Landesbischof Ralf Meister

Ralf Meister wurde am 26. März 2011 zum Landesbischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers eingeführt. Er ist damit Leitender Geistlicher der größten Landeskirche der EKD.

Profile-small

Klar für Demokratie eintreten im Wahljahr 2017

Landesbischof Ralf Meister hat für das Wahljahr 2017 dazu aufgerufen, Nüchternheit und Gelassenheit zu bewahren. "Andernfalls besteht die Gefahr, dass wir in einen Populismus abgleiten, in dem allgemeine Gewissheiten durch Verdächtigungen und Lügen erschüttert werden", sagte der evangelische Theologe im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd). Er sei trotz aller Skandalisierungen im vergangenen Jahr von Grund auf optimistisch, dass die überwältigende Mehrheit der Deutschen fest zur Demokratie stehe, sagte Meister. "Auch wenn wir im rechten oder linken Spektrum politische Ausreißer haben, die auch mal zweistellig werden können, bleibt die Stabilität unserer Staatsform bestehen."

Diese Stabilität sei jedoch nur dann gewährleistet, wenn Parteien, Verbände und Vereine immer wieder klar für Demokratie einträten, betonte der Bischof. Zurzeit sei zwar weltweit eine kritische politische Entwicklung zu beobachten, doch die dürfe nicht zu "einem apokalyptischen Szenario der Hoffnungslosigkeit" gemacht werden. "Wir müssen noch deutlicher die Allianzen zeigen, die sich zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung bekennen."

Zu den wichtigen zivilgesellschaftlichen Akteuren gehöre auch die Kirche. Sie müsse sich daran gewöhnen, als ein Partner unter vielen anderen auch wechselnde Bündnisse einzugehen. Das könnten sowohl andere Verbände sein als auch der Staat, Nichtregierungsorganisationen oder Spontan-Initiativen. Wesentlich sei dabei, verbindlich und verlässlich zu bleiben, sagte Meister. "Wir müssen das, was wir versprechen, auch tun und können nicht morgen behaupten, wir hätten es uns anders überlegt."

Seit kurzem sammele die hannoversche Landeskirche als größte Mitgliedskirche in der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) Erfahrungen in sogenannten Dialog-Foren. "Wir führen zum Beispiel auf Wochenmärkten offene Gespräche mit Menschen, die nicht in unsere Gottesdienste kommen, sondern sich eher kritisch zur Gesellschaft verhalten und nach Orientierung suchen." Die bisherigen Begegnungen waren Meister zufolge sehr positiv, weil es trotz unterschiedlicher Auffassungen wie etwa in der Flüchtlingsfrage möglich war, konstruktiv miteinander zu reden.

"Die Kirche agiert eben nicht für die Kirche, sondern für das Gemeinwohl und das soziale Miteinander in unserem Land", unterstrich der Bischof. Pastoren und andere kirchliche Mitarbeiter müssten sich in ihrer täglichen Arbeit immer wieder fragen, was sie für ihr Dorf oder ihren Stadtteil tun könnten. "Und da ist es dann auch wichtig, das Geld nicht nur für die Renovierung der Orgel zu sammeln, sondern auch für das Familienzentrum oder irgendeine andere soziale Initiative, die das ganze Dorf haben will."

copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen
1483036940.medium_hor

Bild: Bild: Jens Schulze

1379676735.xs_thumb-

Er kommt in die Freude und in die Angst

Es muss ein Faltposter aus der Apothekenrundschau gewesen sein. Jahr um Jahr hing dieses Bild Die Anbetung der Heiligen Drei Könige von Rogier van der Weyden in der Advents- und Weihnachtszeit über dem kleinen Sideboard neben dem Esstisch bei uns zu Hause. Mit Tesa-Film an der Wand befestigt, wurde es mit den Jahren immer etwas schäbiger an den Ecken, und die Knickfalze druckten trübe Linien über das Bild. Doch die prachtvolle Szene mit der entrückt schauenden Maria, dem greisen Joseph, dem nackten Kind und den Königen in reich verzierten Gewändern in einer zerfallenen Hütte blieb immer farbenreich anschaulich. Dieses Bild löste für mich die Kinderphantasien von weihnachtlichen Schneebildern mit einer frierenden heiligen Familie ab, denen ich am liebsten meine Winterjacke und meine Bettdecke geschenkt hätte.

