Landesbischof Ralf Meister

Ralf Meister wurde am 25. November 2010 von der 24. Landessynode gewählt und am 26. März 2011 zum Landesbischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers eingeführt.

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Passionszeit - Fastenzeit

Ich verzichte in der Passionszeit auf Fleisch. Zeitweilig auf Fleisch zu verzichten ist in Niedersachsen für mich ein besonders Zeichen. Das Land lebt stark von der Fleischproduktion. Im Schnitt essen die Deutschen mehr als 60 Kilo Fleisch pro Jahr. Ich bin noch groß geworden mit der klassischen Aufteilung: Fleisch gab es sonntags oder zu Festtagen. In der Woche Fleisch zu essen war eine große Ausnahme. Da ist es wichtig, auch mal Verzicht zu üben und sich zu überlegen: Ist das Ausmaß meines aktuellen Fleischkonsums eigentlich gut so?
Die Art und Menge der Fleischproduktion ist so nicht zukunftsfähig. Wir werden die wachsende Weltbevölkerung mit dieser Form der Fleischerzeugung nicht satt bekommen, ohne das Ökosystem der Erde massiv zu schädigen. Ich nehme an vielen Gesprächen mit Landwirten teil. Gerade Verbandsvertreter sagen mir: Der Strukturwandel wird weitergehen, und weitere Schritte sind notwendig. Dabei darf allerdings die Existenz der Landwirte nicht gefährdet werden.

Ralf Meister

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Bild: Privat

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Psalmen eines Ketzers

20. Aschermittwoch der Künste mit dem Dichter Uwe Kolbe im Literaturhaus St. Jakobi Hildesheim

Zum Aschermittwoch der Künste, so hat es sich eingebürgert, laden die Ev.-luth. Landeskirche und die Hanns-Lilje-Stiftung abwechselnd in eine Kirche oder einen Kulturort ein. Mit der 20. Ausgabe ist beides auf einmal gelungen: Erstmals war der Aschermittwoch der Künste zu Gast in Hildesheim, wo das Literaturhaus St. Jakobi eine der vier offiziellen Kulturkirchen der Landeskirche ist.

Der Ort war bewusst gewählt, denn in diesem Jahr stand die Literatur im Mittelpunkt. 160 Gäste aus Kunst, Kultur, Kirche und Gesellschaft erlebten ein dreistündiges anspruchs- und niveauvolles Programm. Mit Uwe Kolbe, dem in Ostberlin aufgewachsenen und in Dresden lebenden Lyriker, war ein Autor zu Gast, der sich in seinem jüngsten Gedichtband von den Psalmen hat inspirieren lassen. Kolbe einzuladen, war eine spannende Wahl, denn der Schriftsteller bezeichnet sich selbst als Ketzer und Heide. Dem kirchlichen Mainstream ist er jedenfalls in keiner Weise zuzuordnen.

Doch selbst wenn Kolbe sich nicht an den christlichen Gott wendet: Seine persönlichen Psalmen sind an eine „höhere Instanz“ adressiert. Dabei kann es sich um die Liebe oder etwas nicht näher Benanntes handeln. „Transzendenz“ ist ein Begriff, auf den Kolbe an diesem Mittag in Hildesheim immer wieder zurückkommt. Zugleich habe er hohen Respekt vor dem Gebets- und Liederbuch des Alten Testaments, sagte der 1957 geborene Autor im Gespräch mit Landesbischof Ralf Meister und Privatdozentin Julia Koll von der Evangelischen Akademie Loccum.

Meister berichtete, dass ihn Kolbes „Psalmen“ nun schon seit Wochen begleiten. Jeder habe das Recht, seine persönlichen Loblieder zu verfassen. Psalmen seien ja „Texte von Menschen über ihre Beziehung zu Gott, nicht Texte, die Gott an die Menschen richtet“. In Kolbes Dichtungen hätten ihn besonders die Passagen berührt, die den Punkt beschreiben, in dem sich die Zeit auflöst. Denn aufgelöste Zeit, so der Landesbischof, sei Ewigkeit.

