Landesbischof Ralf Meister

Ralf Meister wurde am 25. November 2010 von der 24. Landessynode gewählt und am 26. März 2011 zum Landesbischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers eingeführt.

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Bild: Bischofskanzlei


„Ich habe noch Blumen 
aus der Wildnis im Arme,
ich habe noch Tau in meinen Haaren
aus Tälern der Menschenfrühe.“


Diese Bruchstücke frommer Poesie von Gertrud von le Fort (1876-1971) berühren Karfreitag und Ostern auf behutsame Weise. Sie lassen an die Menschen denken, die als Zeuginnen und Zeugen der Kreuzigung unter dem Kreuz geblieben sind. Als alle fliehen, bleiben sie. Durch den Schleier ihrer Tränen sehen sie nur verschwommen. Es ist, als trügen sie den Karfreitag wie ein Dornengebinde im Arm. Lange ist da keine Spur von ausgelassenem Osterjubel. Tief hat die Kreuzigung Spuren ins Leben gegraben. Wie wandeln sich die Dornengebinde in den Armen in Blumen neuen Lebens? Wann befreit sich der Lobpreis  aus dem Schweigen? Wann leuchtet neues Leben im Licht des österlichen Morgens? Wann ändert sich etwas in unserer Gesellschaft, die zutiefst unsicher ist über ihren Weg?

Die Grundlagen auf denen unser Miteinander ruht, werden zweifelhaft: Die unbedingte Achtung des Fremden, die bedingungslos gewährte Barmherzigkeit, das Geschenk der Gnade, die gemeinsamen Tränen über alle Gewalt, die Versöhnung mit Tätern. Viele große Bewegungen, die aus unserem Glauben prägend sind, drohen verloren zu gehen. Wir kennen die Argumente, wir kennen die Scheu und die Sorge vor der Religion. Jeder religiöse Satz, egal von wem gesprochen, wird schnell als ein unlauterer Eingriff in die Persönlichkeitsrechte empfunden. Ja, richtig: Wir wissen um die Schuld, die im Namen des Glaubens entstanden ist. Und dennoch: Ist diese Welt ohne Religion nur ein wenig humaner geworden, menschenfreundlicher? 

Ostern kommt und zeigt das menschenfreundliche Gesicht der Religion inmitten allen Leidens, aller Ängste, aller Trauer. Nicht mit einer mächtigen Proklamation. Auferstehung  ist eine Kraft, die aus der Kreuzigung kommt und das Leben behutsam und mit Hoffnung durchdringt. Sie lässt uns zurückkehren aus Tränen, Schweigen und Ratlosigkeit. „Christ ist erstanden!“. Dieser Ruf trägt nicht, wo er als steile Behauptung daherkommt. Es gehört eine tiefe Erfahrung zu ihm. Erst dann sprießen Blumen aus Dornen. Ein Lobpreis entwindet sich dem Schweigen und eine Hoffnung sprengt die Furcht. Deshalb sprechen wir von der Hoffnung, die uns erfüllt, durch alle Kreuzigungserfahrung hindurch. „Christ ist erstanden!“ In ihm dürfen wir Hoffnung für die Welt und uns Menschen haben.

Gesegnete Tage wünscht Ihnen
Ihr

Ralf Meister

Birthe Ullmann
vor 6 Tagen
"Lacht nicht über uns Kelten.
Wir bauen kein Parthenon,
dazu fehlt uns der Marmor.
Aber wir wissen zu Herz und
Gemüt zu reden." Ernest Renan
Im Jahr 56 vor Christus hat Julius Caesar die Kelten in der Bretagne geschlagen - Druidenkulte wurden untersagt und die keltischen Sprachen wurden verdrängt.
Die Geschichte vieler Religionen ist auch immer eine Geschichte von Geltungsstreben und Macht.
Feindesliebe kann doch kein ureigener Wert christlicher Eroberungszüge sein, oder?
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Erzbischof Makgoba beim Festgottesdienst in Wittenberg

Er war mit Landesbischof Meister zu Gast in Wolfsburg, als die hannoversche Landeskirche den Reformationstruck begrüßte: Erzbischof Makgoba aus Südafrika. Am 24. Mai wird er beim Festgottesdienst in Wittenberg die Predigt halten. Dieser Festgottesdienst ist zugleich der Abschluss des diesjährigen Deutschen Evangelischen Kirchentages.  

