Landesbischof Ralf Meister

Ralf Meister wurde am 26. März 2011 als Landesbischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers eingeführt. Seit 9. November 2018 ist er Leitender Bischof der VELKD.

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Stiftungsprofessur zum Christlich-jüdischen Dialog

An der Berliner Humboldt-Universität wird eine Stiftungsprofessur zum christlich-jüdischen Dialog eingerichtet. Das friedliche Miteinander der Religionen als Teilaspekt des gesellschaftlichen Zusammenhalts sei der Universität ein großes Anliegen, sagte Hochschulpräsidentin Sabine Kunst am Montagabend bei der Vorstellung der Professur in Berlin. Die Universität wolle sich in die aktuellen gesellschaftlichen Auseinandersetzungen künftig stärker einmischen, kündigte sie an. Die neue Professur sei ein Schritt dazu.

Initiiert wurde die Stelle von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und den evangelischen Landeskirchen. Die Einrichtung ist ein Resultat aus der Beschäftigung der Protestanten mit Antisemitismus in den eigenen Reihen im Zuge der Reformation vor 500 Jahren. Der hannoversche Landesbischof Ralf Meister verwies auf den Bildungsauftrag der evangelischen Kirche als Erbe der Reformation. Die Professur sei in diesem Sinne nicht nur eine gute Idee, sondern eine Notwendigkeit, sagte der Theologe. "Als in der Vorbereitung des Gedenkjahres 2017 über die bleibenden Verdienste der Reformatoren diskutiert wurde, gab es manchen Streit darüber, welche „Leistungen“ man aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts, mit Blick auf ihre fortwährenden Wirkungen im 21. Jahrhundert, benennen könne. Unstrittig blieb zumeist ein Punkt: Die Bildung. So bleibt es eine Herausforderung für die Evangelischen Kirchen, den Bildungsimpuls heute nicht nur an den Schulen, sondern auch den Theologischen Fakultäten in Forschung und Lehre fortzusetzen. Die Einrichtung einer Stiftungsprofessur für die Geschichte und Gegenwart des jüdisch-christlichen Verhältnisses ist für mich eine eindrückliche Aufnahme dieses Bildungsanspruches, der in der Zeit der Reformation einen markanten Anstoß bekam."

2015 hatte sich die EKD-Synode vom Antisemitismus in Schriften des Reformators Martin Luther (1483-1546) distanziert. "Luthers Sicht des Judentums und seine Schmähungen gegen Juden stehen nach unserem heutigen Verständnis im Widerspruch zum Glauben an den einen Gott, der sich in dem Juden Jesus offenbart hat", heißt es in der vor drei Jahren verabschiedeten Stellungnahme des Kirchenparlaments. Ein Jahr später verabschiedete die Synode außerdem einen Beschluss, in der sie der sogenannten Judenmission eine Absage erteilt. Infolge der Diskussion um Antisemitismus in der evangelischen Kirche entstand die Idee zur Einrichtung der Stiftungsprofessur, die nach Angaben der EKD vom Stifterverband und der Volkswagen-Stiftung unterstützt und nach zehn Jahren fest in der Humboldt-Universität verankert werden soll.

Die Professur ist eine deutschlandweite Premiere und soll nach aktuellen Plänen zum Wintersemester 2019/20 starten. Eine Berufungskommission, in der auch eine jüdische Vertreterin sitzt, hat die Suche nach einer geeigneten Person bereits begonnen. (epd/Bischofskanzlei)

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Reformationsfeiertag 2018

Im Mittelpunkt: Begegnung, Dialog und die Frage nach Freiheit

Die Bischöfe und leitenden Theologen in Niedersachsen und Bremen haben am Reformationstag die Religions- und Meinungsfreiheit in den Mittelpunkt ihrer Predigten gestellt. Landesbischof Ralf Meister sagte in seiner Predigt in der Marktkirche, die "Rücksichtnahme auf die Freiheit anderer ist gerade keine Einschränkung meiner Freiheit, sondern ein Ausdruck meiner Freiheit". Dies sei vielleicht die schwierigste und entscheidende Botschaft des Reformationstages: "Wir sind frei, dem Zorn zu gehorchen oder die Versöhnung zu suchen! Wir sind frei, uns nur um uns selbst zu kümmern oder das Wohl der Gemeinschaft in den Blick zu nehmen", sagte Meister.

