Landesbischof Ralf Meister

Ralf Meister wurde am 25. November 2010 von der 24. Landessynode gewählt und am 26. März 2011 zum Landesbischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers eingeführt.

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Anteilnahme

Zum Anschlag in London schrieb der Co-Vorsitzende der Meissen-Kommission, Landesbischof Ralf Meister, an den Co-Vorsitzenden The Rt Revd Nick Baines, Bishop of Leeds:

In schmerzlicher Anteilnahme sind wir mit Eurem Land verbunden. Das Gedenken für die Opfer des feigen Terroranschlags in London und die Bitte um Tröstung für die Angehörigen verbinden uns eng mit der Church of England. In der Fürbitte beten wir für die Genesung der Verletzten.
Es bleibt eine gemeinsame Herausforderung, als freie demokratische Gesellschaften den terroristischen Angreifern zu widerstehen, die sich in schändlicher Weise auf die Religion des Islam berufen. Die errungenen Freiheitsrechte unserer Länder sind in Jahrhunderten geformt worden und tragen die lange Geschichte konfessioneller und religiöser Auseinandersetzungen in sich. Wir sind als Kirchen gefordert, aus der Freiheit in Christus die Ermutigung zu empfangen, für unsere demokratischen Gemeinwesen zu kämpfen. Nicht die Rache regiert unser Handeln, nicht der Hass darf unsere Antwort sein. Wir verweigern den Tätern unsere Angst und leben aus der Gnade Gottes für eine versöhnte Gesellschaft.
In Christus verbinden grüsse ich von Herzen.
Wolfgang Banse
vor etwa 18 Stunden
Was geht in einem Menschen vor,der Menschen tötet,verletzt?Attentate nehmen kein Ende.Attentäter , wollen das Tagesgeschen bestimmen,was nicht hinnehmbar ist.Den Angehörigen,die einen lieben Menschen durch ein Attentat verloren haben,spreche ich mein aufrichtiges Beileid aus. Den Verletzten,spreche ich meine Genesungswünsche aus.Wolfgang Banse
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"Erlebnisraum Taufe" in Wittenberg vorgestellt

Die hannoversche Landeskirche hat in der Lutherstadt Wittenberg ihr Projekt zum 500. Reformationsjubiläum vorgestellt. Als Teil der Weltausstellung Reformation soll ein sogenannter Erlebnis-Raum in der Altstadt "an die eigene Taufe erinnern, darüber informieren oder dazu einladen, sich vielleicht irgendwann taufen zu lassen", sagte der Geistliche Vizepräsident des evangelischen Landeskirchenamtes, Arend de Vries. An der Vorbesichtigung nahm auch Landesbischof Ralf Meister teil. 

Auf 120 Quadratmetern erwartet die Besucher ab dem 20. Mai ein Ort, "der die Sinne anspricht und einen Zugang zum Taufverständnis und Christsein ermöglicht", sagte Projektleiterin Ulrike Tüpker. "Taufe kann man nicht gestalten, deshalb sollen die Räume Immaterialität ausdrücken", erläuterte die Innenarchitektin. 

Der erste, in blaues Licht getauchte Raum solle zum Ruhen und Erfahren einladen, hieß es. Tablets, die in die Sitzgelegenheiten eingelassen sind, halten Informationen zum Thema Taufe bereit. Zudem gibt es eine Multimedia-Präsentation in einem zweiten Raum. "Wir haben uns bewusst für ein sehr abstraktes Werk entschieden, das assoziativ arbeitet und einen mitnimmt durch die Höhen und Tiefen des Menschseins, mit allen Brüchen und allem Schönen, aller Emotionalität und Gemeinschaft", sagte die Kulturmanagerin Tüpker. 

Landesbischof Ralf Meister sah den Film zum ersten Mal und fand ihn "beeindruckend und richtig spacig, aber gelungen". Er spiele mit dem Medium Wasser, das für Christen bei der Taufe ihr Leben verändere, sagte er: "Dieser Moment stellt alles auf eine Vertrauensbasis mit Gott. Und diese Basis heißt: Du bist nie allein, Gott ist immer an deiner Seite." Martin Luther (1483-1546) soll daher mit Kreide immer wieder auf seinen Tisch geschrieben haben: "Ich bin getauft." Das dürfen dem Reformator auch die Besucher des Erlebnis-Raumes an einem Tisch nachmachen. 

Nach der multimedialen Inszenierung treffen die Gäste im letzten Raum auf einen etwa 500 Jahre alten und 500 Kilo schweren Taufstein. Dort soll während des Reformationssommers immer jemand stehen, um eine Tauferinnerung zu sprechen. Ersttaufen sollen jedoch nur in Ausnahmefällen ausgeführt werden. 

