Landesbischof Ralf Meister

Ralf Meister wurde am 25. November 2010 von der 24. Landessynode gewählt und am 26. März 2011 zum Landesbischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers eingeführt.

1379676735.xs_thumb-
1531382441.medium_hor

Bild: Bischofskanzlei

Wenn du am Sinn deines Daseins zweifelst, geh baden!

Urlaubsgrüße von Landesbischof Ralf Meister

Wer sich auf eine biblische Spurensuche nach dem Thema Urlaub macht, muss feststellen: Fehlanzeige. Weder spielt das Wetter eine entscheidende Rolle – nur einmal, aber da war es der Regen der Sintflut – noch kennt die Bibel ausführliche Landschaftsschilderungen. Jeder, der einmal in Israel war, wundert sich, warum man nicht ausführlicher vom Abendpanorama am See Genezareth liest. Keine Schilderung der sprudelnden Jordanquellen, der Höhenzüge in Galiläa oder der Blicke über das Mittelmeer. Und weder Paulus noch Jesus machen Urlaub.

Doch dieses Gefühl, das zum Urlaub gehört, das kennt die Bibel sehr wohl. Die Zeit verschwimmt und nach einigen Tagen fragen wir erstaunt: “Welcher Tag ist heute?” Im Evangelium nach Matthäus heißt es: “Sorgt nicht für morgen, denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, dass jeder Tag seine eigene Plage hat.” Es ist kein Zufall, dass dieser Zuspruch von einem sommerlichen Bild lebt: “Seht die Vögel unter dem Himmel an: Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel kostbarer als sie?”

Urlaub ist eine Zeit der Zeitvergessenheit. Dafür bekommen andere, längst vergangene Zeiten eine Bedeutung: “Weißt du noch – damals im Urlaub mit unseren Kindern? Längst sind sie in der Welt verstreut.” Oder: “Vor ein paar Jahren sind wir zu zweit über diese Brücke gegangen. Jetzt wandere ich alleine dorthin.” Der Mensch will immer zurück. Religion heißt übersetzt “Rückbindung”. Wenn wir – biblisch gesehen – zurück an den Anfang gehen, dann kommen wir ins Paradies.

Ich erinnere mich an die Sommerferien meiner Kindheit, die wir jedes Jahr am Meer verbracht haben, bei meinen Großeltern auf Gardingdeich. Dann denke ich: Nirgends gibt es Räume auf dieser Erde, die so viel Ewigkeitsaura haben wie Kirchen und das Meer. Vor über 700 Jahren hat der große Theologe Thomas von Aquin Heilungen für die großen Lebenskrisen empfohlen. Einer seiner Ratschläge lautet: “Wenn du einen Menschen verlierst oder einen anderen großen Verlust erleidest, wenn du am Sinn deines Daseins zweifelst: Dann geh baden!”

Ich wünsche Ihnen eine sorgenfreie, erholsame und entdeckungsreiche Sommerzeit!

Ihr Ralf Meister

1531387234.xs_thumb-
1531485273.medium_hor

Bild: Jens Schulze

Landesbischof Ralf Meister fordert Einwanderungsgesetz

"Wir dürfen nicht taub werden für die Not der Flüchtlinge"

Hannover (epd). Der hannoversche Landesbischof Ralf Meister wendet sich entschieden gegen eine Abschottung gegenüber Flüchtlingen. "So hoch kann man Mauern und Zäune gar nicht bauen, dass wir verzweifelte Menschen in Not abhalten können, zu uns zu kommen", sagte Meister im Interview mit der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" (Ausgabe von Freitag, 13.07.18). Er rief Politik und Wirtschaft zu einem verstärkten Einsatz auf, um weltweite Armut zu bekämpfen: "Die Alternative wäre, fortwährende Ungerechtigkeit zu akzeptieren, und damit den massenhaften Tod von Menschen."

 "Wir dürfen nicht taub werden für die einzelnen Geschichten der Not", sagte der leitende Theologe der mit 2,6 Millionen größten evangelischen Landeskirche in Deutschland. Es sei "beschämend", dass das Humanitätsideal gegenwärtig auf der Strecke bleibe. "Wenn wir die grundlegenden humanitären Fragen nichts ins Zentrum stellen, werden wir in einer humanitären Katastrophe landen."