Um den jüdisch-christlichen Dialog zu stärken, hatte Meister am Vorabend des Reformationsfestes Rabbiner Gabór Lengyel aus Hannover zu einer Diskussion "Was gesagt werden muss. Reformation und Judentum"  in die Marktkirche eingeladen. Vor ungefähr 100 Besucher und Besucherinnen betonten beide den Weg des gemeinsamen Lernens, der mit dem neuen Feiertag einmal mehr in den Blick rücke. Zudem ermutigte Rabbiner Lengyel Pastoren und Rabbiner dazu, verstärkt politische Predigten gegen Rassismus zu halten. "Wenn in unserer Gesellschaft Grundsätzliches ins Rutschen gerät, kann ein Pastor oder Rabbiner nicht schweigen", sagte Lengyel. (epd)

Impuls "Was gesagt werden muss!" mit Rabbiner Dr. Lengyel im Wortlaut

Bild: Jens Schulze; Bischofskanzlei

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Anschlag auf die "Tree of Life"- Synagoge

"Ich bin tief erschüttert über den furchtbaren Anschlag auf die "Tree of Life"-Synagoge in Pittsburgh. Ich trauere um die Opfer, ich bete für die Verletzten und all die Menschen, die einen geliebten Menschen verloren haben oder um deren Leben bangen.
Wenige Tage vor dem 80. Jahrestag der Novemberpogrome in Deutschland schmerzt diese blinde, fanatische, hasserfüllte antisemitische Tat ganz besonders. Sie ruft uns dazu auf, gegen Hass, Gewalt und Ausgrenzung aufzustehen!
Wir stehen an der Seite unserer jüdischen Geschwister. Es gilt: der christliche Glaube schließt jede Form von Judenfeindschaft aus."  

Ralf Meister


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Reformationstag 2018:
Religionsübergreifend, ökumenisch und weltoffen

"Mit dem Reformationstag bekommt Niedersachsen einen Feiertag, der in seiner Gestaltung herausfordernd ist und große Chancen bietet, aber auch unbequem sein kann", sagt der Ratsvorsitzende der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen, Landesbischof Ralf Meister (Hannover). "Es geht uns darum, den 31. Oktober religionsübergreifend, ökumenisch und weltoffen zu begehen und uns kritisch mit den theologischen Irrtümern der Reformatoren auseinanderzusetzen. Wir wollen in Veranstaltungen und Gottesdiensten in ganz Niedersachsen über unser gesellschaftliches Miteinander ins Gespräch kommen.“


"Es ist an uns, aus dem Tag, der einmal der Tag der Trennung war, etwas Gemeinsames zu machen", sagt Landesbischof Meister im gemeinsamen Interview des Evangelischen Kirchenfunks Niedersachsen-Bremen mit seinem katholischen Amtsbruder Heiner Wilmer, dem Bischof von Hildesheim. "Reformation ist für mich eine Haltung, die in der Bibel begründet ist", erwidert Wilmer. "Der erste Reformator ist Gott selbst."

Mit über 1.000 Gottesdiensten und weiteren Veranstaltungen feiern die Kirchengemeinden der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers in diesem Jahr den 501. Reformationstag am 31. Oktober. Im Sommer haben die Länder Niedersachsen, Bremen, Schleswig-Holstein und Hamburg beschlossen, den Reformationstag als gesetzlichen Feiertag einzuführen, nachdem er im vergangenen Jahr zum 500. Jahrestag der Reformation einmalig ein gesamtdeutscher gesetzlicher Feiertag gewesen ist.

Unter der Überschrift „Was gesagt werden muss. Reformation und Judentum“ lädt die Landeskirche am Vorabend des Reformationstages (30.10.2018) um 18 Uhr in die Marktkirche ein. Landesbischof Ralf Meister und Rabbiner Dr. Gábor Lengyel geben Impulse zum Thema; die musikalische Gestaltung übernehmen „Die 3 Kantoren“ aus Berlin.

Landesbischof Ralf Meister predigt im Festgottesdienst zum Reformationstag um 10 Uhr in der Marktkirche Hannover. Anschließend wird ein Fest der Begegnung in der Marktkirche gefeiert.

Die Veranstaltungen zum Reformationsfeiertag innerhalb der Landeskirche sind hier in einer Karte zusammengefasst.