Die Farbenpracht und die Intimität der Szene im Dreikönigsbild von Rogier von der Weyden fasziniert mich bis heute. Oft stand ich lange davor und empfand es als unglaublich, dass man überhaupt eine solche Malerei schaffen konnte. Viele Details dieses großartigen Altarbildes regten bei mir in den ersten Jahren neue Phantasien an: Wohin liefen die Menschen in der Stadt? Warum hatten die Könige nach ihrer wochenlangen Reise noch so pieksaubere Kleidung? Wollte keiner das Dach im Stall reparieren oder wenigsten die Fenster abdichten? Erst vor wenigen Jahren sah ich das Bild zum ersten Mal im Original in der Alten Pinakothek in München und sofort war - mitten im Sommer - Weihnachten. Ich sah meine Eltern und meine Geschwister am Heiligen Abend vor dem Putenbraten und Rotkohl am Esstisch sitzen.

Mir ist als Jugendlicher erst nach einigen Adventjahren das kleine, besondere Detail aufgefallen: Das Kruzifix an der Rückwand des Stalles. Schlicht und am Mittelpfeiler so aufgehängt, als sei es das Selbstverständlichste, dass der Gekreuzigte hinter dem neugeborenen Jesuskind hängt. Der Gekreuzigte schon gegenwärtig mitten in der Heiligen Nacht? Geburt und Tod nebeneinander. Es gibt kein Leben ohne Anschauung des Todes.

„Schau, wie das Knäblein Sündelos / Frei spielet auf der Mutter Schoß! / Und dort im Walde wonnesam / Ach, grünet schon des Kreuzes Stamm.“ So dichtet Eduard Mörike in Auf ein altes Bild.

Das wollen wir nicht, dass uns ins Idyll der Weihnachtsnacht auch noch die Traurigkeit hineingerät. Diese geretteten schönen Stunden sollen doch frei bleiben von Abschied und Tod. Das mag ein schöner Gedanke sein, aber er bleibt eine Illusion. Denn in jedem Weihnachtsfest schwingt doch der Abschied immer schon mit. Der Abschied aus der Kinderweihnacht, dem faszinierenden Zauber dieser Nacht, der immer wie ein großes Wunder über uns kam und uns in tagelange Aufregung versetzte. Dazu kamen die nicht erfüllten Wunschzettelwünsche. Doch viel wichtiger wurden die späteren Abschiede und auch Traurigkeiten von den eigenen, so tief gegründeten Träumen: ein Weihnachten noch einmal mit allen Kindern, ein Weihnachten noch einmal mit der kranken Mutter? Ein Weihnachten...?

Das Wunder dieser Nacht ist nicht nur glückschwingendes Läuten aus einer fernen Welt, sondern trägt die ganze vergängliche Welt in diese Stunden. Und darin auch die Melancholie, dass die schönsten Augenblicke immer schon Vergänglichkeit atmen. In Krippe und Kreuz steht uns das vor Augen. Auch unsere Weihnachtslieder erzählen von dieser unlösbaren Verbindung: In „O du fröhliche, O du selige, Gnadenbringende Weihnachtszeit“ singen wir „Christ ist erschienen, uns zu versühnen. Freue, freue dich, o Christenheit“. Auch „Ihr Kinderlein kommet“ klingt zunächst sehr nach Krippenidylle. Doch in der fünften Strophe heißt es: „O betet: Du liebes, du göttliches Kind, was leidest du alles für unsere Sünd! Ach hier in der Krippe schon Armut und Not,  am Kreuze dort gar noch den bitteren Tod.“

Nah kommt Gott uns, ganz nah. In unseren Krippenmomenten, wenn wir uns über Neues freuen, wenn wir aufbrechen und hoffnungsvoll in die Zukunft sehen. Und in unseren Kreuz-Erfahrungen, wenn wir verzweifelt sind, wenn wir nichts Gutes sehen können und unsere Kräfte ans Ende kommen. Er kommt in die Freude und in die Angst. In den Abschied wie in den Anfang. Alle Schritte unseres Lebens sind schon mit seiner Gegenwart gefüllt.