Die Weltausstellung Reformation mit dem Titel "Tore der Freiheit" feiert von 20. Mai bis 10. September den 500. Geburtstag der evangelischen Kirche. In Wittenberg, wo Martin Luther gelehrt und gepredigt hat, präsentieren sich Organisationen aus aller Welt. An sieben symbolischen Toren rund um die Altstadt laden sie zu Konzerten und Begegnung ein unter den Themen Spiritualität, Jugend, Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung, Globalisierung, Kultur sowie Ökumene und Religion. (epd)
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Bild: Johannes Neukirch

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Atomkraft trieb Risiko auf die Spitze

Die Atomkraft war nach Auffassung Landesbischofs Ralf Meister «immer eine Form der Energiegewinnung, die das gesellschaftliche und technische Risiko auf die Spitze trieb». Die ungelöste Endlagerfrage sei die belastende Verlängerung einer nicht zu Ende gedachten Technologie, schrieb der leitende evangelische Theologe in einem Grußwort zu einem Gottesdienst, der in Hameln an die «Schlacht von Grohnde» erinnerte. Vor 40 Jahren rannten Tausende gegen den Bauplatz für ein Atomkraftwerk am Rande des niedersächsischen Dörfchens in der Nähe von Hameln an.
Die Proteste waren die gewalttätigste Demonstration gegen Atomkraft in der Geschichte der Bundesrepublik. Eine Ausstellung im Münster von Hameln dokumentiert die Geschehnisse. «Das Tragische daran ist, dass es atomare Großunfälle in Tschernobyl und Fukushima mit Tausenden von Opfern brauchte, bis die Einsicht mehrheitsfähig wurde, dass die Atomenergie nie eine friedliche Form der Energiegewinnung gewesen ist», bilanzierte Meister.
Meister betonte, die ungelöste Endlagerfrage stehe nach wie vor auf der gesellschaftlichen Tagesordnung: «Heute suchen wir nach Antworten auf Fragen, die verdrängt worden sind. Wir suchen auch nach neuem Vertrauen in staatliches und gesellschaftliches Handeln.» Das Ende der Probleme sei noch nicht greifbar. «Wir sind aber am Anfang einer Zukunft, die durch bessere Einsicht geprägt sein kann.» (epd)
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Versöhnung bleibt der Auftrag

Die evangelischen und katholischen Bischöfe in Niedersachsen haben in bewegenden Buß- und Versöhnungsgottesdiensten dazu aufgerufen, ihre Gemeinsamkeiten zu stärken. "Die Versöhnung bleibt der Auftrag, gerade auch dann, wenn das Verschiedene zurzeit noch nicht in allen Punkten überwunden werden kann", sagte der Ratsvorsitzende der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen, Ralf Meister, am Sonntag in Osnabrück.  Unter der Überschrift "Healing of memories" luden die christlichen Kirchen am Wochenende bundesweit zu entsprechenden Gottesdiensten zur Feier des 500. Reformationsgedenkens in diesem Jahr ein.

Der katholische Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode sagte in der evangelischen St. Katharinen Kirche, die Spaltung der Konfessionen habe immer wieder das Licht verdunkelt, das die Welt vom Evangelium her erleuchten wolle. "Vielleicht entdecken wir in diesem Jahr eine neue Sehnsucht nach Einheit, die die zerrissene, zerfetzte Welt so dringend braucht." Er unterstrich das Engagement der Protestanten in ihren Gemeinden als lebendiges Zeugnis des Glaubens und fügte hinzu: "Es ist auch für die katholische Kirche wichtig zu erkennen, dass ein Mensch nicht aus Werken des Gesetzes, sondern aus dem Glauben an Jesus Christus gerechtfertigt wird."

Landesbischof Meister würdigte die katholische Kirche als Weltkirche, die Nationen, Sprachen und Kulturen miteinander verbinde. Beide Bischöfe versicherten sich gegenseitig: "Wir danken Gott, dass es Sie gibt und dass Sie den Namen Jesu Christi tragen." (epd)

Predigt von Landesbischof Meister

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Bild: Altar von St. Katharinen in Osnabrück nach dem Healing of Memories- Gottesdienst. Foto: Bischofskanzlei

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„Reform und Tradition müssen sich nicht ausschließen“

 Christlich-jüdisches Gespräch in Frankfurt

Anlässlich des diesjährigen Reformationsgedenkens haben sich Vertreter der Deutschen Bischofskonferenz, des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), der Allgemeinen und der Orthodoxen Rabbinerkonferenz Deutschlands bei ihrem diesjährigen Treffen heute in Frankfurt am Main mit dem Thema „Reformation, Reform und Tradition“ befasst. Die Teilnehmer haben die Reformation nicht nur als innerchristliches Ereignis, sondern auch in ihren gesellschaftlichen und kulturellen Folgen gewürdigt. Dabei wurde auch die ambivalente Wirkungsgeschichte der Reformation gerade auch mit Blick auf das christlich-jüdische Verhältnis und auf den christlichen Antijudaismus in den Blick genommen.