Weitere Veranstaltungen zum Reformationstag in den evangelischen Kirchen in Niedersachsen: https://www.evangelische-konfoederation.de/reformation_2017/veranstaltungen_reformationstag_2018

(Pressestelle/Bischofskanzlei)


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Service of Remembrance in Ripon Cathedral

Wann?
11.11.2018, 11:30 Uhr
Was?
Medium
Bild: Ripon Cathedral
Gedenkgottesdienst am 100. Jahrestag des Waffenstillstandes
Mit dem hannoverschen Landesbischof Ralf Meister und The Right Reverend Nicholas Baines, Bischof von Leeds
Liturgie: Dean John Dobson
musikalisch mitgestaltet vom Mädchenchor Hannover
Predigt: Landesbischof Ralf Meister

Am 11. November 2018 jährt sich das Ende des Ersten Weltkriegs zum 100. Mal. Aus diesem Anlass machen sich Landesbischof Ralf Meister und der Mädchenchor Hannover auf zu einer Versöhnungsreise in die Diözese Leeds.
Ziel ist, die Schuld anzuerkennen, die beide Kriegsparteien auf sich geladen haben, und wechselseitig die Verletzungen wahrzunehmen.

Anders als in Deutschland spielt in Großbritannien der 1. Weltkrieg im kollektiven Gedächtnis eine weitaus bedeutendere Rolle als der 2. Weltkrieg. Vor diesem Hintergrund kommt dem 11. November (Remembrance Day) als dem Tag der Unterzeichnung des Waffenstillstands in Compiègne eine ganz zentrale Rolle zu, wenn es darum geht, an die Opfer von Krieg, Leid und Terror zu erinnern. In der Stadt und Kathedrale Ripon gibt es ein umfangreiches Programm zu diesem Anlass: http://riponcathedral.info/event/ripon-remembers/

Ralf Meister ist Co-Vorsitzender der Meissen Kommission, die die Evangelische Kirche in Deutschland und die Church of England 1991 ins Leben gerufen haben, um als Kirchen einen Beitrag zur Versöhnungsarbeit zwischen England und Deutschland zu leisten.
Aus diesem Engagement ist die Initiative zu einer regionalen Partnerschaft der Landeskirche Hannovers und der Diözese Leeds entstanden, die derzeit auf beiden Seiten mit großem Engagement vorangetrieben wird. Diese Partnerschaft soll dazu beitragen, in England auch nach dem Brexit-Votum um Sympathien für Deutschland und Europa zu werben.
Wo?
Ripon Cathedral
Minster Road
HG4 1QS North Yorkshire, England
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Bild: Die Landjugend Radegast überreichte Landesbischof Meister die Erntekrone für seine Kanzlei. Foto: Silvia Mustert

"Wir müssen einen angemessenen Preis für Lebensmittel bezahlen"

Vor dem Erntedankfest haben sich Landwirtschaftspastorin Ricarda Rabe und Landesbischof Ralf Meister darüber informiert, wie sich Schöpfungsverantwortung und Fleischgenuss zusammen bringen lassen.

Dazu sind sie nach Hilter an den Rand des Teutoburger Waldes gefahren. Dort betreibt Gabriele Mörixmann mit ihrer Familie einen Aktiv-Stall für Schweine, den die Theologen aus Hannover ausführlich besichtigten.

Die Herstellung und der Umgang mit Lebensmitteln müssen nach Ansicht von Landesbischof Meister in einen gesellschaftlichen Prozess eingebunden sein, "der nach einem Leben im Einvernehmen mit der Schöpfung Gottes sucht". Das betreffe nicht nur die Aufzucht und Pflege von Tieren, sagte Meister. "Sondern auch ihre Schlachtung und Verwertung sowie den Handel und - entscheidend - den Preis, den Verbraucher für dieses Fleisch zu zahlen bereit sind."

"Es geht darum, die Güter, die man zum Leben braucht, so herzustellen, dass sie nicht auf Kosten der Natur, unter dem Missbrauch der tierischen Mitgeschöpfe und unter unsozialen Bedingungen erzeugt werden", fügte er hinzu. Seinen Besuch in dem Aktivstall verstehe er als kleinen Beitrag zum Dialog zwischen Kirche und Landwirtschaft. "Ich habe heute wieder einmal gesehen, dass alle Anstrengung für eine tiergerechte Aufzucht auch vom Konsumenten durch einen angemessenen Preis für das Produkt honoriert werden müssen." So könne jeder einen Beitrag für das Tierwohl leisten.