Der Ruf des göttlichen Engels über dem Stall von Bethlehem ist nie verstummt: „Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude!“ Er klingt herüber zu uns in jeder Heiligen Nacht und begleite Sie durch diese Weihnachtszeit!

Ihr

Ralf Meister


Zur Weihnachtspredigt von Landesbischof Meister

 

1482574168.medium

Bild: Rogier van der Weyden, Anbetung der Könige, Columba-Altar, Bayrische Gemäldesammlung, No: 50010412

1379676735.xs_thumb-

Beachtung der Sicherheitsmaßnahmen zu Weihnachten

Die hannoversche Landeskirche wendet sich als größte evangelische Mitgliedskirche in Deutschland in einem Brief an ihre knapp 1.400 Kirchengemeinden. Hier heißt es unter anderem, dass die Sicherheitsmaßnahmen, die den Gemeinden ohnehin empfohlen würden, noch einmal besonders beachtet werden sollten, sagte Kirchensprecher Benjamin Simon-Hinkelmann. Dazu gehöre unter anderem, Telefonnummern von Rettungsdiensten parat zu haben oder auch bei vollen Kirchen Fluchtwege freizuhalten.

"Darüber hinaus vertrauen wir auf die gute Zusammenarbeit mit den Sicherheitsbehörden und der Polizei vor Ort, wenn auch klar ist, dass es keine absolute Sicherheit geben kann", betonte Simon-Hinkelmann. In diesem Jahr komme den Weihnachtsgottesdiensten eine zentrale Bedeutung zu: "Jedes 'Fürchtet Euch nicht' setzt ein Zeichen gegen Angst, Hass und Gewalt und für ein friedliches Miteinander in unserer Gesellschaft."

Nach dem Terroranschlag in Berlin von Montagabend verzeichnen die Kirchen in Niedersachsen zahlreiche Anfragen zu Sicherheitsvorkehrungen bei den bevorstehenden Weihnachtsgottesdiensten. Der leitende evangelische Theologe Renke Brahms in Bremen kann sich nicht vorstellen, dass die kirchlichen Feiern mit dem Maschinengewehr geschützt werden. "Das passt nicht zur Weihnachtsgeschichte, die wir mit den Worten predigen: Fürchtet euch nicht", sagte Brahms.

Es sei klar, dass es eine Verunsicherung gebe. "Die müssen wir als Seelsorger wahrnehmen, begleiten und in Worte fassen. Wir müssen damit aber auch leben." Die Weihnachtsgeschichte selbst spiele in unsicheren Zeiten, erinnerte Brahms, der auch Friedensbeauftragter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ist. "Und trotzdem wagen es die Engel, vom Frieden auf Erden zu singen." Wenn die Kirche ihre Gottesdienste aus Sicherheitsgründen einschränke, ginge sie den Terroristen "geradezu auf den Leim". Er vertraue der Polizei, dass sie die Situation im Auge behalte und sich gegebenenfalls melde, wenn weitergehende Maßnahmen ergriffen werden müssten.

Aus der Braunschweiger und Oldenburger Kirche sowie aus der Evangelisch-reformierten Kirche mit Sitz in Leer hieß es, dass die Kirchen in engem Kontakt zu den Behörden stünden und alle notwendigen Vorkehrungen zur Sicherheit der Gottesdienstbesucher getroffen würden. Über Einzelheiten könne keine Auskunft gegeben werden. (epd/red)


1379676735.xs_thumb-
1482318815.medium_hor

Bild: Jens Schulze

Hass und Zorn sind keine Antwort

Worte des Schocks: Trauer, Tränen und Schmerz. Ratlosigkeit und Angst. Verzweiflung und Unsicherheit. Und Worte des Zorns: Entsetzen und Wut. Verfolgung und Strafe. Dazu drängt sich auf die Liste des Hasses: Fluch und Rache. Verdammnis und Tod.

