Landesbischof Ralf Meister

Ralf Meister wurde am 26. März 2011 zum Landesbischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers eingeführt. Er ist damit Leitender Geistlicher der größten Landeskirche der EKD.

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Adventlicher Austausch mit Äbtissinnen

Die Äbtissinnen der fünf Calenberger Klöster, der sechs Lüneburger Klöster und der vier freien Stifte waren zum adventlichen Austausch zu Besuch bei Landesbischof Meister. Sie stehen den Gemeinschaften in den Klöstern und Stiften im Verwaltungsbereich der Klosterkammer Hannover vor. Einmal im Jahr diskutieren sie auf Einladung des Landesbischofs mit ihm theologische Fragen und aktuelle Anliegen im Bereich des Klosterlebens.

Ihre Häuser sind Teil einer einzigartigen Landschaft von Frauenklöstern und Stiften in Niedersachsen, in denen seit ihrer Gründung alleinstehende Frauen in geistlicher Gemeinschaft leben. In der Reformationszeit wurden die Häuser nicht aufgelöst, sondern als evangelische Einrichtungen weitergeführt.

Bild: Jens Schulze

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Altarbibel als Geschenk für alle Gemeinden

Die Landessynode der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers hat während ihrer Tagung in der vorigen Woche beschlossen, ihren Kirchengemeinden für ihre Kirchen und Kapellen die aktualisierte Übersetzung der Lutherbibel als Altarbibel zu schenken. Altarbibeln sind großformatige Bibelausgaben, die in den Kirchen und Kapellen aufgeschlagen und in der Regel etwas erhöht auf den Altären liegen. Sie symbolisieren, dass das Wort Gottes im Zentrum des evangelischen Gottesdienstes steht.

Landesbischof Ralf Meister hat dieses Geschenk angeregt und empfiehlt den Gemeinden, die Altarbibel im Rahmen einer kleinen Andacht feierlich in Gebrauch zu nehmen. Meister schreibt in dem Begleitbrief an die Gemeinden: „Es ist ein schönes Zeichen, wenn wir im Reformationsjahr die Bibel auch mit diesem Geschenk in den Mittelpunkt rücken.“ Die Bibeln sollen zum Osterfest 2017 in den Gemeinden sein. (Pressestelle)


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Bild: Bibelgesellschaft

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Ein Truck überwindet Grenzen - Synode in der Friedensstadt

"Der Europäische Stationenweg ist ein starkes Zeichen für das Miteinander in Europa, das Grenzen überwindet und Differenzen trägt", sagte Landesbischof Ralf Meister.
Gemeinsam mit der Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland, Irmgard Schwaetzer, besuchte er in Osnabrück den Truck des Europäischen Stationenweges. Er war mit der gesamten Synode der Landeskirche für einen Tag nach Osnabrück gereist. Die Synode verabschiedete am Nachmittag ein "Wort der Landessynode: Auf dem Weg zu einer Kirche des gerechten Friedens". 
Die Route zwischen Turku und Rom verbinde Menschen über alle konfessionellen, nationalen und kulturellen Grenzen hinweg. "Dass in Deutschland die Stadt, in der 1648 ein Teil des Westfälischen Friedens geschlossen wurde, die erste Station des Geschichtenmobils ist, erinnert uns daran, dass Frieden in Europa keine Selbstverständlichkeit ist", sagte Schwaetzer. Umso wichtiger sei das Zeichen aus Osnabrück für ein Europa des Friedens, der Aussöhnung und der Gerechtigkeit.

Wort der Landessynode

Mehr über den Europäischen Stationenweg

Bild: Jens Schulze

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Populistische Lügen demontieren Haltungen

Landesbischof Ralf Meister hat den Populismus in der jüngsten Zeit scharf verurteilt. Es sei nicht neu, dass von Populisten viel gelogen werde, sagte der evangelische Theologe in seinem turnusgemäßen Bericht vor der in Hannover tagenden Landessynode. "Aber so offen und unverschämt, wie von gesellschaftlichen Eliten, übrigens auch den wirtschaftlichen, in den vergangenen Monaten gelogen wurde - das ist ungewohnt in unseren Demokratien."