Die Forderung, er solle sich aus der Politik heraushalten, wird in Südafrika immer wieder an Bischof Thabo Makgoba herangetragen. Er empfindet das als den größten Affront. Das Oberhaupt der südafrikanischen Anglikaner sieht dies vielmehr als Pflicht. Die Kirche müsse für Chancengleichheit kämpfen und die Wahrheit sagen. Auf seine Predigt beim Festgottesdienst in Wittenberg darf man gespannt sein.

Lesen Sie mehr über den Festgottesdienst und seinen Prediger 
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Bild: Bischof Makgoba und Landesbischof Meister am Reformationstruck. Foto: Jens Schulze

Wolfgang Banse
vor 11 Tagen
Der Kirchentag in Berlin, Wittenberg, Potsdam 2017 ist ein Kirchentag der Superlative.Die Politik
prominenz gibt sich ein Stell dich ein. Mündige Christen sind auch EWahlberechtigte im Bezug auf die im Herbst anstehende Bundestagswahl.Eine große Freude ist es,dass der ehemalige Präsident der vereinigten Staaten von Amerika Obama und der der Erzbischof Makgoba dem Kirchentag bei wohnen.Gespannt darf man schon jetzt sein auf die Predigt beim Abschlußgottesdienst von Erzbischof Makgoba in WittenbergEine gute Wahl hat das Kirchentagspräsidium des Evangelischen Kirchentages mit dem Festprediger Makgoba und mit dem ehemaligen Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika Obama gemacht.
Birthe Ullmann
vor 11 Tagen
Ein gutes Vorbild in Bezug auf die Verbindung von Politik in Kirche ist in meinen Augen Konrad Adenauer. Am 19. April denken wir dieses Jahr an seinen 50. Todestag. Hierzu möchte ich gerne zwei Zitate von Konrad Adenauer anfügen, die mir sehr imponieren:
"Christ sein ist etwas Großes und so Schweres, dass man bescheiden sein und sagen sollte, wir wollen versuchen, Christen zu sein. Wir wollen unter keinen Umständen von uns behaupten, dass wir Christen schlechthin seien. Wir wollen versuchen, Christen zu sein, und wir wollen versuchen, auf diesem Wege langsam zu weiterer Vollkommenheit zu gelangen. Dabei müssen wir uns immer dessen bewusst sein, dass Vollkommenheit etwas ist, was nur den allerwenigsten Menschen auf dieser Erde beschieden sein kann."
Birthe Ullmann
vor 11 Tagen
Das zweite Zitat stammt aus dem Sommer 1963 und wurde von Konrad Adenauer an den baptistischen Evangelisten Billy Graham gerichtet:
"Ich freue mich über alle, die Menschen zu Gott führen, aber nehmen Sie mir bitte eine Bemerkung nicht übel: wenn ich sehe, wie sicher Sie im Glauben sind, bin ich froh, dass ich katholisch bin. Wissen Sie, als Katholik muss man nicht so sicher sein; da genügt es, wenn man den aufrichtigen Wunsch hat, glauben zu können. Glauben ist eine Gnade, die man nicht erzwingen kann."
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Sorge um Christinnen und Christen im Nahen Osten

Niedersachsens Bischöfe und Leitende Theologen haben die Anschläge auf zwei koptische Kirchen in Tanta und Alexandria (Ägypten) mit mehr als 30 Toten scharf verurteilt. In einem Kondolenzbrief an den Bischof der koptisch-orthodoxen Kirche in Deutschland, Anba Damian, schreibt der katholische Bischof Norbert Trelle aus Hildesheim, die Barbarei, mit der betende Menschen angegriffen worden seien, mache ihn fassungslos. Der evangelische Landesbischof Ralf Meister aus Hannover schreibt ebenfalls in einem Brief an Damian, er sei tief besorgt um die Zukunft der Christinnen und Christen im Nahen Osten.