In großer Trauer gedenken wir der Menschen, die auf dem Weihnachtsmarkt in Berlin durch einen Terroranschlag getötet oder verletzt wurden. Wir beklagen die Toten vor Gott, beten um Genesung für die Verletzten, bitten um Trost für die Angehörigen. Mit den Worten des Schocks treten wir vor Gott. Wir bergen sie in unseren Gebeten und sprechen mit den Worten des 39. Psalms: „Höre mein Gebet, Herr, und vernimm mein Schreien; schweige nicht zu meinen Tränen.“ So wahren wir die Würde der Opfer und treten aus der Wiederholungsschleife der Nachrichten und  den schnellen Verdächtigungen.

So kann auch verhindert werden, dass Hass eine Antwort auf den grauenvollen Terroranschlag ist. Wir dürfen uns nicht aufhetzen lassen. Nicht von Attentätern, nicht von Kommentatoren, nicht von Provokationen in den sozialen Netzwerken. Für die Aufklärung und Strafverfolgung vertrauen wir auf die Stärke des demokratischen Rechtsstaats. Und in die Liste der Hassworte diktiert Gott: „Rächt euch nicht selbst, meine Lieben, sondern gebt Raum dem Zorn Gottes“ (Römerbrief 12, 9). Rache und Vergeltung liegen nicht in unserer Hand. Nicht mit Worten, nicht mit Werken. Das auszuhalten wird schwer, weil unsere Gefühle uns in Versuchung führen. Gönnen wir den Attentätern nicht unseren Hass! Antworten wir mit der Haltung, die sie vernichten wollen: Furchtlosigkeit.

Die Botschaft der Weihnachtsnacht lautet: Fürchtet Euch nicht! Dieses Versprechen bleibt die Grundlage jeder freien Gesellschaft. Halten wir daran fest!

Ralf Meister


Birthe Ullmann
vor 2 Monaten
Sehr geehrte Damen und Herren,
werden die Kommentare auf Ihrer Homepage "zensiert"?
Gestern hatte ich hier einen Kommentar geschrieben, der zunächst erschien und nun verschwunden ist. Woran liegt das?
Über eine Rückmeldung würde ich mich sehr freuen.
Bischofskanzlei
vor 2 Monaten
Sehr geehrte Frau Ullmann,
nein, Ihr Beitrag wurde von uns nicht gelöscht. Wir können nicht erklären, wo Ihr Kommentar geblieben ist.
Wir behalten uns allerdings das Recht vor, Beiträge zu löschen, wenn Persönlichkeitsrechte von Menschen missachtet werden, indem sie diffamiert oder diskriminiert werden. Wir löschen auch, wenn mit Kommentaren die Grenzen des guten Geschmacks überschritten werden.
Freundliche Grüße und gute Wünsche zum Weihnachtsfest aus der Bischofskanzlei der Landeskirche Hannovers
1379676735.xs_thumb-

Zum Anschlag auf den Weihnachtsmarkt in Berlin

"Ich bin zutiefst betroffen über den furchtbaren menschenverachtenden Anschlag in Berlin. Meine Gedanken und Gebete sind bei den Verstorbenen und Verletzten, ihren Familien und Freunden. Ebenso bei den Rettungs- und Polizeikräften und allen, die diesen Anschlag unmittelbar erleben mussten.

Jetzt in Berlin und an so vielen anderen Orten weltweit sind in den letzten Wochen und Monaten Menschen brutal ermordet worden. Es ist für mich unfassbar, zu welchen Taten Menschen fähig sind.