Die Bauernfamilie Mörixmann in Hilter hat ihren Schweinestall vor drei Jahren in einen bewegungsfreundlichen "Aktivstall" für Schweine umgebaut. Dort haben die Tiere rund 50 Prozent mehr Platz gegenüber dem konventionellen Haltungssystem. Die Schweine können durch Ein- und Ausgänge verschiedene Stallbereiche und Räume spielerisch erkunden. Dazu gehören etwa Fressbereiche mit Kraftfutter, Heu, Maissilage, Stroh, Lecksteinen, frischem Wasser und Bademöglichkeiten, helle Stallbereiche mit Duschen und Spielzeugen sowie dunklere Ruhebereiche, ein Bällebad, eine "Wühlhalle" und eine Frischluftterrasse. (epd)

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Studierende besuchen Flüchtlingslager im Libanon

Landesbischof verabschiedet am Flughafen

Landesbischof Meister hat elf Studierende aus Göttingen und Hildesheim vor ihrem Abflug in den Libanon am Flughafen verabschiedet. Sie wollen klären, wie evangelische Schulen für Flüchtlingskinder aus Syrien unterstützt werden können. Die Reise gehört zur Initiative „Begegnen, stärken, lernen – das Engagement der Landeskirche Hannovers in Syrien und im Libanon“. Auch das Land Niedersachsen fördert die Reise. „Neben der richtigen und wichtigen kirchlichen Hilfe für Geflüchtete in Deutschland wollen wir auch den Menschen helfen, die bewusst in Syrien geblieben sind. Sie versuchen in ihrer Heimat trotz Verfolgung und Gefahr zu überleben. Ihnen gilt das Signal, das wir mit dieser Reise senden: Wir sehen, wie schwer die Lage für euch vor Ort ist und stehen mit allen uns möglichen Mitteln an eurer Seite,“ sagt Meister.

Die fünf Mitreisenden aus Göttingen studieren Lehramt Evangelische Religion. Die Mitreisenden der Universität Hildesheim studieren unter anderem Lehramt und Internationale Kommunikation und Übersetzen. „Diese Studierenden haben biographische Wurzeln in der Region und sprechen Arabisch“, sagt Annette Lützel, die das Projekt von Seiten der Universität Hildesheim koordiniert. So könne leicht Kontakt zu Lehrkräften und Schülerinnen und Schülern entstehen.

„Begegnen, stärken und lernen steht bei unserem Engagement in Syrien und im Libanon im Mittelpunkt,“ beschreibt Landesbischof Ralf Meister die Grundintention der Initiative . „An den evangelischen Schulen in Syrien und den Schulen in den Flüchtlingslagern in den Grenzgebieten sitzen muslimische Schülerinnen und Schüler neben christlichen Kindern. Dort wird nicht nur Mathematik gelehrt, sondern auch ein Miteinander. Die Lehramtsstudierenden, die heute abreisen, können ihre Kompetenzen an dieser Stelle einbringen und dabei nicht nur lehren, sondern auch lernen. Ich danke ihnen allen, dass sie sich auf den Weg machen und wünsche ihnen eine behütete Reise.“

Die Studierenden-Gruppe bleibt für eine Woche im Libanon. „Wir wollen schauen, was dort gebraucht wird und uns am Unterricht beteiligen“, sagt Daniel Küchenmeister, Hochschulpastor in Göttingen, der von kirchlicher Seite das Projekt mitbetreut. Die Studierenden aus Deutschland wollen zum Beispiel Sport-, Theater-, Zirkus und Bastel-Angebote für die Schülerinnen und Schüler machen. Die Kinder sind im Alter von fünf bis zwölf Jahren. „In diesen Schulen wird die tägliche Dialog zwischen den Religionen geübt, in keiner der Schulen ist die Mehrheit der Kinder christlich“, sagt Küchenmeister. Besonders wichtig sei der Besuch auch für die Lehrkräfte im Libanon, betont der Pastor: „Für die Lehrkräfte ist er von hoher symbolischer Bedeutung, er zeigt, dass wir sie nicht im Stich lassen.“

Geplant ist die Reise als Auftakt. Wenn möglich, sollen im kommenden Jahr mehrmals Studierende aus Göttingen und Hildesheim für je zwei Wochen an den Schulen im Libanon helfen. Im Libanon leben ca. 1,5 Millionen geflüchtete Menschen aus Syrien in Flüchtlingslagern. Die National Evangelical Synod of Syria and Lebanon (NESSL) betreibt sechs Schulen für geflüchtete Kinder im Libanon.
(Pressestelle der Landeskirche)

Hier können Sie die Reise der Studierenden verfolgen: https://www.zukunft-fuer-syrien.de/
Auf der Seite finden Sie auch Informationen dazu, wie Sie sich für die Menschen in Syrien und Libanon engagieren können.

Bild: Harald Koch/Landeskirche Hannovers

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Wie lebt es sich als konfessionelle Minderheit?

Tagung der Meissen-Kommission in Erfurt

Das kirchliche Leben als konfessionelle Minderheit in der Diaspora und die Gemeinschaft von Christen über Kirchen- und Konfessionsgrenzen hinweg waren Thema der Tagung der Meissen-Kommission, der jeweils fünf Vertreter und Vertreterinnen der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD) und der Kirche von England angehören. 