"Der reformatorische Ruf zur Umkehr als eine das ganze Leben betreffende Buße schließt notwendig auch das Verhältnis zum Judentum mit ein“, erklärte Landesbischof Ralf Meister während der Konferenz. Tragischerweise hätten Luthers späte Äußerungen zum Judentum hätten das Einfallstor für judenfeindliche Aussagen im Protestantismus bis hinein ins 20. Jahrhundert gebildet, so Meister weiter. (EKD-Pressestelle)

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Bild: Jens Schulze

Passionszeit: Fürbitten ohne Worte

In den Wochen vor Ostern - der Passionszeit - erinnern Christen und Christinnen an das Leiden Jesu, seinen Schmerz und seine Tränen. Trauerfälle, Abschiede und persönliche Krisen lassen uns weinen. Um was weinen wir? Und weinen wir über das Falsche? Und was sagen unsere Tränen?

Gedanken für die Passionszeit finden Sie hier

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"Wir wollen nicht ohne eine Kirche leben!"

Garbsen/Reg. Hannover. Mehr als dreieinhalb Jahre nach einem verheerenden Großbrand hat die evangelische Willehadigemeinde in Garbsen bei Hannover am Sonnabend ihre Kirche wieder eingeweiht. Die alte Kirche, ein roter Klinkerbau aus dem Jahr 1969, war in der Nacht zum 30. Juli 2013 durch Brandstiftung bis auf zwei Stücke der Außenmauer komplett niedergebrannt. "Der Schrecken ist gewichen und der Blick nach vorne gerichtet in der Gewissheit: Nein, wir wollen nicht ohne eine Kirche leben!", sagte der hannoversche Landesbischof Ralf Meister im Einweihungsgottesdienst. "Viele haben gespendet und mit angepackt, einige haben unmessbare Zeit und Kraft dem Neubau gewidmet."

Der Bischof würdigte das Engagement der Menschen in der Gemeinde und im Stadtteil. Sie hätten sich nicht dem dumpfen Vernichtungswillen gebeugt. Ebenso wenig hätten sie in schnelle Verurteilungen und in Racherufe eingestimmt, die damals in den sozialen Medien kursiert hätten. "Unsere Gemeinschaft ist nicht gebunden an Steine. Das hat Willehadi in den letzten drei Jahren bewiesen." Und dennoch seien Kirchenräume wichtig, in denen Menschen in Gottes Wort Antwort und Zuspruch fänden.

Der erste Gottesdienst in der neuen Kirche war nach den Worten eines Kirchensprechers von der tiefen Verbundenheit geprägt. So sei auch die Feuerwehr mit einer großen Abordnung vertreten gewesen. Neben dem Chor gestaltete eine Hip-Hop Gruppe die Feier. Noch bis in den Gemeindesaal und vor die Tür hätten sich Besucher gedrängt.

Das neue Gebäude fällt mit 250 Plätzen etwas kleiner aus als die alte Kirche. Zahlreiche Spuren erinnern noch an den Brand vor dreieinhalb Jahren. So stehen in einem "Garten der Erinnerung" rund um die Kirche noch einige Original-Mauerreste. Auch eine bronzene Christus-Skulptur aus der alten Kirche wurde in den Neubau integriert. Sie war bei dem Brand weitgehend unbeschädigt geblieben. Die neue Kirche kostet nach Angaben der Gemeinde rund 2,3 Millionen Euro. Hinzu kommen rund 700.000 Euro für die Innenausstattung einschließlich einer neuen Orgel. Den größten Teil der Kosten trägt die Versicherung.