"Ich fordere alle Religionsgemeinschaften und Regierungen dazu auf, religiösem Fanatismus und Hass zu widerstehen", formuliert Meister: "Es ist und bleibt unsere vorrangige Aufgabe, die Freiheit des Glaubens zu verteidigen." Der Geistliche Vizepräsident des hannoverschen Landeskirchenamtes, Arend de Vries, sagte, er sei entsetzt über die brutalen und menschenverachtenden Anschläge. Christinnen und Christen seien in Ägypten schon länger aufgrund ihres Glaubens "an Leib und Leben bedroht", sagte de Vries dem epd. In den Fürbitten der Karfreitags- und Ostergottesdienste solle an die "koptischen Geschwister" erinnert werden.

Bischof Trelle versicherte seinem Amtskollegen Damian "von Herzen meine tiefe Verbundenheit". Er schließe die Todesopfer, die Verwundeten und die betroffenen Familien und vor allem jene, die noch um ihr Leben kämpften, fest in sein Gebet ein, schrieb Trelle.

Auch Damian zeigte sich gegenüber epd erschüttert über die Terroranschläge. "Die Kopten weltweit sind empört und entsetzt", sagte er am Montag in Höxter. Dass inzwischen Kirchen direkte Angriffsziele der Terroristen seien, sei eine neue Qualität der Gewalt. Damit bestätige die Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) ihre Ankündigung: "Sie hat den Kopten den Krieg erklärt", sagte Damian. Der IS hat sich zu den Anschlägen bekannt. (epd)


Birthe Ullmann
vor 13 Tagen
Liebes Team der Bischofskanzlei,
ich empfinde es als sehr ungünstig, wenn der Landesbischof seine Anteilnahme nur an ausgewählte Länder richtet und nur auf einige der aktuellen Ereignisse bezieht.
Zu den Anschlägen in London und in Ägypten hat Landesbischof Meister sein Mitgefühl geäußert - Stockholm wurde hingegen ausgelassen. Warum??
Sind die Menschen, die ein Kaufhaus besucht haben, weniger erwähnenswert als Menschen, die sich in der Nähe eines Regierungspalastes oder in einer Kirche befinden???
Wolfgang Banse
vor 12 Tagen
Terroristen bestimmen den Alltag der Menschheit.Leid, Schmerz, Trauer erzeugen sie durch ihre Taten,wie in Berlin, London, Stockholm, St. Petersburg in Ägypten.Es fällt schwer in die fröhlichen Osterlieder wie Wir wollen alle fröhlich sein,ein zu stimmen.Den Angehörigen gehört mein Mitgefühl,meine Anteilnahme.Wolfgang Banse
Bischofskanzlei
vor 12 Tagen
Sehr geehrte Frau Ullmann,

beide Berichterstattungen beziehen sich auf persönliche Kondolenzschreiben des Landesbischofs. Zum Attentat in London ging sein Schreiben an den Bischof von Leeds, Nick Baines, Er und Landesbischof Meister sind Co-Vorsitzende der gemeinsamen Meißen Kommission der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Church of England, die einander eng verbunden sind.
Ebenso war es ein Gebot der Stunde, Bischof Damian in Höxter persönlich eine Kondolenz zu schicken. Höxter liegt auf dem Gebiet der hannoverschen Landeskirche und beide Bischöfe pflegen einen guten persönlichen Kontakt.
Mit guten Wünschen für die Karwoche grüßt Sie das Team der Bischofskanzlei.
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Bild: epd-Bild/Ralf Maro

Glückwünsche zum Pessachfest

Landesbischof Ralf Meister hat den jüdischen Gemeinden in Niedersachsen Glück und Segen zum bevorstehenden Pessachfest gewünscht. Er betonte dabei die Verbundenheit mit den Juden im Land.

Das Passah- oder Pessachfest, das in diesem Jahr vom 11. bis zum 18. April gefeiert wird, erinnert an den Auszug der Israeliten aus der ägyptischen Knechtschaft. "In der biblischen Überlieferung schwingt die Botschaft von Aufbruch und Neubeginn mit", schreibt Meister in seiner am Donnerstag veröffentlichten Grußbotschaft.

Meister erinnerte an die vor mehr als drei Jahren beschlossene Verfassungsänderung der hannoverschen Landeskirche, die einen Neubeginn in den Beziehungen zur jüdischen Gemeinschaft markiere. "Die alte christliche Gegenüberstellung von Kirche und Synagoge, der über Jahrhunderte eine christliche Abwertung der Synagoge zugunsten der Kirche zugrunde lag, erfährt einen Perspektivwechsel", schreibt der Bischof: "Synagoge und Kirche stehen als Geschwister nebeneinander."