Der von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) vorgestellte "Masterplan Migration" beschäftige sich fast ausschließlich mit Fragen der inneren Sicherheit, kritisierte Meister. Es sei aber wichtig, die Ursachen der Flucht und globale humanitäre Hilfe stärker in den Blick zu nehmen. Migration werde das wichtigste globale Thema im 21. Jahrhundert sein.

Meister plädierte zugleich für ein Einwanderungsgesetz: "Wir müssen qualifizierten Menschen einen Weg ins Land ermöglichen, der sie nicht in Schlauchbooten übers Mittelmeer zwingt." Derzeit müssten Menschen auch aus demokratischen Musterländern in Afrika einen Asylantrag stellen, um nach Deutschland zu kommen, weil sie keine andere Möglichkeit hätten. "Das ist doch widersinnig." 

1379676735.xs_thumb-

Ökumenische Zusammenarbeit als Zeichen

Landesbischof Ralf Meister hat die ökumenische Zusammenarbeit der Kirchen in Europa betont. Allgemein sei dieser Tage mehr von Spaltung und Trennung als von einer Wiedervereinigung oder neuen Partnerschaften zu hören, kritisierte Meister am Donnerstag vor einer Reise zum Treffen der Generalsynode der anglikanischen Kirche im englischen York. "Wir als Christen müssen uns diesen Tendenzen entgegenstellen."

Der evangelische Bischof ist bis zum Sonntag Gast bei der Synode. Meister ist gemeinsam mit dem anglikanischen Bischof Jonathan Gibbs, Vorsitzender der Meissen-Kommission. In der "Meissener Erklärung" haben sich die Evangelische Kirche in Deutschland und die anglikanische Kirche 1991 zur Kanzel- und Abendmahlsgemeinschaft verpflichtet und ihre Partnerschaft bestärkt.

Bei seiner Reise nach England wolle der Bischof auch den Grundstein für weitere Verbindungen aus seiner Landeskirche nach England legen, sagte ein Kirchensprecher. Meister war im Juni von der anglikanischen Kirche mit dem ökumenischen Ehrentitel als Kanoniker der Kathedrale Ripon in der Diözese Leeds ausgezeichnet worden.

Angesichts von Krisen wie der weltweiten Migration oder dem Brexit sei die Zusammenarbeit umso wichtiger, sagte er. "Wir sind und wir bleiben starke Partner der anglikanischen Kirche." Noch vor ein paar Jahren hätten Politiker Konzepte für ein Europa der Zukunft oder zumindest ein nationales Szenario benennen können. "Heute herrscht Schweigen oder absurder Populismus oder irrationaler Nationalismus." 

Christen seien jedoch von anderen Bildern der Hoffnung geprägt. "Das Ende politischer Möglichkeiten ist nicht das Ende unserer Hoffnung", betonte Meister. Diese sei vielmehr in Jesus Christus begründet. "Resignieren ist keine christliche Option." Die anglikanische Kirche und die evangelischen Kirchen in Deutschland stünden dabei Seite an Seite. (epd)

Grußwort des Landesbischofs im Wortlaut


Video-Grüße des Landesbischofs von der Synode in York


1531033846.medium

Bild: J. Gibbs

1379676735.xs_thumb-

Abschied von Landesbischöfin a.D. Dr. Margot Käßmann

Mit einem feierlichen Gottesdienst und einem Fest unter freiem Himmel ist die evangelische Theologin und frühere hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann in den Ruhestand verabschiedet worden. Landesbischof Ralf Meister würdigte seine Amtsvorgängerin in der Marktkirche in Hannover als "Frau mit einem außerordentlichen Charisma". Käßmann, die als erste Frau an der Spitze der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) stand, war zuletzt als Botschafterin für das 500. Reformationsjubiläum im Einsatz. Von 1999 bis 2010 war die heute 60-Jährige Landesbischöfin der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers.

In ihrer Predigt rief Käßmann dazu auf, die "Hoffnungsbilder" des christlichen Glaubens zu verfolgen, die für Nächstenliebe, Barmherzigkeit, Frieden und Gerechtigkeit stünden: "Wir dürfen quer denken und neue Wege wagen, wo andere starr am Alten festhalten." Statt der Hoffnungsbilder malten viele heute jedoch gern Schreckensbilder, um Wahlen zu gewinnen. Dagegen müssten sich Christen aufbäumen. "Wir brauchen Weltverbesserer, auch wenn das für manche inzwischen ein Schimpfwort ist", unterstrich die Theologin.