Das Feuer an der Willehadikirche war der traurige Höhepunkt einer Reihe von mehr als hundert Brandstiftungen an Papiercontainern oder Hecken an einem sozialen Brennpunkt in Garbsen, die inzwischen weitgehend beendet ist. Die Polizei konnte die Täter bisher nicht fassen.

epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen

Die Predigt im Wortlaut

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Bild: Kathrin Bratschke

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Verzweifelt an der Weiber Gehorsam - "Katharina Luther"

Landesbischof Ralf Meister sieht in dem ARD-Film "Katharina Luther" die Chance, das in der Theorie eher sperrige Thema "Reformation" einem breiten Publikum zu erschließen. "Biografisch aufbereitete Inhalte der Reformation werden niedrigschwellig vermittelt und damit nachvollziehbar", sagte der evangelische Theologe am Dienstagabend bei einer Voraufführung des Films in Hannover. Die Fernsehproduktion über das Leben Martin Luthers (1483-1546) und seiner Ehefrau Katharina von Bora (1499-1552) zeige ein emotionales Porträt zweier Menschen - auch mit sehr intimen Momenten.

Der Film, der am 22. Februar um 20.15 Uhr im Ersten gezeigt wird, schaffe alte Legenden ab und produziere neue, betonte Meister. "Katharina von Bora haben wir bisher nur durch die Augen Luthers gesehen." Von ihr selbst sei kaum etwas überliefert. Dieser Film ändere die Perspektive. "Wir sehen Martin Luther durch die Augen Katharinas." Inszeniert werde eine Frau, die in keine Schublade passe. Mit einem Augenzwinkern fügte Meister hinzu: "Einerseits sang Martin Luther Loblieder auf seine 'Carissima', und doch konnte der arme Mann auch seufzen: 'Wenn ich noch einmal heiraten sollte, wollt ich mir ein gehorsam Weib aus einem Stein hauen, denn ich bin verzweifelt an aller Weiber Gehorsam.'"

Die Schauspielerin Karoline Schuch gebe ihrem Rollencharakter Katharina Luther ein stolzes und entschlossenes Gesicht, ohne ihre Anstrengungen und ratlose Befürchtungen zu überspielen. Devid Striesow, der Martin Luther verkörpere, "ist vielleicht der nervöseste Luther, den wir je gesehen haben", sagte Meister: "Einer, der seine verletzliche Seite umso mehr offenbart, je engagierter Katharinas Stärke ins Bild gesetzt wird." Die Produktion zeige das ganze Leben mit allen Facetten zwischen Leidenschaft und Tod. "Mit Luthers im ehelichen Schlafgemach waren wir wohl noch nie."

Der Spielfilm der Regisseurin Julia von Heinz leiste einen wichtigen Beitrag zum Reformationsjubiläum. Er habe keinen dokumentarischen Charakter, sondern erzähle eine Geschichte. "Es mag aber sein, dass in der kreativen Mixtur von Fakten und Überlieferung eine Charakterisierung beider Luthers gelingt, die zwar nicht historisch, aber dennoch pointierend ist", sagte Meister. (epd)

Die Anmoderation im Wortlaut


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Bild: Ralf Meister mit den Filmproduzenten Mario Krebs und Ernst Ludwig Ganzert. Foto: Jens Schulze

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Grüne Woche: Nachhaltigkeit ist Lernweg für alle

Landesbischof Ralf Meister hat auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin das immer weitere Wachstum der Konsumgüterindustrie kritisiert. „Wenn wir über Nachhaltigkeit nachdenken, müssen wir über Gottes Schöpfung nachdenken“, sagte Meister bei einer Veranstaltung der Marketinggesellschaft der niedersächsischen Land- und Ernährungswirtschaft  vor rund 300 Gästen. „Wir brauchen eine Ethik des Genug“.

Das Motto der Zukunftswerkstatt 2017 lautete: „Nachhaltigkeit und Werteorientierung werden Erfolgsfaktoren für Wissensstandorte“. Ulrich Löhr, Vorstandsvorsitzender der Marketinggesellschaft, verwies eingangs auf die Dimensionen der Idee: ökologisch, ökonomisch und sozial. Die drei Faktoren müssten zusammen gedacht werden, ein Mammutprojekt für die Zukunft. „Bis auf Weiteres sind staatliche Transfers nötig“, forderte Löhr finanzielle Unterstützung.

Drei Beispiele für aktuelle Nachhaltigkeitsstrategien präsentierte dann Prof. Dr. Matthias Kussin von der Fakultät für Agrarwissenschaften an der Hochschule Osnabrück. So habe sich ein Gänsemäster aus der Region Vechta im Sinne einer besseren Ressourcen-Nutzung zum „Wurststopfer“ entwickelt, setze konsequent auf handwerkliche Verarbeitung, den Einsatz von Ökostrom und verzichte auf Phosphat sowie Gentechnik. Absolventen seiner Hochschule seien in Asien in die Lehre gegangen und arbeiteten an der Produktion und Vermarktung von Burgern aus Insekten. Ein weiteres Start-up-Unternehmen habe einen Online-Bauernmarkt für ernährungsbewusste und regional verbundene Menschen entwickelt, eine Art „Grünes Amazon“.