Die evangelische Landeskirche will am 4. Mai in Hannover ein Kunstwerk mit dem Titel "Twins - ecclesia und synagoga" ("Zwillinge - Kirche und Synagoge") des belgischen Künstlers Johan Tahon einweihen, das laut Meister diesen Neubeginn zum Ausdruck bringen soll.
Wolfgang Banse
vor 13 Tagen
Den Geschwistern im jüdischen Glauben übermittle ich hiermit meine herzlichsten Segenswünsche zum diesjährigen Passah-und Pessachfest.Wolfgang Banse
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Sei ein Königskind!

Mit 700 Schülerinnen und Schülern vom Andreanum in Hildesheim feierte Landesbischof Ralf Meister Gottesdienst am letzten Schultag vor den Osterferien. "...der dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit" war das Leitmotiv der Predigt.
"Leben als Königskind heißt nicht immer, sanft durchs Leben getragen zu werden. Hinfallen ist leider normal. Wolke 7 ist der Ausnahmezustand, viel zu schnell kommen wir auf dem Boden der Tatsachen an" gab Meister den jungen Menschen mit und ermutigte sie, nicht aufzugeben in schwierigen Situationen:
"Gottes Königskinder bleiben nicht liegen. Sie richten ihre Krone und gehen weiter. Das ist nichts Angemaßtes, Gott selbst hat uns ja diese Krone geschenkt, damit wir aufrecht und strahlend durchs Leben gehen. ... Geh aufrecht durchs Leben, lass deinen Blick schweifen. Dann siehst du auch den, der am Boden liegt. Denn Krone richten und Weitergehen heißt auch: zu den anderen gehen. Als sich die Jünger Jesu darüber stritten, wer von ihnen der Größte, der König sei, da schärfte Jesus ihnen ein: Wer unter auch der Größte sein will, der sei der Diener von allen. Denn die Krone, die wir tragen, besteht aus Güte und Barmherzigkeit, nicht aus Herrschsucht und albernem Überlegenheitsgetue."  


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Bild: Bischofskanzlei

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Kritik am Fussballderby an Karsamstag

Landesbischof Ralf Meister hat die geplanten Fußballspiele der ersten und zweiten Bundesliga an den Ostertagen kritisiert. "Auch wenn das seit langem schon üblich ist und bei aller Sympathie für spannenden Fußball: Ich finde ich es irritierend, dass am Karsamstag und am Ostersonntag, dem höchsten christlichen Feiertag, Fußballspiele stattfinden".

Meister nahm vor allem den großen Polizeieinsatz zur Absicherung der Spiele mit großen Sicherheitsrisiko in den Blick. "Durch meine Gespräche mit der Polizei weiß ich von den hohen Belastungen der niedersächsischen Polizistinnen und Polizisten und finde es deshalb völlig unverständlich, dass sie an diesem zentralen christlichen Feiertag für ein Fußballspiel Dienst tun müssen."

Am Karsamstag findet in Hannover das emotionsgeladene Derby zwischen den Zweitligisten Hannover 96 und Eintracht Braunschweig statt. Anpfiff der stets von Rivalitäten der Fans begleiteten Begegnung ist um 13 Uhr im Stadion am Maschsee. Rund um die Spiele zwischen Hannover und Braunschweig war es in der Vergangenheit immer wieder zu gewalttätigen Auseinandersetzungen gekommen. Am Ostersonntag empfängt dann in der ersten Bundesliga Werder Bremen im Weser-Stadion den Hamburger SV zum brisanten Nordderby. (epd)


Wolfgang Banse
vor 16 Tagen
Die Kritik des landesbischofs der Ev. luth. Landeskirche Hannovers, Ralf Meister ist berechtigt was Fußballderby am Karsamstag anbetrifft.Ich schließe mich voll der Kritik des Landesbischofs Ralf Meister an .Wolfgang Banse.
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Bischöfe würdigen Notfallseelsorge