Den Weg in die Thematik hatte eine ungewöhnliche Darbietung des 90. Psalms bereitet: Uwe Kolbe las den Psalm, und der Musiker Lars Stoermer improvisierte dazu auf dem Saxofon. Harsche, ungewohnte Klänge entlockte Stoermer dem Instrument und schickte sie mit der Loop Station in Endlosschleifen – eine stimmige Vertonung des Psalms, der sich so intensiv mit den letzten Dingen auseinandersetzt: „Das macht Dein Zorn, dass wir so vergehen, und Dein Grimm, dass wir so plötzlich dahinmüssen.“ Christoph Dahling-Sander, Sekretär der Hanns-Lilje-Stiftung, griff den Faden später auf und schloss den Kreis, indem er „Variationen zu Psalm 90“ vorstellte.

Der Kunstempfang der Landeskirche war für das Literaturhaus St. Jakobi zugleich ein Präludium für die zweite Spielzeithälfte. Die wird am 8. März 2018 von Margot Käßmann eingeläutet, die sich Martin Luther King widmen wird.

Text: Fabian Töpfer/red.


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Bild: Dethard Hilbig

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Bild: Landeskirche Schaumburg-Lippe

Glückwünsche zum 60. Geburtstag

Als Vorsitzender des Rates der Konföderation evangelischer Landeskirchen in Niedersachsen gratuliert Landesbischof Ralf Meister am 13. Februar 2018 dem schaumburg-lippischen Landesbischof Dr. Karl-Hinrich Manzke zum 60. Geburtstag:

"Im Namen der evangelischen Kirchen in Niedersachsen gratuliere ich meinem Amtsbruder Karl-Hinrich Manzke ganz herzlich zum Geburtstag! Wir sind ihm außerordentlich dankbar für sein großes Engagement in unserer Landeskirche als früherer Superintendent und als ideenreiches ehemaliges Mitglied der Landessynode.

Als Landesbischof in Schaumburg-Lippe hat er sich intensiv für ein gutes Miteinander der niedersächsischen Kirchen eingesetzt und das Ziel einer engeren Gemeinschaft nicht aus dem Auge verloren. Mit großem Respekt und Dank verfolgen wir, wie er als Catholica-Beauftragter der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands das Ziel der Annäherung und Einigung  der Konfessionen verfolgt. Sein hoher theologischer Sachverstand, seine Lust an Intellektueller Auseinandersetzung und seine offenherzige Kommunikation sind ein Segen für die Gemeinschaft der niedersächsischen Kirchen.

Wir wünschen Karl-Hinrich Manzke Gottes Segen und weiterhin geistreiche Ideen für seinen Dienst für die evangelische Kirche."


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Bild: Landeskirche Hannovers

Ordensritter "Humoris causa"

Wer denkt, dass der Norden keinen Karneval feiern kann, irrt.

Landessuperintendent Eckhard Gorka (Hildesheim) wurde von der Karnevalsgesellschaft Funkenartillerie Blau-Weiss Batterie Süd Hannover Döhren e.V. bei der großen Galasitzung "Döhren Alaaf" zum Ritter des Ordens "humoris causa" ernannt.

Die Laudatio hielt Landesbischof Ralf Meister, der die Auszeichnung im letzten Jahr bekommen hat.

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Beirat zum Theologischen Studienjahr in Jerusalem

Ein Jahr in Jerusalem leben und lernen: Für bislang mehr als 900 evangelische und katholische Theologiestudierende wurde dieser Traum wahr. Seit 1973 bietet das Theologische Studienjahr an der Dormitio Abtei in Jerusalem die Möglichkeit, zwei intensive Studiensemester in Jerusalem zu verbringen. 

Nun wurde ein Beirat gebildet, der sich zur Gründungssitzung in Jerusalem traf. Zum Beirat gehört neben Prof. Dr. Christoph Markschies und Annette Schavan und anderen auch Landesbischof Meister.

Gemeinsam mit dem Verein "Studium in Israel" wurde das "Theologische Studienjahr in Jerusalem" 2017 mit dem Edith-Stein-Preis 2017 ausgezeichnet.

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Bild: Pia Schauerte

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Neuen Vorstandssprecher eingeführt

Landesbischof Ralf Meister hat den neuen Vorstandssprecher Hans-Joachim Lenke (59) in sein Amt an der Spitze der Diakonie in Niedersachsen eingeführt. Die Erwartungen an Lenke seien hoch, sagte Meister im Einführungsgottesdienst in der Marktkirche in Hannover. Das Diakonische Werk sei in der Sozialpolitik der stärkste zivilgesellschaftliche Partner in Niedersachsen. "Die Stimme der Diakonie wird gehört." 