Wie das Ziel der Nachhaltigkeit umgesetzt und begleitet werden kann, war auch Thema der folgenden Podiumsdiskussion. Der niedersächsische Wirtschaftsminister Olaf Lies sah im nachhaltigen Wirtschaften einen Standortvorteil. Landwirtschaftsminister Christian Meyer unterstrich: „Wer nicht nachhaltig wirtschaftet, ist schnell weg.“

Zur sozialen Dimension von Nachhaltigkeit gehöre ein angemessenes Einkommen für die Landwirte ebenso wie eine gerechte Entlohnung von Verkäuferinnen und Mitarbeitenden in der Gastronomie. Nicht ohne Stolz verwies Meyer darauf, dass inzwischen nahezu alle 38 Ziele des niedersächsischen Tierschutzplans erreicht seien. Jedes zweite Freiland- bzw. Bio-Ei in Deutschland etwa komme heute aus Niedersachsen, seit Jahresende 2016 sei das sogenannte Schnabelkürzen bei Hühnern verboten. In Zukunft müssten die Verbraucher noch besser über Nahrungsmittel informiert werden. „Wir brauchen eine ehrliche Kennzeichnung“, forderte der Minister. Es gehe nicht an, dass ein Produkt als „Weidenmilch“ verkauft werden dürfe, wenn die Kühe nie auf einer Weide gestanden hätten. „Nur weil sie das Gras von der Weide futtern.“

„Irgendwann haben wir gemerkt, dass unsere Mitarbeiter die eigenen Produkte nicht mehr kauften“, berichtete Felix Ahlers, Vorstandsvorsitzender des Tiefkühlkosterzeugers Frosta AG. Tatsächlich habe die Firma irgendwann nur noch Lebensmittelchemiker statt Köche beschäftigt. Seit 2003 verzichtet das Unternehmen auf den Einsatz von Geschmacksverstärkern, Farbstoffen und Aromen, die Herkunft der Zutaten werde ausnahmslos deklariert. „Nach einer Krise sind wir heute wieder erfolgreich“, so der Familienunternehmer.

Anders als Ahlers hat McDonald‘s seinen Strategiewechsel nicht durchgehalten. Der Bio-Burger habe sich „solide verkauft“, umschrieb Philipp Wachholz den mäßigen Erfolg. Deshalb sei das Produkt nach kurzer Zeit wieder vom Marktgenommen worden. Bio-Rindfleisch sei für die Fastfood-Kette „noch eine Nische“, gestand der Unternehmenssprecher von McDonald’s Deutschland. Der Gast bestimme, welche Produkte das Unternehmen biete.

Ein Argument, dem Landesbischof Meister nur bedingt folgen mochte. Zwar gebiete die Freiheit des Individuums Respekt vor der Kaufentscheidung des Einzelnen. Doch für die Zukunft sei er optimistisch. „Nachhaltigkeit ist der Auftrag zu einem Lernweg für die ganze Menschheit.“ (Harmut Merten, Sprengel Lüneburg)


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Bild: Hartmut Merten, Öffentlichkeitsbeauftragter für den Sprengel Lüneburg

Wolfgfang Banse
vor etwa einem Monat
Die Landwirtschaft befindet sich in einem fortwährenden Anpassungsprozess per Analog des Europäischen Marktes.Landwirtschaft ist zu bejahen,im Bezug Macht euch die Erde untertan.Sie sollte aber nicht ausbeuterisch wirken. Gentechnologie ,Massentierhaltung sollte in der Deutschen Landwirtschaft sowie in allen Ländern kein Platz einnehmen.Hin zu einer ökologischen Landwirtschaft,weg von Agrarfabriken.Alle landwirtschaftliche Betriebsgrößen sollten ihren Platz haben.Nicht nur der Mittel/Großbäuerlichen Betriebe.
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Wir brauchen Versöhner statt Spalter

Landesbischof Ralf Meister hat sich enttäuscht über die Einführungsrede des neuen US-Präsidenten Donald Trump geäußert. "Wir brauchen Versöhner, keine Spalter", sagte Meister, der auch Ratsvorsitzender der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen ist. Trump habe seinen Wahlslogan "America first" ins Zentrum seiner Rede gestellt. "Im Zeitalter der Globalisierung brauchen wir jedoch Politiker, die die weltweiten wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Verflechtungen als Chance begreifen", unterstrich Meister. Er hoffe sehr, dass der neue Präsident diese Aufgabe in seinem Amt wahrnehmen werde. (epd)
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