Hannover. Landesbischof Ralf Meister und der Hildesheimer Bischof Norbert Trelle haben den Einsatz der bundesweit rund 7.500 haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter in der Notfallseelsorge gewürdigt. "Sie werden gerufen, um gezielt auf akute Not zu reagieren - mit Schweigen, Hinhören, Reden", sagte der evangelische Bischof Meister am Freitag (31.3.2017) anlässlich eines bundesweiten Notfallseelsorge-Kongresses in Hannover. Der katholische Bischof Trelle dankte in dem Gottesdienst in der zentralen Marktkirche den Seelsorgerinnen und Seelsorgern für ihre Verlässlichkeit und den Mut, bei den Menschen zu sein, wenn deren Not am größten sei.

Mit der Notfallseelsorge hätten die Kirchen eine besondere Aufgabe im System der Rettungsdienste, sagte Meister. "Wir bleiben den Menschen nah und bieten einen Raum für Schrecken und Entsetzen, den sonst keiner bietet." Die Notfallseelsorger fragten die von einem Unglück betroffenen Menschen zuallererst nach ihren Bedürfnissen. "Das lässt dem anderen Menschen seine Entscheidungsfreiheit und seine Selbstbestimmung", sagte er. "Sie als Notfallseelsorgerinnen und Notfallseelsorger begleiten Menschen in ihrer Handlungsfähigkeit, bis sie selbst wieder eine Orientierung finden."

Dabei sei es wichtig, dass die Helfer auch wachsam für ihre eigenen Grenzen blieben, erläuterte der Landesbischof.

Bei einer Podiumsdiskussion am Samstag Vormittag zum Ende des Kongresses sagte Meister, Glaube und religiöse Gemeinschaft könnten nach Ansicht von Psychologen und Theologen die geistige Widerstandskraft von Rettungskräften stärken. Menschen benötigten stabile Ordnungssysteme, um in schweren Situationen seelisch robust bleiben zu können. "Der christliche Glaube ist da eine Stabilität im Leben, die hilft, auch wenn es einem so schlechtgeht, wie Jesus am Kreuz." Durch Gebete und prägnante Rituale könne der Glaube die Seele stabilisieren.

An dem Kongress im Hannover Congress Centrum nahmen rund 550 Notfallseelsorger sowie Mitarbeiter von Hilfsorganisationen, Rettungsdiensten und Feuerwehren teil. Das erstmals in Niedersachsen stattfindende Treffen wurde von der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers und dem katholischen Bistum Hildesheim gemeinsam organisiert.

epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen

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Bild: Bild: Daniel Rennen / pixelio.de

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"Bewährungsprobe für Endlagergesetz steht noch aus"

Hannover/Berlin. Landesbischof Ralf Meister hat den Beschluss des Bundestages für ein Endlager-Gesetz für Atommüll begrüßt. Es habe im Laufe der Diskussionen im Bundestag Nachbesserungen für eine frühzeitige und breite Bürgerbeteiligung bei der Suche nach einem Endlager für hochradioaktiven Atommüll gegeben. Darauf habe auch die vom Bundestag eingesetzte Kommission gedrungen, die das Gesetz vorbereitet hat, sagte der Landesbischof am Donnerstag im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd). Meister hatte die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) in der 32-köpfigen Kommission vertreten.

Der Bundestag hat am Donnerstag mit den Stimmen der CDU/CSU, der SPD und der Grünen der Regelung zur Suche nach einem Standort für radioaktiven Müll zugestimmt. Er war damit den Empfehlungen der Endlagerkommission gefolgt. "Das ist schon ein Erfolg", sagte Meister. "Die Bewährungsprobe für das Gesetz steht aber noch aus."

Das Standortauswahlgesetz sieht vor, Deutschland als "weiße Landkarte" zu betrachten und anhand eines wissenschaftsbasierten Verfahrens den am besten geeigneten Ort zu suchen. Keine Region wird bevorzugt, aber auch keine ausgeschlossen. Damit bleibt auch der umstrittene Standort Gorleben theoretisch im Verfahren. Zudem sieht das Gesetz vor, dass die Bevölkerung frühzeitig beteiligt wird. Für die Endlager-Suche wurde ein Nationales Begleitgremium aus Experten und vorab ausgewählten Bürgern eingesetzt.