Meister ergänzte: "Vom Vorsitzenden erwarten wir nicht nur eine profunde Analyse der Lage, nicht nur ein Gespür für die Nöte und Sorgen der Menschen und ein klares Wort." Nötig sei auch ein Teamplayer, der mit den anderen Vorstandsmitgliedern, den Menschen in der Diakonie und weiteren Partnern in einer Gemeinschaft lebe, in der einer auf den anderen achte. 

Lenke rief in seiner Predigt dazu auf, sich an der biblischen Botschaft und Gottes Wort zu orientieren. Das bedeute, Menschen in Not zu helfen, Einspruch zu erheben, wenn sich die Mächtigen abkoppelten und Schwache unter unwürdigen Bedingungen leben müssten. Der christliche Glaube könne nicht ohne Konsequenzen sein. (epd)
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Bild: Stefan Heinze

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NDR-Zwischenruf: Und - was haben die daraus gelernt?

Wie sehr hat meine Generation gehofft, dass unsere Gesellschaft die dunklen Schatten aus der Geschichte hinter sich lässt: Nationalsozialistisches Gedankengut, Rassismus, Antisemitismus. Vergeblich. Allein schon die Meldung, dass in einigen Städten Juden vermeiden, sich öffentlich mit einer Kippa sehen zu lassen, ist erschütternd. Zum gestrigen "Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus" gab es in vielen Parlamenten besorgte Reden. Andere allerdings fühlen sich aufgerufen, dieses Gedenken ad acta zu legen.

Vor ein paar Tagen ging ein Vorschlag der Berliner Staatssekretärin Sawsan Chebli durch die Medien. Sie hat sich für Pflichtbesuche in Konzentrationslagern ausgesprochen. Das müsse auch für Zuwanderer gelten. Ob es mit Pflichtbesuchen getan ist?

Als ich vor drei Wochen mit meinen Kindern (17 und 18 Jahre alt) in der zentralen Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem war, fragte nach zwei Stunden schweigendem Gang durch die Ausstellung meine Tochter: „Und Oma hat da schon gelebt?“ Wir spürten alle sofort, dass dieses Gedenken keine historische Erinnerung ist, sondern einen unmittelbaren Ort in allen deutschen Familien hat und haben muss.

Dieser Gedenktag bleibt ein Stachel im Fleisch.  Er ist die Verantwortung allen Opfern des Nationalsozialismus, denen Name, Recht und Leben genommen worden ist, die Würde zu geben. Er ist die bleibende Verantwortung für die Versöhnung mit den jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern zu arbeiten.

Auch unsere Kindeskinder werden einmal durch die Ausstellungen und die Erinnerungsorte gehen und über meine Generation fragen: „Und- was haben die daraus gelernt?“

Ralf Meister

Zwischenruf zum Hören

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Bild: Wikipedia/Yad Vashem, Halle der Namen

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Gedenkbitte im Gottesdienst am 28. Januar 2018

In die Verfassung der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers wurde vor einiger Zeit eine grundlegende Aussage zum Judentum aufgenommen:

„Die Landeskirche ist durch Gottes Wort und Verheißung mit dem jüdischen Volk verbunden. Sie achtet seine bleibende Erwählung zum Volk und Zeugen Gottes. Im Wissen um die Schuld unserer Kirche  gegenüber Juden und Judentum sucht die Landeskirche nach Versöhnung. Sie fördert die Begegnung mit Juden und Judentum.“

Angesichts des wachsenden Antisemitismus hat Landesbischof Meister die Kirchengemeinden in der hannoverschen Landeskirche für den Sonntag Septuagesimae, den 28. Januar, darum gebeten, im Gottesdienst an diese Verbundenheit zu erinnern und sie zu stärken. Zugleich ist dieser Sonntag auch Kirchentagssonntag:

„Was für ein Vertrauen.“ Unter diesem Motto kommt der Kirchentag im nächsten Jahr nach Dortmund. Der Kirchentagssonntag will uns bereits einstimmen. Dieser Sonntag fällt in diesem Jahr eng zusammen mit dem Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, dem 27. Januar.

