Landesbischof Ralf Meister

Ralf Meister wurde am 26. März 2011 zum Landesbischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers eingeführt. Er ist damit Leitender Geistlicher der größten Landeskirche der EKD.

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"Überwinde das Böse mit Gutem."

Der Ratsvorsitzende der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen, Landesbischof Ralf Meister, sagt zur Gewalttat von München:

 "Ich bin erschüttert über die schreckliche Tat in München. Ich trauere um die Opfer, ich bete für die Verletzten und all die Menschen, die einen geliebten Menschen verloren haben oder um sein Leben bangen. Gott behüte Menschen, die Leid tragen und schenke den Verletzten Genesung.

In den letzten Tagen haben viele Menschen das Gefühl, dass unsere Sicherheit immer brüchiger wird. Es gibt keine schnellen und keine einfachen Antworten, um dem Bösen zu begegnen, das durch Gewalt und Terror brutal in unserem Alltag einbricht. Die Ursachen für Amok und Terror sind vielfältig und komplex. 

Ein solidarisches Miteinander und die Achtung aller Menschen, egal welcher Herkunft oder Religion, gilt uns als Grundwert in unseren demokratischen Gesellschaften. Wir werden einen wachen Blick auf unser Miteinander brauchen, um sorgsam und in Akzeptanz diesen Grundwert zu verteidigen.

'Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.' heißt es in der Bibel (Röm. 12,21). Gemeinsam müssen wir danach suchen, wie uns das heute gelingen kann."

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Bild: Bild: Jens Schulze

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Bild: Jens Schulze

Zum Anschlag in Nizza

Der Ratsvorsitzende der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen, Landesbischof Ralf Meister, sagt zum Anschlag in Nizza:

„Ich bin zutiefst betroffen über den furchtbaren Anschlag von Nizza. Meine Gedanken und Gebete sind bei den Verstorbenen und Verletzten, ihren Familien und Freunden. Die stille Anteilnahme ist das Gebot der Stunde.

In Nizza und an so vielen anderen Orten weltweit sind in den letzten Wochen und Monaten Menschen brutal ermordet worden. Das macht Angst. Die biblische Zusage „Fürchte dich nicht“ droht angesichts von so viel Gewalt, Terror und einer neuen Gestalt des Bösen unsere Herzen nicht mehr zu erreichen. Und doch sind das Gebet und das Innehalten Gesten, die uns vor Rache und bösem Denken bewahren. Radikalisierung ist keine Option.

Die Debatte über die innere und äußere Sicherheit und die Verteidigung unserer freien Gesellschaft gegen irrationale Gewalt und Terrorismus müssen auch weiterhin so geführt werden, dass es eine Balance gibt zwischen Sicherheit und Freiheit.

Das ist eine der stärksten Antworten, die wir dem menschenverachtenden Terrorismus und religiösen oder ideologischen Szenarien des Bösen entgegensetzen können.“
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Europäische Union ist Wertegemeinschaft

Landesbischof Ralf Meister hat im britischen York die Bedeutung der Europäischen Union als Wertegemeinschaft betont. Nach der Entscheidung der Briten für einen Austritt aus der EU führe die Diskussion vielfach in eine falsche Richtung, kritisierte der evangelische Bischof vor der Generalsynode der Kirche von England. Es dürften nicht allein wirtschaftliche Fragen im Mittelpunkt stehen. Meister ist einer der beiden Vorsitzenden der gemeinsamen Meissen-Kommission der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Kirche von England.

"Der europäische Traum ist ein Traum von Humanität und Gerechtigkeit", sagte Meister. "Es geht nicht um die Frage, ob die Börse ihren Sitz in London oder Frankfurt hat." Ein geeintes Europa stehe für Frieden, betonte er. Dies sei gerade mit Blick auf die Geschichte Deutschlands und Großbritanniens wichtig - beide Länder hatten sich in zwei Weltkriegen bekämpft. Die gemeinsame Aufgabe der Kirchen sei es, vor Missständen zu warnen und aus dem christlichen Glauben heraus die Hoffnung auf Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden weiterzutragen. 

