zu kommen, weil sie keine andere Möglichkeit hätten. "Das ist doch widersinnig." 

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Bild: Bischofskanzlei

Wenn du am Sinn deines Daseins zweifelst, geh baden!

Urlaubsgrüße von Landesbischof Ralf Meister

Wer sich auf eine biblische Spurensuche nach dem Thema Urlaub macht, muss feststellen: Fehlanzeige. Weder spielt das Wetter eine entscheidende Rolle – nur einmal, aber da war es der Regen der Sintflut – noch kennt die Bibel ausführliche Landschaftsschilderungen. Jeder, der einmal in Israel war, wundert sich, warum man nicht ausführlicher vom Abendpanorama am See Genezareth liest. Keine Schilderung der sprudelnden Jordanquellen, der Höhenzüge in Galiläa oder der Blicke über das Mittelmeer. Und weder Paulus noch Jesus machen Urlaub.

Doch dieses Gefühl, das zum Urlaub gehört, das kennt die Bibel sehr wohl. Die Zeit verschwimmt und nach einigen Tagen fragen wir erstaunt: “Welcher Tag ist heute?” Im Evangelium nach Matthäus heißt es: “Sorgt nicht für morgen, denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, dass jeder Tag seine eigene Plage hat.” Es ist kein Zufall, dass dieser Zuspruch von einem sommerlichen Bild lebt: “Seht die Vögel unter dem Himmel an: Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel kostbarer als sie?”

Urlaub ist eine Zeit der Zeitvergessenheit. Dafür bekommen andere, längst vergangene Zeiten eine Bedeutung: “Weißt du noch – damals im Urlaub mit unseren Kindern? Längst sind sie in der Welt verstreut.” Oder: “Vor ein paar Jahren sind wir zu zweit über diese Brücke gegangen. Jetzt wandere ich alleine dorthin.” Der Mensch will immer zurück. Religion heißt übersetzt “Rückbindung”. Wenn wir – biblisch gesehen – zurück an den Anfang gehen, dann kommen wir ins Paradies.

Ich erinnere mich an die Sommerferien meiner Kindheit, die wir jedes Jahr am Meer verbracht haben, bei meinen Großeltern auf Gardingdeich. Dann denke ich: Nirgends gibt es Räume auf dieser Erde, die so viel Ewigkeitsaura haben wie Kirchen und das Meer. Vor über 700 Jahren hat der große Theologe Thomas von Aquin Heilungen für die großen Lebenskrisen empfohlen. Einer seiner Ratschläge lautet: “Wenn du einen Menschen verlierst oder einen anderen großen Verlust erleidest, wenn du am Sinn deines Daseins zweifelst: Dann geh baden!”

Ich wünsche Ihnen eine sorgenfreie, erholsame und entdeckungsreiche Sommerzeit!

Ihr Ralf Meister

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Ökumenische Zusammenarbeit als Zeichen

Landesbischof Ralf Meister hat die ökumenische Zusammenarbeit der Kirchen in Europa betont. Allgemein sei dieser Tage mehr von Spaltung und Trennung als von einer Wiedervereinigung oder neuen Partnerschaften zu hören, kritisierte Meister am Donnerstag vor einer Reise zum Treffen der Generalsynode der anglikanischen Kirche im englischen York. "Wir als Christen müssen uns diesen Tendenzen entgegenstellen."

Der evangelische Bischof ist bis zum Sonntag Gast bei der Synode. Meister ist gemeinsam mit dem anglikanischen Bischof Jonathan Gibbs, Vorsitzender der Meissen-Kommission. In der "Meissener Erklärung" haben sich die Evangelische Kirche in Deutschland und die anglikanische Kirche 1991 zur Kanzel- und Abendmahlsgemeinschaft verpflichtet und ihre Partnerschaft bestärkt.

Bei seiner Reise nach England wolle der Bischof auch den Grundstein für weitere Verbindungen aus seiner Landeskirche nach England legen, sagte ein Kirchensprecher. Meister war im Juni von der anglikanischen Kirche mit dem ökumenischen Ehrentitel als Kanoniker der Kathedrale Ripon in der Diözese Leeds ausgezeichnet worden.

Angesichts von Krisen wie der weltweiten Migration oder dem Brexit sei die Zusammenarbeit umso wichtiger, sagte er. "Wir sind und wir bleiben starke Partner der anglikanischen Kirche." Noch vor ein paar Jahren hätten Politiker Konzepte für ein Europa der Zukunft oder zumindest ein nationales Szenario benennen können. "Heute herrscht Schweigen oder absurder Populismus oder irrationaler Nationalismus." 