Zu der öffentlichen Feier rund um die Marktkirche kamen rund 2.000 Gäste. Bei strahlendem Sommerwetter verfolgten viele im Freien eine Übertragung des Gottesdienstes, hörten vor einer großen Bühne Live-Talks und Grußworte und lauschten den Rhythmen des Popmusikers Dieter Falk und seiner Band.

Bischof Meister sagte, Käßmann sei in vielen kirchlichen Ämtern die erste Frau gewesen. "Du hast damit viele Frauen und auch Männer ermutigt und die Gleichstellung vorangetrieben - werbend, fröhlich, beispielgebend." Allerdings habe sie sich manche Freiräume auch hart erkämpfen müssen. Durch ihre charismatische Amtsführung habe Käßmann auch manche Rollenerwartung verändert: "Du hast etablierte Modelle befragt und sprühend neue Ideen und Positionen hineingetragen", sagte der Bischof unter Applaus. 

Die stellvertretende EKD-Ratsvorsitzende Annette Kurschus, Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, entpflichtete Käßmann von ihrem Auftrag als Reformationsbotschafterin des Rates der EKD. Käßmann habe der evangelischen Kirche "ein unverwechselbares Gesicht und eine prominente Stimme gegeben - eine weibliche Stimme", sagte sie.

Auf dem Marktplatz betonte Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD), Käßmann habe sich in all ihren Ämtern für eine politische Kirche eingesetzt, die für die "Vergessenen und Zurückgelassenen" eintrete und Kontroversen nicht scheue: "Ich danke Ihnen für manch wichtige An- und Aufregung und hoffe auf viele weitere Impulse aus Ihrem Munde und Ihrer Feder auch nach Ihrem Ausscheiden aus dem aktiven Kirchendienst."

Irmgard Schwaetzer hob als Präses der EKD-Synode Käßmanns Verdienste als Reformationsbotschafterin hervor. Bei Kongressen und Gottesdiensten, in Talkshows und Zeitungskolumnen habe Käßmann unermüdlich für das 500. Reformationsjubiläum geworben. So habe sie viele Menschen erreicht, denen dieses Jubiläum sonst fremd geblieben wäre. 

Das katholische Bistum Hildesheim dankte Käßmann in einer schriftlichen Erklärung für das vertrauensvolle ökumenische Miteinander insbesondere während ihrer Amtszeit als hannoversche Bischöfin von 1999 bis 2010. Sie habe sich nachdrücklich dafür eingesetzt, dass Katholiken und Protestanten in Niedersachsen und darüber hinaus gemeinsam gehandelt hätten. "Ihre offene und kommunikative Art hat ihr dabei ebenso geholfen wie ihre hohe fachliche Kompetenz", erklärte Weihbischof Nikolaus Schwerdtfeger. (epd)

Würdigung von Landesbischof Meister im Wortlaut

1530442957.medium

Bild: Schulze/Hilbig

1379676735.xs_thumb-

Lifeline

"Humanität macht nicht an Ländergrenzen Halt – das zeigt das Land Niedersachsen mit seiner Bereitschaft, Flüchtlinge der "Lifeline" aufzunehmen. Das ist die richtige "Niedersachsen packt an"-Haltung, über die ich mich sehr freue!"

Ralf Meister
1379676735.xs_thumb-

Appell zum Weltflüchtlingstag an die Unternehmen

Landesbischof Ralf Meister wünscht sich mehr Engagement für Flüchtlinge auf dem Arbeitsmarkt. Nötig seien mehr Unternehmen, die Flüchtlingen ihre Türen öffneten und einen Ausbildungsplatz anböten, forderte er anlässlich des Weltflüchtlingstags (20. Juni) in Hannover. Zudem würden mehr ehrenamtliche Helfer benötigt, die Flüchtlinge während ihrer beruflichen Ausbildung beratend begleiteten.

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil betonte, die Integration in Niedersachsen mache große Fortschritte. Die jüngsten Negativ-Meldungen in den Medien und in der Politik vermittelten einen falschen Eindruck: "Die Wirklichkeit ist eine andere." So fänden immer mehr Flüchtlinge eine Arbeit.