Die gemeinsame Meissen-Kommission der EKD und der Kirche von England bestehet aus jeweils fünf Mitgliedern beider Kirchen. In der "Meissener Erklärung" haben sich EKD und die anglikanische Kirche 1991 zur Kanzel- und Abendmahlsgemeinschaft verpflichtet. Pfarrer können danach in der jeweils anderen Kirche predigen und Gläubige am jeweiligen Abendmahl teilnehmen. Im sächsischen Meißen begann die Annäherung der beiden Kirchen. Sie gipfelte zunächst in der dort 1988 veröffentlichen "Gemeinsamen Feststellung". 1991 wurde dann die "Meissener Erklärung" verabschiedet. (epd)

Das Grußwort im Wortlaut

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Zum Sommer

Im Übrigen meine ich, dass Gott, unser Herr,
uns einen grossen Sommer schenke.
Den Familien einen Korb voll Ruhe
und viele hoffnungsvolle Blicke auf grün und blau.
Wiesen und Wasser und weisse Strände.
Leise Monate.
Dass er das Geschrei aus der Welt nimmt
und Stille verordnet.
Dazu gehört, dass er den Kriegern das Handwerk
aus den Händen nimmt.
Und denen, die ohne Arbeit sind,
die Hoffnungslosigkeit.
Und die Mächtigen nicht zu Mafiosi werden lässt.
Alle können wir daran mittun und daran arbeiten,
dass das Leben langsamer verläuft,
dass die Welt alle Aufregung verliert.
Und die Menschen sich länger ansehen können,
um sich zu sagen: Wir lieben euch!
Gott, unser Herr, möge diese Stille segnen.
Möge diese Stille denen überall in die Ohren blasen,
die unsere Zeit noch schneller machen möchten
und damit noch kürzer, noch atemloser.
Gott, unser Herr, wir bitten dich: Mach es!
Auf dass unser Herz wieder Luft schnappen kann,
unser Auge aufhört zu zappeln
und unser Ohr wieder richtig hört
und nicht alles vergisst.

Aus: Hanns Dieter Hüsch, Sommerpsalm

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Bild: C. Vetter

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40.000 Falt-Ferngläser für Schulanfänger

Die Sommerferien sind noch in ihren Anfängen, doch in den Kirchengemeinden laufen bereits die Vorbereitungen für die Einschulungsgottesdienste der Erstklässler. Für das neue Schuljahr hat Landesbischof Meister 40.000 Geschenksets mit Faltferngläsern auf die Reise geschickt, knapp 600 Kirchengemeinden der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers haben das Geschenk des Landesbischofs bestellt.

Das Thema der Schulanfangsaktion lautet dieses Jahr „Den Anderen sehen“ und steht im Kontext des Jahresthemas der Evangelischen Kirche in Deutschland „Reformation und Eine Welt“. Auf den Falt-Ferngläsern ist eine Erdkugel mit Kindern verschiedener Nationalitäten abgebildet.

„Den Anderen sehen“ bedeute nicht nur, die neuen Klassenkameraden und Lehrkräfte kennenzulernen. In vielen Klassenräumen säßen Flüchtlingskinder, die noch Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache und fremden Gewohnheiten hätten und besondere Unterstützung von anderen Schülern bräuchten, erklärt Landesbischof Ralf Meister. „Ich freue mich, dass wieder so viele Kirchengemeinden das Angebot wahrnehmen. Das Fernglas  motiviert, andere Menschen besser wahrzunehmen und sie in ihrem Anderssein zu sehen und zu respektieren. In solcher Annäherung liegt eine große Chance für die Schulgemeinschaft. Wer bin ich – wer bist du? Wie gehen wir gut miteinander um? Diese elementaren Fragen können Thema in den Einschulungsgottesdiensten sein.“

