Landesbischof Ralf Meister

Ralf Meister wurde am 25. November 2010 von der 24. Landessynode gewählt und am 26. März 2011 zum Landesbischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers eingeführt.

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KV-Wahltour: Vorletzte Station
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KV-Wahltour Station 2: Calberlah
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KV-Wahltour - Station 1

Zum Auftakt seiner Rundreise am Wahltag machte Landesbischof Meister Station in den Kirchengemeinden Eisdorf und Nienstedt im Kirchenkreis Harzer Land. In Eisdorf dankte Ralf Meister im Wahllokal dem Wahlvorstand und nahm am Gottesdienst in der St. Georgs-Kirche teil, der von den Konfirmandinnen und Konfirmanden mitgestaltet wurde.

Ralf Meister sagte im Gottesdienst: "Mein Dank ist ein doppelter: Er gilt allen, die diese Wahl in der Kirchengemeinde vorbereitet haben und die heute dafür sorgen, dass am Wahltag alles funktioniert. Und ich danke allen Kandidatinnen und Kandidaten. Sie tragen entscheidend dazu bei, Gemeinschaft im Ort und in der Kirchengemeinde zu gestalten."

Nach dem Gottesdienst traf der Landesbischof noch einen der wohl jüngsten Wähler der Landeskirche: Der 14-jährige Jannik feierte gestern Geburtstag und durfte so nicht nur beim Vorstellungsgottesdienst der Konfirmandinnen und Konfirmanden mitwirken, sondern auch wählen.

Im Anschluss sprach der Landesbischof in Nienstedt mit den Wahlhelferinnen und Wahlhelfern und den Kandidatinnen und Kandidaten bevor er sich auf den Weg in die Kirchengemeinde Calberlah im Kirchenkreis Gifhorn machte.

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Bild: Landesbischof Meister mit Jannik, der gestern seinen 14. Geburtstag feierte.

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Landesbischof am Wahltag auf Besuchstour

Landesbischof Ralf Meister besucht am morgigen Wahltag (11. März 2018) fünf Kirchengemeinden in den Kirchenkreisen Harzer Land, Gifhorn, Peine und Stolzenau-Loccum.
Vorher erzählt er im Video, warum es entscheidend ist, bei der Kirchenvorstandswahl seine Stimme abzugeben.


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Kirche mitgestalten - wählen gehen

Liebe Leserin, lieber Leser,

Kirche mit mir. Das Motto der Kirchenvorstandswahlen am 11. März 2018 regt zu Kombinationen an: Kirche mit Ideen, mit Mut, mit Begeisterung. Kirche mit Weitblick für mein Dorf oder meinen Stadtteil. Dafür stehen über 15.000 Menschen, die sich in unseren Kirchen­ und Kapellengemeinden zur Wahl stellen.
Sie alle sind bereit, sich für ihre Kirchengemeinde einzusetzen und mit ihrem Wissen einen wertvollen Dienst für das kirchliche Leben vor Ort zu leisten. Allen Kandidatinnen und Kandidaten bin ich von Herzen dankbar.

Kirchenvorstandswahlen im März sind wie ein vorgezogenes Pfingstfest, weil viele Menschen vom Heiligen Geist angesteckt sind und sich in den Dienst der guten Botschaft stellen wollen. Und Hunderttausende machen sich auf, ihnen das Vertrauen auszusprechen.
So bitte ich auch Sie: Gehen Sie ins Wahllokal.
Unterstützen Sie Ihre Kandidatinnen und Kandidaten – und machen Sie damit auch deutlich, dass Ihnen „Kirche vor Ort“ am Herzen liegt.
Am 11. März: Kirche mit mir – und hoffentlich auch mit Ihnen!
Ihr
Ralf Meister

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Bild: Besuch beim KV Bexhövede; Foto: Pressestelle Landeskirche

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Syriens Kinder

Es waren 10 leere Zeilen. Mit einer ungewöhnlichen Erklärung hat das UN-Kinderhilfswerk UNICEF die heftigen Angriffe auf das syrische Rebellengebiet Ost-Ghuta in der vergangenen Woche angeprangert. "Keine Worte werden den getöteten Kindern, ihren Müttern, ihren Vätern und ihren Angehörigen gerecht", so beginnt die Mitteilung. Dann folgen zehn leere Zeilen, dann das Wort "Ende". Ein wortloser Aufschrei.

400.000 Menschen sind seit Monaten in der von Regierungstruppen umzingelten Gegend eingeschlossen und werden attackiert. Hilfsgüter kommen nicht an, die medizinische Versorgung ist zusammengebrochen. Besonders trifft es die Kinder. Auf den Fotos, die uns erreichen, sind immer wieder Kinder zu sehen. Ein Kinderfuß, der aus einem Leichensack ragt. Kleine Kinder inmitten von zerstörten Häuserfeldern.

Syriens Kinder wachsen zu einer verlorenen Generation heran. Sie erleben ihre Kindheit zwischen Bombardierungen und Belagerungen. Ohne regulären Schulunterricht, ohne Zeit zum Spielen. Alles um sie herum ist zerstört und grau. Was wird aus Kindern, die in ihren ersten Lebensjahren so etwas erleben müssen?