Es sei vielfach analysiert worden, mit welchen falschen oder verzerrten Positionen Meinungen mobilisiert würden, um damit Zorn oder Hass hervorzurufen. Der Effekt sei immer gleich: Haltungen würden demontiert. "Am längsten ist die Liste der Lügen von Donald Trump", unterstrich der Bischof. Auch während der Debatte um den "Brexit" habe die Wahrheit keine Lobby gehabt. 

Viele Menschen wollten keine Zusammenhänge mehr verstehen, die Wahrheit interessiere sie nicht. Persönliche Probleme und Betroffenheiten würden zum Maßstab der Politik. "Eine Stimmung wird geschürt, die Rassismus salonfähig macht, die entwürdigt und verletzt", sagte Meister. Populismus verspreche schnelle Fakten, einfache Lösungen, Durchgreifen, Aufräumen und Durchsetzen: "Er prononciert sich als Volkes Stimme, obwohl er tatsächlich nur für eine Minderheit spricht."

Viele Menschen verstünden die Sprache der institutionellen Eliten nicht und fühlten sich auch von der Sprache der Kirche unverstanden. Sie sähen sich mit ihren Ängsten und Sorgen nicht ausreichend wahrgenommen, betonte der Landesbischof. Das gelte auch für ihre Sehnsucht nach Trost und ihre Hoffnung auf eine bessere Welt. 

Für die großen gesellschaftlichen Themen und Konflikte gebe es jedoch weder Patentrezepte noch "richtige Lösungen", hob der Theologe hervor. Angesichts der vielen Interessen und Aspekte brauche es vielmehr Kompromisse und Zwischenlösungen. Außerdem müsse viel deutlicher herausgestellt werden, dass die Werte, die Staat und Kirche verträten, den Bedürfnissen der Menschen "unendlich mehr entsprechen als jede populistische Versprechung".

Für die Kirche bedeute dies konkret, dass mit den Menschen, "die sich bei öffentlichen Veranstaltungen nicht oder nur in Gruppen plakativ äußern", elementare Gespräche gesucht werden müssten. Ein positives Beispiel dafür seien verschiedene Dialogforen, die die Kirche in den vergangenen Monaten angeboten habe und weiter vertiefen wolle, sagte Meister: "Es ist unsere ureigene Aufgabe, das Gespräch mit scharfen Kritikern, mit Suchenden und Sorgenvollen, die den populistischen Stimmen mehr und mehr vertrauen, bewusst zu suchen." (epd)

Bild: Jens Schulze

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Bild: Jens Schulze

Bericht vor der 25. Landessynode

Wachsender Populismus - was ist die Aufgabe von Kirche? Kirche in Allianz, Kirche im Dialog, Kirche als Asyl-Ort der Sprache, Kirche als Wertevermittlerin - sind das mögliche Aufgabenfelder? Damit befasst sich Landesbischof Meister in seinem Bischofsbericht zur VII. Tagung der 25. Landessynode.  
Dazu die Themen der vergangenen Monate seit der letzten Tagung: Endlager, Demografie und ihre Folgen, Landwirtschaft, das "Jahr der Achtsamkeit", Reformationsgedenken und am Ende ein dreifaches Halleluja. 

Lesen Sie den Bericht hier

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Bild: Jens Schulze

"Und ich!" - Warnung vor Selbstgerechtigkeit

Landesbischof Ralf Meister hat am Buß- und Bettag vor Selbstgerechtigkeit und dem Verurteilen anderer gewarnt. "Oft ist es eine ganze Gruppe von Menschen, die einen Einzelnen verurteilt", sagte der evangelische Bischof am Mittwoch im einem Gottesdienst in Hannover. Der Selbstwert von Einzelnen steige offenbar, wenn sie sich einer Gruppe von moralisch Überlegenen zugehörig fühlten, sagte er in der hannoverschen Marktkirche. "So entsteht die empörte und wütende Öffentlichkeit."