Integration ist an Schulen zurzeit ein wichtiges Thema. Oberlandeskirchenrätin Dr. Kerstin Gäfgen-Track, Leiterin der Bildungsabteilung der Landeskirche, erklärt: „Damit die hierher geflohenen Kinder unsere Kultur verstehen und wir die Kultur, die die Flüchtlinge mitbringen, braucht es viele Gespräche und gemeinsame Erfahrungen. Dafür  ist Bildung zwingend notwendig. Es braucht sie, damit  Menschen in ihrer Unterschiedlichkeit zusammenleben können.“

Die Schulanfangs-Aktion der Landeskirche gibt es seit dem Amtsantritt von Landesbischof Ralf Meister 2011. In den vergangenen Jahren bekamen die Kinder zu den Einschulungen eine Gebetsfaltkarte, ein kleines Geschenkbuch, einen reflektierenden Engel für den Schulranzen, ein Wimmelbild-Puzzle und ein Mini-Memory. Die Öffentlichkeitsabteilung des EMSZ unterstützt Landesbischof Meister mit Ideen, Rat, Tat und Versand bei diesen Aktionen. (epd/red.)

Bild: J. Neukirch, Pressestelle

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Bild: Jens Schulze

Gruß zum Ende des Ramadan

Landesbischof Ralf Meister schickt den muslimischen Gemeinden in Niedersachsen einen Gruß zum Fest des Fastenbrechens. In einem Brief schreibt er:

Im Namen der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers wünsche ich Ihnen, Ihren Familien, den Moscheen und allen Musliminnen und Muslimen in Niedersachsen ein gesegnetes Fest des Fastenbrechens.

Viele unter Ihnen feiern das Fest des Fastenbrechens in diesen Tagen mit gemischten Gefühlen. Sie sorgen sich um ihre Familien und ihre Freunde in Syrien, im Irak, im Libanon, in der Türkei und in anderen Ländern, in denen Krieg und Terror immer weiter um sich greifen.

Nicht wenige unter ihnen haben Angehörige verloren im letzten Jahr. Andere sorgen sich um Familienangehörige. Mit Ihnen trauern wir um die Toten. Mit Ihnen sorgen wir uns um die, die gefährdet sind. Mit ihnen fühlen wir, wenn Sie empört sind über den Missbrauch des Namens Ihrer Religion.

Auch in Deutschland sind die Verhältnisse seit dem letzten Ramadan nicht einfacher geworden. Die Zahl der Neo-Salafisten nimmt weiter zu. Eine anti-islamische Partei hat sich gebildet und konsolidiert. Die Stimmung ist insgesamt angespannter geworden.

Umso mehr freuen wir uns mit Ihnen darüber, dass wir trotz alledem in Niedersachsen für die Gemeinschaft der Religionen seit dem letzten Ramadan weiter vorangekommen sind. Mit vielen von Ihnen haben wir die von uns als Landeskirche verantwortete Ausstellung „Religramme – Gesichter der Religionen“ auf die Beine gestellt. Gemeinsam haben wir eine erste Fortbildung für evangelische, katholische und islamische Religionslehrer und Religionslehrerinnen initiiert und gemeinsam planen wir eine erste Fortbildung für diejenigen, die muslimischen Gefangenen seelisch beistehen.

Der Vertrag mit DITIB, Schura und den Aleviten kommt einem Abschluss näher. Sie wissen um die grundsätzliche Unterstützung unserer Landeskirche für einen solchen Vertrag.

Wir wünschen uns, dass wir das gute Miteinander weiter vertiefen können und die Gemeinschaft von Muslimen und Christen in Niedersachsen gestärkt wird!