Weil und Meister besuchten gemeinsam anlässlich des Weltflüchtlingstags das Integrationsprojekt "Ponte Azubis". Ziel des Programms von Diakonie und dem "Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt" ist es, geflüchtete Frauen und Männer beim Einstieg ins Berufsleben zu unterstützen. Ihnen werden Ehrenamtliche als "Paten" zur Seite gestellt. Diese stellen als "Brückenbauer" Kontakte zu Unternehmen her, helfen bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz und begleiten die Geflüchteten während der Ausbildung. In dem im Februar gestarteten Programm arbeiten derzeit 18 Flüchtlinge mit 13 ehrenamtlichen Paten zusammen. (epd)


Bild: Henning Scheffen

1379676735.xs_thumb-

Ehrung für internationales ökumenisches Engagement

Landesbischof Ralf Meister wurde am 24. Juni 2018 zum „Honorary Ecumenical Canon“ der Ripon Cathedral in der Diözese Leeds ernannt. John Dobson, Dean der Ripon Cathedral, würdigte im Rahmen der Ernennung das internationale ökumenische Engagement Meisters und dessen Einsatz für einen Ausbau der Beziehungen zwischen der Diözese Leeds und der Landeskirche Hannovers.

Meister, Co-Vorsitzender der Meissen-Kommission, die für die Beziehungen zwischen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Church of England zuständig ist, unterstrich in einer kurzen Ansprache, dass die Landeskirche Hannovers, die Ripon Cathedral und die Diözese Leeds das gemeinsame Ziel hätten, sich für eine menschenfreundlichere Welt einzusetzen. Seine Ernennung sei für ihn einer der „ehrenvollsten und inspirierendsten  Momente“ seiner pastoralen Laufbahn.

Bischof Nick Baines, der an der Spitze der Diözese Leeds steht, betonte die besondere Bedeutung der Verbindung zwischen der englischen und der deutschen Kirche angesichts des Brexits. Es sei wichtig, sich durch die Augen des jeweils anderen zu sehen, damit gegenseitiges Verständnis wachsen könne.

Im November wird Landesbischof Meister in einem Gottesdienst zum Ende des Ersten Weltkriegs in der Ripon Cathedral predigen. Bischof Nick Baines wirkt in diesem Jahr im Buß- und Bettagsgottesdienst in der Hannoverschen Marktkirche mit. Im Mai 2019 ist eine Reise des Bischofsrates der Landeskirche nach Leeds geplant zu einem Austausch mit den leitenden Geistlichen der dortigen Diözese.

„Die Gemeinschaft zwischen unseren Kirchen ist nicht an die politische Grenzziehung gebunden und deshalb ist es gerade jetzt wichtig, dass wir die Beziehungen zwischen unseren Kirchen auf möglichst vielen Ebenen weiter ausbauen“, sagte Landesbischof Meister.


Bild: leeds.anglican.org

1379676735.xs_thumb-
1529420273.medium_hor

Bild: Bischofskanzlei

Reformationstag gesetzlicher Feiertag in Niedersachsen

Als Ratsvorsitzende der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen sagt Landesbischof Ralf Meister zur Entscheidung des niedersächsischen Landtags zur Einführung des Reformationstages als gesetzlichen Feiertag:

„Die evangelischen Kirchen in Niedersachsen freuen sich über die historische Entscheidung des Landtags, den Reformationstag als gesetzlichen Feiertag in Niedersachsen einzuführen. Wir danken allen, die sich in den vergangenen Monaten dafür eingesetzt haben.

Mit dem Reformationstag bekommt Niedersachsen einen Feiertag, der in seiner Gestaltung herausfordernd ist und große Chancen bietet, aber auch unbequem sein kann. Beim Reformationsjubiläum im vergangenen Jahr ist es gelungen, den 31. Oktober religionsübergreifend, ökumenisch und weltoffen zu begehen. Auch die kritische Auseinandersetzung mit theologischen Irrtümern der Reformatoren hat dabei breiten Raum eingenommen. Die große Beteiligung an den Gottesdiensten und Veranstaltungen hat gezeigt, dass der Reformationstag von vielen Menschen in Niedersachsen mitgetragen wird.