Die Bilder der hilflosen Kinder machen sprachlos. Doch mein Zorn über grausame Diktatoren, über gewissenlose Söldner und Kriegsverbrecher wächst und wächst. Ich möchte mit einem Psalmwort schreien: Die Frevler sollen zu den Toten fahren, … denn er wird den Armen nicht für immer vergessen; die Hoffnung der Elenden wird nicht verloren sein ewiglich… (Lass ) die Völker erkennen, dass sie Menschen sind.  (Psalm 9, 20+21)

Das Leiden der hilflosen Zivilisten ist unerträglich. Ich bete und hoffe, dass Diplomatie zuerst eine Waffenruhe bringt. Und vielleicht kann unser reiches und sicheres Land für einige Tausend Überlebende dieser Hölle ein kleines Zeichen aktiver Hilfe geben. Die Sprachlosigkeit braucht konkrete Handlungsschritte und Optionen der Hoffnung, seien sie auch noch so klein. Ein Resettlementprogramm für betroffene Familien wäre eine Möglichkeit.

Zwischenruf von Landesbischof Meister am 25.2. auf NDR 1


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Bild: www.tafel.de

Bricht die Solidarität?

Ist es ein Skandal oder nur Ausdruck dessen, was in unserer Gesellschaft gerade geschieht? Die Essener Tafel gibt Lebensmitteln nur noch an Bedürftige aus, die einen deutschen Personalausweis vorlegen können.
Statement auf Anfrage vom RedaktionsNetzwerkDeutschland (RND):

"Zunächst: Tafeln sollten nicht dafür da sein, die Grundversorgung der Menschen sicherzustellen, die in Deutschland leben. Das ist Aufgabe des Staates. Tafeln sind ein segensreiches Zusatzangebot und springen immer dann ein, wenn es gilt, kurzfristig zu helfen oder Menschen in sozialen Notlagen ein wenig mehr Lebensqualität zu ermöglichen. So sollte es sein. Doch in der Realität sind die Tafeln für viele Menschen ein unverzichtbarer Anlaufpunkt, um nicht hungern zu müssen. Das ist der eigentliche Skandal.

In Essen darf diese politische und gesellschaftliche Schieflage jetzt nicht auf dem Rücken der Schwächsten im Land ausgetragen werden. Hier sind alle Verantwortlichen gefordert, eine Lösung zu finden. In unserem Land muss klar sein: Wer bedürftig ist, dem wird geholfen. Das gilt für staatliche Stellen ebenso wie für zivilgesellschaftliche Initiativen. Und dabei darf die Nationalität der Hilfesuchenden keine Rolle spielen. Von diesem Grundsatz dürfen wir keinen Millimeter abrücken. Sonst bricht die Solidarität – und damit die Nächstenliebe, ohne die unsere Gesellschaft nicht existieren kann."


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"SchönerHeit" geht den Blicken voraus

"Die Bilder von Julia Krahn eröffnen nicht nur einen neuen, verwandelten Blick auf Menschen, sondern sie erinnern an eine Schönheit, die allen Blicken vorausgeht und ihren Grund in Gott hat", sagte Landesbischof Meister zur Eröffnung der Foto-Ausstellung "SchönerHeit" in der Marktkirche Hannover.

Die in Italien lebende und international ausgezeichnete Fotografin Krahn hatte zusammen mit Dr. Dagmar Ulrich-Meister das Konzept entwickelt und die Bewohner und Bewohnerinnen vor fünf Jahren nach Motiven des Hohenliedes Salomos, einem Liebeslied aus der Bibel, auf zärtliche und teils erotische Weise ins Bild gesetzt. Dabei gehe es auch darum, das gängige Schönheitsideal zu hinterfragen, sagte sie. Elf Aufnahmen aus der insgesamt 26 Bilder umfassenden Wanderausstellung "SchönerHeit" sind bis zum 7. März zu sehen. Sie war bereits in Göttingen, Bremerhaven, Hildesheim und Verden zu sehen.

Alle zwölf Projektteilnehmer leben in Einrichtungen des "Diakovere"-Annastifts, dem größten Rehabilitationszentrum für körperbehinderte Menschen in Niedersachsen. Für die Bewohner sei es wichtig gewesen, nicht wegen ihrer Behinderung wahrgenommen zu werden, sagte Geschäftsführer Ulrich Spielmann. Bis heute müssten sie um ihre gesellschaftliche Anerkennung kämpfen: "Die Fotografien zeigen uns die einzelnen Menschen, ohne sie zur Schau zu stellen."

Zum Begleitprogramm der Ausstellung gehören ein Gottesdienst am 4. März um 10 Uhr mit der früheren Landesbischöfin Dr. Margot Käßmann sowie ein Kunstgottesdienst mit Marktkirchen-Pastorin Hanna Kreisel-Liebermann am 25. Februar um 18 Uhr. Zur Finissage am 7. März kommen die Fotomodelle zu einer Gesprächsrunde in die Marktkirche. (epd/red.)