Die weihnachtliche Botschaft „Fürchte dich nicht“ droht angesichts von so viel Gewalt unsere Herzen nicht mehr zu erreichen. Und doch können uns nur das Gebet und das Innehalten vor Rache und bösem Denken bewahren. Ich glaube fest daran, dass dem, der sich an die Weihnachtskrippe stellt, die Waffe aus der Hand genommen wird.

Ich hoffe, dass die Debatten über Sicherheit und die Verteidigung unserer freien Gesellschaft gegen Gewalt und Terrorismus die Balance zwischen Freiheit und Sicherheit behalten."

1482223405.medium

Bild: unbekannt

Wolfgang Banse
vor etwa einem Monat
Der Terror hat durch das Attentat auf dem Weihnachtsmarkt in der Nähe der Kaiser- Wilhelm Gedächtniskirche Deutschland erreicht..Es tat gut dass in der kathol. Bischofskirche St Hedwig Erzbischof Dr. Koch zu einer Trauerandacht lud,ein Trauergottesdienst in der Kaiser- Wilhelm- Gedächtniskirche mit ökumenischer Beteiligung gefeiert wurde.Mein Mitgefühl und Anteilnahme gehört den Angehörigen.Hass sollte nicht mit Hass beantwortet werden. Wolfgang Banse
1379676735.xs_thumb-

Aleppo: Kirchen müssen helfen

Landesbischof Ralf Meister beklagt angesichts der verzweifelten Lage der Menschen im syrischen Aleppo ein kollektives Versagen der Weltgemeinschaft. "In den Medien sehen wir fast apokalyptische Bilder einer beinahe vollständig zerstörten Stadt, durch deren kaputte Straßen Menschen irren, die versuchen, ihr Leben zu retten", sagte der evangelische Theologe im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd): "Diese Bilder haben für mich einen endzeitlichen Charakter."

Vor diesem Hintergrund sei es eine besondere Herausforderung, in zehn Tagen an Heiligabend über die Weihnachtsgeschichte zu predigen, die mit dem Statthalter Quirinius in Syrien ihren Anfang nahm. Die Geschichte von der Geburt Jesu, die voller Verheißung, Zuversicht und Hoffnung sei, beginne genau in dem Land, das sich seit Jahren in einer katastrophalen Situation befinde. "Man traut sich kaum, das nebeneinanderzusetzen, weil der Kontrast so groß ist", betonte Meister.

"Wir können in unseren Weihnachtsgottesdiensten nicht allein die Botschaft bringen, dass Gott es schon irgendwann richten wird", unterstrich der Bischof. Vielmehr müssten Gottesdienstbesuchern Möglichkeiten zur Hilfe aufgezeigt werden. "Das kann ein so kleiner Schritt sein, dass er vielleicht nur aus der Kollekte für die Diakonie Katastrophenhilfe besteht." 

Auch wenn die Situation schrecklich und hoffnungslos erscheine, müssten die Kirchen daran mitwirken, dass es in Aleppo und ganz Syrien wieder Leben und eine Infrastruktur gebe, unterstrich der Theologe. Die hannoversche Landeskirche unternehme seit einiger Zeit gemeinsam mit der Evangelisch-reformierten Kirche "einen verzweifelten Versuch, durch Partnerschaften zu helfen". In Syrien unterstützten die Kirchen vier Schulen, eine davon sei in Aleppo. Den letzten Kontakt habe es vor drei Wochen gegeben. 

Im neuen Jahr sei geplant, angehende evangelische Religionspädagogen der hannoverschen Landeskirche zu Schulpraktika in die großen Flüchtlingscamps in den Libanon zu schicken. Von den dort rund 400.000 lebenden Kindern könne zurzeit höchstens die Hälfte am Schulunterricht teilnehmen, weil es an Lehrern fehle.