Meister sagte, es komme jetzt darauf an, wie es dem Begleitgremium gelinge, Menschen zu beteiligen und ihre Mitsprachemöglichkeiten auch zu nutzen. "Sonst ist das Gesetz nur ein Papier mit schwarzer Schrift." Für die Öffentlichkeitsbeteiligung sieht das Gesetz dem Bischof zufolge ein komplexes Verfahren vor. Dabei sollten unter anderem die unterschiedlichen Interessengruppen in den Regionen zu Wort kommen, die möglicherweise für ein Endlager infrage kämen.

Der Landesbischof betonte zudem, der Salzstock im niedersächsischen Gorleben dürfe im Suchverfahren keinerlei Sonderrolle spielen und schon gar nicht als Vergleichsstandort dienen. "An dieser Stelle muss das Begleitgremium sehr aufmerksam sein." Gorleben ist bisher als einziger Standort erforscht worden. Kritiker befürchten deshalb dass die Suche letztlich weiterhin auf den Salzstock hinausläuft, solange Gorleben nicht ausdrücklich ausgenommen wird.

epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen
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Bild: Johannes Neukirch

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Anteilnahme

Zum Anschlag in London schrieb der Co-Vorsitzende der Meissen-Kommission, Landesbischof Ralf Meister, an den Co-Vorsitzenden The Rt Revd Nick Baines, Bishop of Leeds:

In schmerzlicher Anteilnahme sind wir mit Eurem Land verbunden. Das Gedenken für die Opfer des feigen Terroranschlags in London und die Bitte um Tröstung für die Angehörigen verbinden uns eng mit der Church of England. In der Fürbitte beten wir für die Genesung der Verletzten.
Es bleibt eine gemeinsame Herausforderung, als freie demokratische Gesellschaften den terroristischen Angreifern zu widerstehen, die sich in schändlicher Weise auf die Religion des Islam berufen. Die errungenen Freiheitsrechte unserer Länder sind in Jahrhunderten geformt worden und tragen die lange Geschichte konfessioneller und religiöser Auseinandersetzungen in sich. Wir sind als Kirchen gefordert, aus der Freiheit in Christus die Ermutigung zu empfangen, für unsere demokratischen Gemeinwesen zu kämpfen. Nicht die Rache regiert unser Handeln, nicht der Hass darf unsere Antwort sein. Wir verweigern den Tätern unsere Angst und leben aus der Gnade Gottes für eine versöhnte Gesellschaft.
In Christus verbunden grüsse ich von Herzen.
Wolfgang Banse
vor etwa einem Monat
Was geht in einem Menschen vor,der Menschen tötet,verletzt?Attentate nehmen kein Ende.Attentäter , wollen das Tagesgeschen bestimmen,was nicht hinnehmbar ist.Den Angehörigen,die einen lieben Menschen durch ein Attentat verloren haben,spreche ich mein aufrichtiges Beileid aus. Den Verletzten,spreche ich meine Genesungswünsche aus.Wolfgang Banse
Birthe Ullmann
vor 30 Tagen
Meine Hochachtung gebührt denen, die sich den Tätern mutig entgegenstellen. Die schwere Arbeit der Polizisten kann an dieser Stelle nicht hoch genug gelobt werden. Viel zu wenig wird in diesen Stunden daran gedacht, welch enorme psychische Stärke und Entschlossenheit die Polizisten mitbringen müssen, die den Täter erschießen. Dankt die Kirche insbesondere auch diesen Mitgliedern unserer Gesellschaft?
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"Erlebnisraum Taufe" in Wittenberg vorgestellt

Die hannoversche Landeskirche hat in der Lutherstadt Wittenberg ihr Projekt zum 500. Reformationsjubiläum vorgestellt. Als Teil der Weltausstellung Reformation soll ein sogenannter Erlebnis-Raum in der Altstadt "an die eigene Taufe erinnern, darüber informieren oder dazu einladen, sich vielleicht irgendwann taufen zu lassen", sagte der Geistliche Vizepräsident des evangelischen Landeskirchenamtes, Arend de Vries. An der Vorbesichtigung nahm auch Landesbischof Ralf Meister teil. 