Christen seien jedoch von anderen Bildern der Hoffnung geprägt. "Das Ende politischer Möglichkeiten ist nicht das Ende unserer Hoffnung", betonte Meister. Diese sei vielmehr in Jesus Christus begründet. "Resignieren ist keine christliche Option." Die anglikanische Kirche und die evangelischen Kirchen in Deutschland stünden dabei Seite an Seite. (epd)

Grußwort des Landesbischofs im Wortlaut


Video-Grüße des Landesbischofs von der Synode in York


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Bild: J. Gibbs

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Abschied von Landesbischöfin a.D. Dr. Margot Käßmann

Mit einem feierlichen Gottesdienst und einem Fest unter freiem Himmel ist die evangelische Theologin und frühere hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann in den Ruhestand verabschiedet worden. Landesbischof Ralf Meister würdigte seine Amtsvorgängerin in der Marktkirche in Hannover als "Frau mit einem außerordentlichen Charisma". Käßmann, die als erste Frau an der Spitze der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) stand, war zuletzt als Botschafterin für das 500. Reformationsjubiläum im Einsatz. Von 1999 bis 2010 war die heute 60-Jährige Landesbischöfin der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers.

In ihrer Predigt rief Käßmann dazu auf, die "Hoffnungsbilder" des christlichen Glaubens zu verfolgen, die für Nächstenliebe, Barmherzigkeit, Frieden und Gerechtigkeit stünden: "Wir dürfen quer denken und neue Wege wagen, wo andere starr am Alten festhalten." Statt der Hoffnungsbilder malten viele heute jedoch gern Schreckensbilder, um Wahlen zu gewinnen. Dagegen müssten sich Christen aufbäumen. "Wir brauchen Weltverbesserer, auch wenn das für manche inzwischen ein Schimpfwort ist", unterstrich die Theologin.

Zu der öffentlichen Feier rund um die Marktkirche kamen rund 2.000 Gäste. Bei strahlendem Sommerwetter verfolgten viele im Freien eine Übertragung des Gottesdienstes, hörten vor einer großen Bühne Live-Talks und Grußworte und lauschten den Rhythmen des Popmusikers Dieter Falk und seiner Band.

Bischof Meister sagte, Käßmann sei in vielen kirchlichen Ämtern die erste Frau gewesen. "Du hast damit viele Frauen und auch Männer ermutigt und die Gleichstellung vorangetrieben - werbend, fröhlich, beispielgebend." Allerdings habe sie sich manche Freiräume auch hart erkämpfen müssen. Durch ihre charismatische Amtsführung habe Käßmann auch manche Rollenerwartung verändert: "Du hast etablierte Modelle befragt und sprühend neue Ideen und Positionen hineingetragen", sagte der Bischof unter Applaus. 

Die stellvertretende EKD-Ratsvorsitzende Annette Kurschus, Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, entpflichtete Käßmann von ihrem Auftrag als Reformationsbotschafterin des Rates der EKD. Käßmann habe der evangelischen Kirche "ein unverwechselbares Gesicht und eine prominente Stimme gegeben - eine weibliche Stimme", sagte sie.

Auf dem Marktplatz betonte Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD), Käßmann habe sich in all ihren Ämtern für eine politische Kirche eingesetzt, die für die "Vergessenen und Zurückgelassenen" eintrete und Kontroversen nicht scheue: "Ich danke Ihnen für manch wichtige An- und Aufregung und hoffe auf viele weitere Impulse aus Ihrem Munde und Ihrer Feder auch nach Ihrem Ausscheiden aus dem aktiven Kirchendienst."

Irmgard Schwaetzer hob als Präses der EKD-Synode Käßmanns Verdienste als Reformationsbotschafterin hervor. Bei Kongressen und Gottesdiensten, in Talkshows und Zeitungskolumnen habe Käßmann unermüdlich für das 500. Reformationsjubiläum geworben. So habe sie viele Menschen erreicht, denen dieses Jubiläum sonst fremd geblieben wäre. 

Das katholische Bistum Hildesheim dankte Käßmann in einer schriftlichen Erklärung für das vertrauensvolle ökumenische Miteinander insbesondere während ihrer Amtszeit als hannoversche Bischöfin von 1999 bis 2010. Sie habe sich nachdrücklich dafür eingesetzt, dass Katholiken und Protestanten in Niedersachsen und darüber hinaus gemeinsam gehandelt hätten. "Ihre offene und kommunikative Art hat ihr dabei ebenso geholfen wie ihre hohe fachliche Kompetenz", erklärte Weihbischof Nikolaus Schwerdtfeger. (epd)

Würdigung von Landesbischof Meister im Wortlaut

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Bild: Schulze/Hilbig

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Lifeline

"Humanität macht nicht an Ländergrenzen Halt – das zeigt das Land Niedersachsen mit seiner Bereitschaft, Flüchtlinge der "Lifeline" aufzunehmen. Das ist die richtige "Niedersachsen packt an"-Haltung, über die ich mich sehr freue!"

Ralf Meister
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