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Bild: epd/Julia Krahn

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Passionszeit - Fastenzeit

Ich verzichte in der Passionszeit auf Fleisch. Zeitweilig auf Fleisch zu verzichten ist in Niedersachsen für mich ein besonders Zeichen. Das Land lebt stark von der Fleischproduktion. Im Schnitt essen die Deutschen mehr als 60 Kilo Fleisch pro Jahr. Ich bin noch groß geworden mit der klassischen Aufteilung: Fleisch gab es sonntags oder zu Festtagen. In der Woche Fleisch zu essen war eine große Ausnahme. Da ist es wichtig, auch mal Verzicht zu üben und sich zu überlegen: Ist das Ausmaß meines aktuellen Fleischkonsums eigentlich gut so?
Die Art und Menge der Fleischproduktion ist so nicht zukunftsfähig. Wir werden die wachsende Weltbevölkerung mit dieser Form der Fleischerzeugung nicht satt bekommen, ohne das Ökosystem der Erde massiv zu schädigen. Ich nehme an vielen Gesprächen mit Landwirten teil. Gerade Verbandsvertreter sagen mir: Der Strukturwandel wird weitergehen, und weitere Schritte sind notwendig. Dabei darf allerdings die Existenz der Landwirte nicht gefährdet werden.

Ralf Meister

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Bild: Privat

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Psalmen eines Ketzers

20. Aschermittwoch der Künste mit dem Dichter Uwe Kolbe im Literaturhaus St. Jakobi Hildesheim

Zum Aschermittwoch der Künste, so hat es sich eingebürgert, laden die Ev.-luth. Landeskirche und die Hanns-Lilje-Stiftung abwechselnd in eine Kirche oder einen Kulturort ein. Mit der 20. Ausgabe ist beides auf einmal gelungen: Erstmals war der Aschermittwoch der Künste zu Gast in Hildesheim, wo das Literaturhaus St. Jakobi eine der vier offiziellen Kulturkirchen der Landeskirche ist.

Der Ort war bewusst gewählt, denn in diesem Jahr stand die Literatur im Mittelpunkt. 160 Gäste aus Kunst, Kultur, Kirche und Gesellschaft erlebten ein dreistündiges anspruchs- und niveauvolles Programm. Mit Uwe Kolbe, dem in Ostberlin aufgewachsenen und in Dresden lebenden Lyriker, war ein Autor zu Gast, der sich in seinem jüngsten Gedichtband von den Psalmen hat inspirieren lassen. Kolbe einzuladen, war eine spannende Wahl, denn der Schriftsteller bezeichnet sich selbst als Ketzer und Heide. Dem kirchlichen Mainstream ist er jedenfalls in keiner Weise zuzuordnen.

Doch selbst wenn Kolbe sich nicht an den christlichen Gott wendet: Seine persönlichen Psalmen sind an eine „höhere Instanz“ adressiert. Dabei kann es sich um die Liebe oder etwas nicht näher Benanntes handeln. „Transzendenz“ ist ein Begriff, auf den Kolbe an diesem Mittag in Hildesheim immer wieder zurückkommt. Zugleich habe er hohen Respekt vor dem Gebets- und Liederbuch des Alten Testaments, sagte der 1957 geborene Autor im Gespräch mit Landesbischof Ralf Meister und Privatdozentin Julia Koll von der Evangelischen Akademie Loccum.

Meister berichtete, dass ihn Kolbes „Psalmen“ nun schon seit Wochen begleiten. Jeder habe das Recht, seine persönlichen Loblieder zu verfassen. Psalmen seien ja „Texte von Menschen über ihre Beziehung zu Gott, nicht Texte, die Gott an die Menschen richtet“. In Kolbes Dichtungen hätten ihn besonders die Passagen berührt, die den Punkt beschreiben, in dem sich die Zeit auflöst. Denn aufgelöste Zeit, so der Landesbischof, sei Ewigkeit.

Den Weg in die Thematik hatte eine ungewöhnliche Darbietung des 90. Psalms bereitet: Uwe Kolbe las den Psalm, und der Musiker Lars Stoermer improvisierte dazu auf dem Saxofon. Harsche, ungewohnte Klänge entlockte Stoermer dem Instrument und schickte sie mit der Loop Station in Endlosschleifen – eine stimmige Vertonung des Psalms, der sich so intensiv mit den letzten Dingen auseinandersetzt: „Das macht Dein Zorn, dass wir so vergehen, und Dein Grimm, dass wir so plötzlich dahinmüssen.“ Christoph Dahling-Sander, Sekretär der Hanns-Lilje-Stiftung, griff den Faden später auf und schloss den Kreis, indem er „Variationen zu Psalm 90“ vorstellte.

Der Kunstempfang der Landeskirche war für das Literaturhaus St. Jakobi zugleich ein Präludium für die zweite Spielzeithälfte. Die wird am 8. März 2018 von Margot Käßmann eingeläutet, die sich Martin Luther King widmen wird.

Text: Fabian Töpfer/red.


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Bild: Dethard Hilbig

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