Mit der Gestaltung des neuen gesetzlichen Feiertages werden wir daran anknüpfen: Wir wollen in Veranstaltungen und Gottesdiensten in ganz Niedersachsen über unser gesellschaftliches Miteinander ins Gespräch kommen. Das können die großen, übergreifenden Fragestellungen sein: Was bedeutet Freiheit, wenn wir über Datenskandale oder den Schutz von nationalen Grenzen sprechen? Ebenso können aus Anlass des Reformationstages im Dorf oder in der Stadt unterschiedliche Player wie Sportvereine, Feuerwehr, Landfrauen, Kirchen und kommunale Vertreterinnen und Vertreter zusammenkommen, um neue soziale Impulse für das Dorf oder den Stadtteil zu geben. Über 2.000 Kirchengemeinden in ganz Niedersachsen sind ein Garant dafür, den neuen gesetzlichen Feiertag in diesem Sinne breit im ganzen Land zu verankern.

Der Streit um die Einführung des Feiertages wurde in den letzten Wochen und Monaten mit hohem Engagement geführt. Ich hoffe, dass sich jetzt alle politischen und gesellschaftlichen Akteurinnen und Akteure wieder aufeinander zu bewegen und daran mitarbeiten, dass der neue Feiertag ein Feiertag aller Bürgerinnen und Bürger in Niedersachsen wird. Der Reformationstag kann als Diskussionsforum genutzt werden, um über die verschiedenen Standpunkte und Überzeugungen miteinander ins Gespräch zu kommen. Denn eines ist für mich ganz deutlich: Alle Kulturen sind auf kontinuierliche Reformationen im Sinne von Erneuerungen, Verbesserungen und Umgestaltungen angewiesen.

Ich bin zuversichtlich, dass es gelingen wird, dass wir am 31. Oktober 2018 in ganz Niedersachen den Reformationstag als ein Tag für alle Bürgerinnen und Bürger feiern: Fröhlich, offen, ökumenisch und interreligiös und mit Blick auf die zentralen Fragen unserer Gesellschaft.

In ganz Niedersachsen sind am 31. Oktober 2018 Gottesdienste sowie weitere Veranstaltungen anlässlich des Reformationstages geplant. In Hannover wird es am Vorabend des Reformationstages eine Veranstaltung zum christlich-jüdischen Dialog geben. Am Reformationstag selbst ist ein zentraler Gottesdienst in der Marktkirche in Hannover sowie ein Empfang im Alten Rathaus der Stadt Hannover geplant. Der Jurist und Rechtsphilosoph Prof. Dr. Horst Dreier (Würzburg) hält hier einen Vortrag.

(Pressestelle der Landeskirche)


1379676735.xs_thumb-

Delegationsbesuch der EKD und der Church of England in Brüssel

Unter der Leitung von Landesbischof Ralf Meister und Bischof Jonathan Gibbs, beide Vorsitzende der Meissen Kommission der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Kirche von England, begegneten sich in Brüssel die Delegationen beider Kirchen, um mit EU-Vertretern über die Zukunft Europas und die Auswirkungen des bevorstehenden Brexit auf unsere Länder und Kirchen zu beraten.
 
Der Besuch, zu dem das EKD-Büro in Brüssel unter Leitung von OKRin Katrin Hatzinger eingeladen hatte, setzt ein klares Signal dafür, dass die Kirchen sich durch die gegenwärtigen europäischen Entwicklungen dazu aufgerufen sehen, ihre eigenen Anstrengungen im Blick auf den europäischen Zusammenhalt noch einmal zu intensivieren.

Die Gespräche führten sehr deutlich vor Augen, vor welchen Herausforderungen Europa derzeit steht. Nicht nur der bevorstehende Brexit, sondern auch die unterschiedlichen ökonomischen Entwicklungen und die Zunahme von Populismus in der EU bereiten den Verantwortlichen in Brüssel große Sorgen.
Gesprächspartner waren u.a. David Brück (Deputy Head of the Brexit Unit und Permanent Representation of Ireland to the EU), Andrew Elliott (Director of the Office of the Northern Ireland Executive), Benjamin Hartman (Council of the EU - General Secretariat Task Force on the UK), Janis Emmanouilidis (Director of Studies, European Policy Centre) und Prof. Christian Calliess LLM EUR (Legal Adviser to the European Political Strategy Centre, European Commission).

Die zwischen beiden Kirchen bestehende Partnerschaft im Rahmen der Meissener Erklärung aus dem Jahr 1991 arbeitet an der vollen, sichtbaren Einheit der Kirchen und setzt sich für die Versöhnung zwischen Deutschland und England ein. (Text: EKD/red.)