Der Meissen-Prozess wurde 1988 in Sachsen auf der Grundlage der Meissener Erklärung ins Leben gerufen. Mit seiner Hilfe arbeiten beide Kirchen an Schritten zu einer sichtbaren Kirchengemeinschaft. Er führte in den vergangenen drei Jahrzehnten zu vielfältigen Begegnungen und Vereinbarungen zwischen deutschen und englischen Gemeinden. Nach der Brexit-Entscheidung in Großbritannien bekommt dieser Prozess auch eine neue politische Bedeutung auf europäischer Ebene. Darüber werden Landesbischof Ralf Meister und der Bischof von Leeds, Nick Baines, am Buß- und Bettag (21.11.18, 19.30 Uhr) in der Marktkirche in Hannover diskutieren.

Die Tagung endete am Sonntag mit einem zweisprachigen Abendmahlsgottesdienst in der Erfurter Augustinerkirche, der von den beiden Co-Vorsitzenden gestaltet wurde. Der anglikanischen Bischof Jonathan Gibbs aus Huddersfield in der Diözese Leeds gestaltete die Liturgie, Landesbischof Meister hielt die Predigt.

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Bild: Mitglieder der Meissen-Kommission in Erfurt, Foto: Christoph Ernst, EKD

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Wir sind Vielfalt

43. Interkulturelle Woche 2018 in Hannover eröffnet

Vertreter der christlichen Kirchen haben in Hannover die 43. Interkulturelle Woche eröffnet. Der evangelische Landesbischof Ralf Meister, der katholische Propst Martin Tenge und Archimandrit Gerasimos Frangoulakis von der Griechisch-Orthodoxen Metropolie gestalteten gemeinsam den ökumenischen Gottesdienst in der evangelischen Pauluskirche. Meister betonte, in den kommenden Tagen werde während der bundesweit mehr als 5.000 Veranstaltungen deutlich werden, dass "viele Menschen sich für Menschenrechte und Demokratie einsetzen und das Motto 'Vielfalt verbindet' lebendig werden lassen".

Propst Tenge sagte, Hilfe für Menschen, die wegen existenzieller Notlage aus ihrer Heimat geflohen und zu uns gekommen sind, sei "oberste Pflicht". Dies gebiete das universale Menschenbild. Zwar sei das Neben- und Miteinander von Menschen aus verschiedenen Nationen, Kulturen und Religionen herausfordernd. Zu oft werde heute jedoch übersehen, wie sehr die Gesellschaft durch diese Vielfalt auch bereichert werde. "Vom christlichen Menschenbild her ist jeder Mensch ein Geschenk und eine Bereicherung."

Beim anschließenden Empfang im "Haus der Religionen" erteilten Politiker und Verbandsvertreter allen nationalistischen und fremdenfeindlichen Bestrebungen eine Absage. Unter ihnen waren Sozialministerin Carola Reimann, Hannovers Oberbürgermeister Stefan Schostok (beide SPD), Aigün Hirsch vom Flüchtlingsrat Niedersachsen und Antonella Serio vom Deutschen Caritasverband.

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Bild: Webseite Interkulturelle Woche

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50 Jahre Gastfreundschaft

Seit 1968 leben und arbeiten die Hannoverschen Landesbischöfe in der Haarstraße

Im Herbst 1968 kaufte die Hannoversche Landeskirche das Haus in der Haarstraße 6 als Bischofssitz. Der damalige Bischof Hanns Lilje zog mit seinem Team von der Calenberger Straße 54 in die Nähe des Maschsees um.

Nach ihm arbeiteten die Landesbischöfe Eduard Lohse und Horst Hirschler und die Landesbischöfin Margot Käßmann an diesem Ort. Bis auf Landesbischof Lohse lebten sie auch alle in diesem Haus.

Viele Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen fanden hier ihren Arbeitsplatz, und bis vor wenigen Jahren lebten auch die Referenten und Referentinnen des Bischofs und der Bischöfin in der Wohnung unter dem Dach.

Sie alle waren aus Anlass des Jubiläums zu einem festlichen Kaffeetrinken eingeladen. Erinnerungen wurden ausgetauscht an die Zeit, als man noch vom Balkon aus den Spielstand auf der Anzeigetafel des Niedersachsenstadions erkennen konnte. Seit dem Bau des Sprengelmuseums ist das nicht mehr möglich. Aber alle, die heute in der Bischofskanzlei leben und arbeiten, wissen: Wie Hannover 96 gespielt hat, kann man von hier aus immer noch hören. 


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Bild: Jens Schulze

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