Es gehört zur guten Tradition von Kirchentagen, dass sie vor dem eigentlichen Auftakt innehalten. Beim „Gedenken zu Beginn“ geht der Blick zurück und richtet sich zugleich auf gegenwärtiges Unrecht. Beides gehört zusammen. Dieser Tradition folgen wir.

Wir blicken zurück: Vor 73 Jahren wurden das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau und das Konzentrationslager Auschwitz befreit. Orte, die uns mahnen, zu welch  unvorstellbarer Grausamkeit Menschen in der Lage sind. Jedes Jahr erinnert der 27. Januar an alle Opfer des Holocaust.

Wir blicken auf die Gegenwart: Eine Gegenwart, die uns Sorgen machen muss. „Jude“ ist wieder ein Schimpfwort geworden. Ein Fünftel der Bevölkerung hat eine latent judenfeindliche Einstellung. Antisemitismus ist ein aktuelles Problem. Als Christinnen und Christen sind wir verpflichtet, in unserem engsten Umfeld, in unseren Gemeinden, in unserer Landeskirche und wo immer es nötig ist, gegen jede Form von Antisemitismus aufzustehen. Aus der Erinnerung wächst die Verantwortung für unsere Zukunft. Treten wir gegen alle Kräfte an, die Jüdinnen und Juden bei uns und in der Welt in Verruf und in Gefahr bringen! Widersprechen wir laut, wenn unsere jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger diskriminiert werden. Antisemitismus ist Sünde gegen die Menschheit und gegen Gott. (Ökumenischer Rat der Kirchen, 1948)

Gott, in dessen Namen wir zusammen sind.
Im Namen des Vaters, der Himmel und Erde geschaffen hat und Israel zu seinem Volk gemacht hat.
Im Namen Jesu Christi, Sohn Israels und Erstgeborener aus den Toten,
der uns herbeigeführt hat aus der Fremde.
Im Namen des Heiligen Geistes, der uns hilft, für den Schalom in dieser Welt einzutreten.
In seinem Namen feiern wir Gottesdienst.

Amen.


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Bild: Stephan Czuratis/Wikipedia

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Bild: Jens Schulze

Tag der Reformation als Feiertag

Wir freuen wir uns, dass die Länder Niedersachsen, Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein überlegen, den Reformationstag als gesetzlichen Feiertag einzuführen. In ökumenischer Verbundenheit und unter Beteiligung anderer Religionen, aber auch mit Menschen ohne religiöse Bezüge, gelangen uns während des Reformationsjubiläums intensive Begegnungen. Dazu gehörte auch die kritische Auseinandersetzung mit theologischen Irrtümern der Reformatoren. Die übervollen Gottesdienste in allen Landeskirchen am Reformationstag 2017 zeigten, dass er breit in der Gesellschaft verankert ist. Selten zuvor hat ein Festtag religionsübergreifend, ökumenisch und weltoffen so viele Menschen in unserem Land, ja international, mit in das Nachdenken über Herkunft und Zukunft unserer Gesellschaft gezogen. Der Tag der Reformation als gesetzlicher Feiertag würde nicht nur das historische Erbe pflegen, sondern muss auch reformatorische Impulse in die Gegenwart übersetzen und für die Zukunft fruchtbar machen.

Ralf Meister für die Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen

Infos und Statements zum Tag der Reformation als Feiertag

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Bild: Thorsten Bollmann

Besuch auf der "Grünen Woche" 

Niedersachsen gilt als Agrarland Nummer 1 unter den Bundesländern. Landesbischof Meister besucht deshalb als Vorsitzender des Rates der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen jedes Jahr die „Grüne Woche“ in Berlin, um in der Niedersachsenhalle mit den Ausstellern ins Gespräch zu kommen.
Beim traditionellen „Niedersachsenabend“ traf er Barbara Otte-Kinast, Niedersächsische Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.
Bis zum 29. Januar 2017 treffen sich mehr als 80 niedersächsische Aussteller auf rund 2.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche. Das Landwirtschafts- und das Umweltministerium suchen mit eigenen Ständen das Gespräch mit den Besuchern über Tier- und Umweltschutz.


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