Bild: OKR Christoph Ernst, EKD

1379676735.xs_thumb-

Segenswünsche zum Ramadanfest

Landesbischof Ralf Meister hat den rund 300.000 Musliminnen und Muslimen in Niedersachsen seine Segenswünsche zum Ramadanfest überbracht. "Mit Ihnen gemeinsam werden wir uns auch in Zukunft mit aller Kraft für ein gutes interreligiöses Zusammenleben und das Grundrecht auf Religionsfreiheit einsetzen", schreibt er in einer Grußbotschaft an die islamischen Verbände und Gemeinden und fügt hinzu: "Denjenigen, die den Islam als Religion zweiter Klasse ansehen, werden wir entschieden widersprechen."

Das Miteinander von Christeninnen und Christen und Muslimen wird Meister zufolge in diesen Tagen auf mancherlei Weise herausgefordert: "Moscheen werden attackiert, Frauen wird das Kopftuch entrissen, im Deutschen Bundestag wird verächtlich über Muslime gesprochen." All dies sei schwer zu ertragen. Dazu zählten auch die Angriffe gegen Juden, die in den vergangenen Wochen Anlass für verschiedene Demonstrationen waren. "Viele von uns haben nicht gedacht, dass sie noch einmal nötig sein würden". (epd)

1379676735.xs_thumb-

Streit um den Reformationstag ist konstruktiv

Die Auseinandersetzungen um den Reformationstag in Niedersachsen sind nach Auffassung der hannoverschen Landeskirche in ihrer Heftigkeit zwar überraschend, aber dennoch konstruktiv. "Der Streit war auf keinen Fall umsonst", sagte Landesbischof Ralf Meister dem Evangelischen Pressedienst (epd): "Es ist hilfreich zu wissen, dass noch viel Arbeit vor uns liegt, um uns vor allen mit den Katholiken und unseren jüdischen Partnern zu verständigen." Falls sich der Landtag am kommenden Dienstag für den 31. Oktober als neuen gesetzlichen Feiertag ausspreche, sollte dieser Tag für die ganze Gesellschaft neu gestaltet werden.

Hamburg und Schleswig-Holstein hatten sich bereits im Februar für den Reformationstag entschieden. Die Bremer Bürgerschaft stimmte in erster Lesung ebenfalls dafür. Das kleinste Bundesland will aber mit der endgültigen Abstimmung zunächst abwarten, wie sich der niedersächsische Nachbar entscheidet. In Niedersachsen verlief die Diskussion kontrovers. Die jüdischen Gemeinden, aber auch die katholische Kirche, die religionskritischen Humanisten und Wirtschaftsverbände übten scharfe Kritik. "Diesen Tag zum Kirchenspaltungstag zu stilisieren, hat uns überrascht und erschreckt", sagte der Meister zur Kritik der katholischen Kirche. 

Oberlandeskirchenrätin Kerstin Gäfgen-Track sagte, es gehe darum, "diesen Tag künftig noch bewusster, offener, ökumenischer, interreligiöser und sehr viel stärker mit Blick auf Gesellschaft und Staat aufzustellen". Die Bevollmächtigte der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen fügte hinzu: "Wir müssen unsere Positionen austauschen und sowohl nach den Gemeinsamkeiten als auch nach den Unterschieden suchen. Nur durch den Streit hindurch kommen wir zu einem Zusammenhalt." Dies sei auch unabhängig davon, ob der Tag zum staatlichen Feiertag erklärt werde oder nicht. 

Am Vorabend des Reformationstages solle es künftig in Hannover und einigen anderen größeren Städten Vorträge und Podiumsdiskussionen mit namhaften Persönlichkeiten geben, erläuterte Meister als Bischof der größten evangelischen Landeskirche in Deutschland. Im Flächenland Niedersachsen seien aber Veranstaltungen auf dem Lande genauso wichtig. Der 31. Oktober biete sich gut dazu an, um gemeinsam über Projekte für das neue Jahr nachzudenken. "Wenn die Schützen, die Feuerwehr und die Kirchen sowie der ehrenamtliche Bürgermeister und die Landjugend zusammenkommen, um zu feiern und neue soziale Impulse für die Dorfgemeinschaft zu geben, wäre das doch ganz im Sinn der Reformation", sagte Meister.

"Wie auch immer das Ergebnis der Abstimmung ausfällt, wir laden alle gesellschaftlichen Gruppen ein, den Reformationstag gemeinsam mit uns mit neuem Leben zu füllen", betonte der Bischof: "Wir werden unsere Türen offen halten." (epd)
Weitere Posts anzeigen