Ein gesegnetes und friedliches Fest des Fastenbrechens,

Id mubarak

wünscht Ihr

Ralf Meister
Landesbischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers


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Segensbändchen beim Schützenausmarsch in Hannover

Mit einem eigenen Festwagen und einem Modell der Marktkirche hat sich die evangelische Kirche erstmals am größten Schützenfest der Welt in Hannover beteiligt. Landesbischof Ralf Meister und Stadtsuperintendent Hans-Martin Heinemann begleiteten den Wagen zu Fuß und verteilten dabei "Segensbänder". Kirchenmitarbeiter warfen "Lutherbonbons" vom Wagen herab. Mit der Aktion wollte die Kirche auf das 500. Reformationsjubiläum 2017 aufmerksam machen. (epd)

Ralf Meister hatte lange für eine solche Beteiligung votiert: "Ich freue mich, dass es in diesem Jahr geklappt hat und sich die evangelische Kirche mit dem Marktkirchenwagen bei diesem bedeutenden Stadtereignis gezeigt hat. Kirche muss dort sein, wo die Menschen sind. Für mich war es ein schönes Erlebnis, auf die Zuschauerinnen und Zuschauer des Ausmarsches zuzugehen und ihnen Bändchen mit der Aufschrift „Gott segne und behüte Dich“ fürs Handgelenk zu schenken. Wir haben darauf sehr positive Reaktionen bekommen. Das war im besten Sinne „Kirche direkt“."

Einen Live-Eindruck bekommen Sie hier

Bild: Fotomontage aus Zeitungsbericht Madsack-Gruppe und Segensbändchen; Foto 2: Jens Hage

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Europa ist eine Frage der Haltung

Landesbischof Ralf Meister hat davor gewarnt, die europäischen Werte aus dem Blick zu verlieren. Die Diskussionen um die Folgen des Ausstiegs der Briten aus der Europäischen Union drehten sich meist nur um die wirtschaftlichen Folgen, schreibt der leitende evangelische Theologe in einem Gastbeitrag in der niedersächsischen Ausgabe der "Evangelischen Zeitung". Die gemeinsamen Werte von Europa und die Zeit des Friedens seit der Gründung der Europäischen Union seien in den Hintergrund getreten. 

"Europa ist eine Frage der Haltung", unterstrich Meister. Es gehe darum, nationale Interessen zurückzustellen und schwächere Länder zu unterstützen. "Aber der Wert eines friedlichen, freiheitlichen, demokratischen und rechtsstaatlichen Verbandes ist um ein Vielfaches, ich würde sagen unschätzbar höher." Dazu sollten europäische Bürger stehen. "Diese Haltung kann auch die ein oder andere widersinnige Regelung aus Brüsseler Bürokratenstuben ertragen." (epd)
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Bild: pixelio.de

Deutscher Bauerntag 2016

Angesichts der Krise in der Landwirtschaft hat  Landesbischof Ralf Meister mehr Respekt und Anerkennung für die Bauern gefordert. Zugleich rief er zu einer gesamtgesellschaftlichen Debatte über die Landwirtschaft der kommenden Generationen auf. "Wir müssen uns herausbewegen aus einer Diskussion der Anklage und des Rechthabens zu einem breiten Konsens über einen gemeinsamen Weg für die Zukunft der Landwirtschaft", sagte Meister vor den rund 1.000 Teilnehmern des Deutschen Bauerntags.

Es dürfe nicht nur Gespräche von Krise zu Krise geben, mahnte der evangelische Theologe laut Redemanuskript. Grundsätzlich müsse die "Agrarschizophrenie" thematisiert werden. "Wir müssen uns fragen, welche Grenzen wir setzen können und wollen. Wir müssen überlegen, wie viel Fleisch wir essen, ob die Supermärkte auch am Samstagabend noch gefüllte Obst- und Gemüseregale haben müssen."

Genauso gehörten die Produktionsbedingungen landwirtschaftlicher Güter oder die Normen, unter denen beispielsweise Gemüse vor dem Verkauf aussortiert werde, in den Fokus. Das Thema Nachhaltigkeit gehe nicht nur die Landwirte etwas an. Es betreffe genauso die Nahrungsmittelproduzenten, den Handel und die Verbraucher.

Der Deutsche Bauerntag ging am Donnerstag mit einer Kundgebung zu Ende. Bei dem Kongress sprachen am Vormittag neben Meister auch Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) und der EU-Agrarkommissar Phil Hogan.