"Wir brauchen jetzt das geballte Hoffnungsbündel, das in der Botschaft von der Geburt Jesus Christus steckt", sagte Meister: "Wenn wir unsere Hoffnung aufgeben, können wir auch gleich den Terroristen und den Folterknechten unsere Welt überlassen." (epd)
Birthe Ullmann
vor 2 Monaten
Sehr geehrter Herr Meister,
einige Teile Ihrer Wortwahl auf dieser Homepage betrachte ich mit Sorge.
Es heißt hier zum Beispiel, dass Sie "scharf verurteilen", dass Sie "warnen" und dass Sie "Versagen beklagen".
All diese Formulierungen klingen für mich wie Schuldzuweisungen und scheinen die Fronten eher zu verhärten. Ich bezweifle stark, dass diese Schuldzuweisungen der aktuellen Lage dienlich sind.
Es ist vielmehr an der Zeit, starke und zielgerichtete Entscheidungen zu treffen.
Es ist auch an der Zeit, nach Ursachen zu suchen und gegebenenfalls Richtungskorrekturen einzuleiten. Die Suche nach Schuld wird uns hier nicht weiterführen.

1379676735.xs_thumb-

Mehrheit steht zur Demokratie

Landesbischof Ralf Meister hat davor gewarnt, die Diskussion über die aktuelle Situation in Deutschland zu sehr auf eine Partei zu fokussieren. Die Wahlerfolge der AfD sollten nicht dramatisiert werden, sagte Meister der hannoverschen "Neuen Presse". "Die überwältigende Mehrheit der Gesellschaft steht ohne Wenn und Aber zur Demokratie."

Dennoch sei es wichtig, mit Anhängern von Pegida und AfD ins Gespräch zu kommen und über Verunsicherung und Fremdenfeindlichkeit zu sprechen, betonte Meister. Dazu plane die Landeskirche Gesprächsangebote auf Wochenmärkten. "Es ist ein Versuch, den Gesprächsfaden mit Menschen wiederaufzunehmen, die sich von diesem Staat und auch von uns als Kirche weit entfernt haben."

Mit Leitlinien für die Gemeinden will die Landeskirche verhindern, dass Extremisten bei der Wahl im März 2018 in die Kirchenvorstände einziehen. "Wer sich offen menschenverachtend äußert oder unsere demokratische Grundordnung ablehnt, kann weder Mitglied in einem Kirchenvorstand sein noch sich für so ein Amt zur Wahl stellen", sagte der Landesbischof der Zeitung. Das sei mit dem Evangelium Jesu Christi nicht vereinbar.

In der Handreichung würden aber ausdrücklich keine Ausschlusskriterien für Mitglieder bestimmter Parteien stehen. Sie solle auch keine Liste verbotener Äußerungen seien. "Es wird deutlich in der Verantwortung der Menschen vor Ort liegen, zu sagen, das, was der oder die da sagt, das geht nicht." Ziel sei nicht, Menschen bei fragwürdigen Aussagen sofort aus den Kirchenvorständen auszuschließen. Es gehe viel mehr darum, ins Gespräch zu kommen und "zu fragen: Was soll die Äußerung? Warum sagst du das?". (epd)


john quinn
vor 2 Monaten
Herr Bishoff i am complete with you about the lies in the media terrible the solidaritats steuer was a lie the 19% mehrwert steuer for a short time was a lie ,the not more than a millon was a lie ,die durfen nicht arbeiten was a lie ,I am happy that you have noticed the lies in the media well done
1379676735.xs_thumb-

Wolfsburg gehört zu den Reformationsstädten Europas

Die Stadt Wolfsburg wurde als zweite Stadt in Niedersachsen offiziell zur "Reformationsstadt Europas" ernannt. Der Grund für diese Ehrung sei die besondere Reformationsgeschichte der Region, in der im 20. Jahrhundert die Stadt Wolfsburg gegründet wurde, sagte ein Sprecher der Gemeinschaft Europäischer Kirchen in Europa (GEKE) dem epd. In einem Empfang im Rathaus werde GEKE-Generalsekretär Bischof Michael Bünker aus Wien eine Urkunde an Wolfsburgs Oberbürgermeister Klaus Mohrs (SPD) und den hannoverschen Landesbischof Ralf Meister überreichen. Die Stadt wurde 1938 gegründet, um Wohnraum für Arbeiter des Volkswagenwerkes zu schaffen.