Auf 120 Quadratmetern erwartet die Besucher ab dem 20. Mai ein Ort, "der die Sinne anspricht und einen Zugang zum Taufverständnis und Christsein ermöglicht", sagte Projektleiterin Ulrike Tüpker. "Taufe kann man nicht gestalten, deshalb sollen die Räume Immaterialität ausdrücken", erläuterte die Innenarchitektin. 

Der erste, in blaues Licht getauchte Raum solle zum Ruhen und Erfahren einladen, hieß es. Tablets, die in die Sitzgelegenheiten eingelassen sind, halten Informationen zum Thema Taufe bereit. Zudem gibt es eine Multimedia-Präsentation in einem zweiten Raum. "Wir haben uns bewusst für ein sehr abstraktes Werk entschieden, das assoziativ arbeitet und einen mitnimmt durch die Höhen und Tiefen des Menschseins, mit allen Brüchen und allem Schönen, aller Emotionalität und Gemeinschaft", sagte die Kulturmanagerin Tüpker. 

Landesbischof Ralf Meister sah den Film zum ersten Mal und fand ihn "beeindruckend und richtig spacig, aber gelungen". Er spiele mit dem Medium Wasser, das für Christen bei der Taufe ihr Leben verändere, sagte er: "Dieser Moment stellt alles auf eine Vertrauensbasis mit Gott. Und diese Basis heißt: Du bist nie allein, Gott ist immer an deiner Seite." Martin Luther (1483-1546) soll daher mit Kreide immer wieder auf seinen Tisch geschrieben haben: "Ich bin getauft." Das dürfen dem Reformator auch die Besucher des Erlebnis-Raumes an einem Tisch nachmachen. 

Nach der multimedialen Inszenierung treffen die Gäste im letzten Raum auf einen etwa 500 Jahre alten und 500 Kilo schweren Taufstein. Dort soll während des Reformationssommers immer jemand stehen, um eine Tauferinnerung zu sprechen. Ersttaufen sollen jedoch nur in Ausnahmefällen ausgeführt werden. 

Die Weltausstellung Reformation mit dem Titel "Tore der Freiheit" feiert von 20. Mai bis 10. September den 500. Geburtstag der evangelischen Kirche. In Wittenberg, wo Martin Luther gelehrt und gepredigt hat, präsentieren sich Organisationen aus aller Welt. An sieben symbolischen Toren rund um die Altstadt laden sie zu Konzerten und Begegnung ein unter den Themen Spiritualität, Jugend, Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung, Globalisierung, Kultur sowie Ökumene und Religion. (epd)
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Bild: Johannes Neukirch

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Atomkraft trieb Risiko auf die Spitze

Die Atomkraft war nach Auffassung Landesbischofs Ralf Meister «immer eine Form der Energiegewinnung, die das gesellschaftliche und technische Risiko auf die Spitze trieb». Die ungelöste Endlagerfrage sei die belastende Verlängerung einer nicht zu Ende gedachten Technologie, schrieb der leitende evangelische Theologe in einem Grußwort zu einem Gottesdienst, der in Hameln an die «Schlacht von Grohnde» erinnerte. Vor 40 Jahren rannten Tausende gegen den Bauplatz für ein Atomkraftwerk am Rande des niedersächsischen Dörfchens in der Nähe von Hameln an.
Die Proteste waren die gewalttätigste Demonstration gegen Atomkraft in der Geschichte der Bundesrepublik. Eine Ausstellung im Münster von Hameln dokumentiert die Geschehnisse. «Das Tragische daran ist, dass es atomare Großunfälle in Tschernobyl und Fukushima mit Tausenden von Opfern brauchte, bis die Einsicht mehrheitsfähig wurde, dass die Atomenergie nie eine friedliche Form der Energiegewinnung gewesen ist», bilanzierte Meister.
Meister betonte, die ungelöste Endlagerfrage stehe nach wie vor auf der gesellschaftlichen Tagesordnung: «Heute suchen wir nach Antworten auf Fragen, die verdrängt worden sind. Wir suchen auch nach neuem Vertrauen in staatliches und gesellschaftliches Handeln.» Das Ende der Probleme sei noch nicht greifbar. «Wir sind aber am Anfang einer Zukunft, die durch bessere Einsicht geprägt sein kann.» (epd)
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