Der Landesbischof hatte mit den Bauern bereits am Abend zuvor einen gemeinsamen Gottesdienst gefeiert. Auch dort mahnte er in seiner Predigt, angesichts von Krisen nicht den "Blick auf das Ganze" aus den Augen zu verlieren. In Zeiten der Krise seien Halt und Orientierung nötig, die über das rein Wirtschaftliche hinausgingen. "Ohne diese Hilfen vergesse ich das Gute, das war, und habe keine Kraft mehr für einen Plan, der nach vorne weist", sagte Meister. (epd)

Predigt im Wortlaut

Rede im Wortlaut
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Bild: Webseite Endlagerkommission

Endlagerkommission: "Riesenergebnis"

Landesbischof Ralf Meister sieht in dem beschlossenem Bericht der Atommüll-Endlagerkommission "ein Riesenergebnis". Es sei bemerkenswert, dass es gelungen sei, über fast alle Interessengruppen hinweg einen Konsens zu erreichen, sagte Meister. Einige strittige Detailfragen seien allerdings ausgeklammert geblieben. Meister gehörte zu den 16 stimmberechtigten Mitgliedern der vom Bundestag eingesetzten Kommission. Lediglich der Vertreter des Bundes für Umwelt und Naturschutz hat dem Abschlussbericht nicht zugestimmt.

Wichtig sei, dass die Herausforderung der Endlagersuche nicht allein wissenschaftlich-technisch angegangen werde, sagte Meister. "Diese Herausforderung muss in Zukunft von der ganzen Gesellschaft getragen werden - von einer Gesellschaft, die sich beteiligt", betonte der Bischof. Meister war von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in die insgesamt 32-köpfige Kommission entsendet worden, die Empfehlungen für die Suche nach einem Endlager in Deutschland erarbeitet hat.

Er hoffe, dass die Politik dem Votum der Kommission jetzt auch folge, betonte der Bischof. Der Bundestag habe ja bereits beschlossen, ein nationales Begleitgremium einzurichten, das für eine breite Beteiligung sorgen solle. Dem Gremium sollen neben unabhängigen Persönlichkeiten auch "Zufallsbürger" und Vertreter der jungen Generation angehören. "Sie können als eine Art Gewissen dazu beitragen, dass es ein faires und gerechtes Verfahren gibt", sagte der Bischof. 

Er betonte dabei den Stellenwert der jungen Generation bei Entscheidungen über Zukunftsfragen. Meister verwies auf die Entscheidung der Briten für den Austritt aus der EU, die von der jungen Generation mehrheitlich abgelehnt wurde. Ein einzelner Jugendlicher habe zwar nicht den entscheidenden Einfluss. "Aber wir brauchen diese Stimme, die anders denkt", betonte er. Das Problem der Atommülllagerung werde Deutschland noch Jahrhunderte lang beschäftigen. 

Der Bischof verteidigte erneut, dass der umstrittene Salzstock im niedersächsischen Gorleben weiter im Suchverfahren bleibt. "Die Kirche hat immer für ein Auswahlverfahren zwischen mehreren Standorten gekämpft, da konnte nicht das Ziel sein, Gorleben von vornherein auszunehmen." Die Lehre aus der Geschichte um Gorleben sei allerdings, dass künftig vor der Erkundung eines Standortes Kriterien festgelegt werden müssten. "Gorleben ist für mich ein Symbolort des Scheiterns", betonte Meister. 

Es sei schmerzlich, dass sich die Kommission bei der Aufarbeitung der Geschichte Gorlebens nicht auf einen gemeinsamen Text geeinigt habe, sagte er. "Im Bericht stehen jetzt zwei Versionen nebeneinander, was alle Mitglieder bedauern." Ein Durchbruch sei es für ihn jedoch, dass es zu guter Letzt noch gelungen sei, das Klagerecht für durch ein mögliches Endlager betroffene Grundeigentümer im Bericht zu verankern. In der Vergangenheit hatte unter anderem die evangelische Kirchengemeinde Gartow als Landeignerin gegen eine weitere Erkundung des Salzstocks Gorleben geklagt. (epd)
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