Die Wolfsburger Reformationsgeschichte sei "komplex", sagte Bernd Jaeger von der Geschäftstelle der GEKE. Im 16. Jahrhundert habe das heutige Stadtgebiet unterschiedlichen Bistümern und Herrschaftsgebieten angehört. Wie vielerorts seien die Reformationsprozesse nicht konfliktfrei verlaufen. Allerdings habe der auf der "Wolfsburg" residierende Adlige Hans von Bartensleben (1512-1583) einen bemerkenswerten Beitrag zum religiösen Frieden und zur Glaubenstoleranz geleistet. Er habe für seinen Herrschaftsbereich durchgesetzt, dass die lutherische und die römisch-katholische Konfession friedlich nebeneinander bestehen konnten.

Derzeit tragen 75 Städte in 15 Ländern, darunter auch Bremen und Emden, den Titel "Reformationsstadt Europas". Europas Protestanten hatten den Wettbewerb zum 500. Jahrestag der Reformation ausgeschrieben, der 2017 gefeiert wird. Die Städte können mit der Auszeichnung die Marke "Reformationsstadt Europas" als Motto über ihre Veranstaltungen zum Reformationsjubiläum stellen. Die Initiative zielt auf Partnerschaften zwischen Kirchen und Kommunen ab. Dabei geht es um die Bereiche Kunst, Kultur und Tourismus sowie Geschichte und Spiritualität. Die Stadt trage den Titel offiziell bereits seit August dieses Jahres, hieß es. (epd)


Bild: Jens Schulze

1379676735.xs_thumb-
1480960554.medium_hor

Bild: Nico Herzog (HAZ)

Trauerfeier für 

Hans Werner Dannowski 

Rund 800 Menschen haben bei einer Trauerfeier in Hannover Abschied von dem früheren evangelischen Stadtsuperintendenten Hans Werner Dannowski genommen. In der voll besetzten Marktkirche kamen am Montag Angehörige, Freunde und Weggefährten zusammen. Landesbischof Ralf Meister würdigte den Theologen in der Traueransprache als großartigen Prediger und klugen Weltbeobachter. Dannowski war in der Nacht zum vergangenen Montag nach schwerer Krankheit im Alter von 83 Jahren gestorben. 

"Er hat Menschen neugierig gemacht auf ein undogmatisches Christentum", sagte Meister. Dabei habe Dannowski "fröhlich viele Grenzen übersprungen". In Hannover sei er zum Vermittler zwischen Stadt und Kirche geworden. Der Landesbischof hob besonders Dannowskis Einsatz für das Gespräch der Religionen hervor. Immer wieder habe er Gegensätze überwunden: "Das Miteinander des Verschiedenen und Fremden war Anspruch und Verlockung." (epd)

Die Traueransprache im Wortlaut
1379676735.xs_thumb-

Adventlicher Austausch mit Äbtissinnen

Die Äbtissinnen der fünf Calenberger Klöster, der sechs Lüneburger Klöster und der vier freien Stifte waren zum adventlichen Austausch zu Besuch bei Landesbischof Meister. Sie stehen den Gemeinschaften in den Klöstern und Stiften im Verwaltungsbereich der Klosterkammer Hannover vor. Einmal im Jahr diskutieren sie auf Einladung des Landesbischofs mit ihm theologische Fragen und aktuelle Anliegen im Bereich des Klosterlebens.

Ihre Häuser sind Teil einer einzigartigen Landschaft von Frauenklöstern und Stiften in Niedersachsen, in denen seit ihrer Gründung alleinstehende Frauen in geistlicher Gemeinschaft leben. In der Reformationszeit wurden die Häuser nicht aufgelöst, sondern als evangelische Einrichtungen weitergeführt.

Bild: Jens Schulze

Weitere Posts anzeigen