Eine solche Gruppe könne im Kleinen aus der Familie oder den Schulkameraden bestehen, im Großen aus den Bewohnern einer Stadtgemeinde oder einem breiten Strom der Öffentlichkeit, vor allem in den sozialen Netzwerken, mahnte der Bischof. Häufig trete an die Stelle der eigenen Schulderkenntnis die Schuldzuweisung und an die Stelle der eigenen Besserung die vermeintliche Verbesserung des anderen. "Dabei bleiben Moralpredigten eine der ineffizientesten Wege in der Erziehung."

Meister listete in seiner Predigt Menschen auf, die nach dem Verständnis mancher Buße üben müssten: Donald Trump, Recep Erdogan oder Lutz Bachmann - und der Bischof ergänzte: "Und ich." Der Buß- und Bettag rufe zuallererst zur Selbstbesinnung und Einsicht in das eigene sündhafte Denken und Tun auf und dazu, nach der eigenen Verantwortung vor den Menschen und vor Gott zu fragen. "Erst wenn ich dieses Glaubensstück wiedergewinne, dass Gott mich richtet, dass er auch andere richtet, kann ich befreit Abstand nehmen von meinem Wahn, ich müsste andere richten", sagte er. (epd)


jan marten reijntjes datema
vor 12 Tagen
L.S .alternative Position-------leben und leben lassen------der handel muss gewinn machen-----------,die kirche kann auch nicht von verlust leben---------------die Apotheker heut zutage haben auch Ängste----------vielleicht können sie in der sonntags kirche cööperieren,mit der a-kulturelle handel--sie können es so arrangieren---das , die Ängste beiderseits in----- LIEBE---- beiderseits ohne polemische streit umgesetzt wird---kirche ich+handel ich=handelkirche ich! --------AVE,jan marten.
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Bild: Wikipedia

Stellungnahmen zur Wahl in den USA

Die leitenden evangelischen Theologen in Niedersachsen und Bremen haben nach dem Wahlsieg von Donald Trump in den USA zu einem Umdenken auch in Europa aufgerufen. "Es muss uns zu denken geben, dass wir die Wirkung Trumps und damit die Macht des Populismus derart unterschätzt haben, obwohl wir in Europa ähnliche Phänomene haben", sagte der Landesbischof Ralf Meister dem epd. Viele Bürger fühlten sich von Regierungen, Parteien und Institutionen - darunter auch der Kirche - nicht angemessen vertreten. "Wir müssen diese Krise ernst nehmen und gemeinsam überlegen, welche Antworten wir darauf geben können."

Der Oldenburger Bischof Jan Janssen sagte, zwar vertraue er nach einem "teilweise abgründigen Wahlkampf" nun auf die demokratischen Instrumente in den USA und hoffe, dass politische Vernunft Einzug halte. "Das bedeutet jedoch auch für uns in Europa, nicht auf andere zu warten oder Politik nur an Institutionen zu delegieren, sondern unsere eigene Beteiligung zu aktivieren - an Mitmenschlichkeit, sozialem Einsatz und gesellschaftspolitischem Engagement."

Der Direktor des Sozialwissenschaftlichen Instituts der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Gerhard Wegner, sagte, die Zahl der Menschen, die sich als Verlierer und Abgehängte empfänden, wachse überall: "Die Welt ist für diese Menschen gefühlt immer unsicherer geworden." Sie suchten Schutz und Sicherheit und fänden diese bei vermeintlich starken Führern, die nicht kompliziert und abgehoben redeten. "Da wächst ein Ressentiment heran, das Angst machen kann." Sowohl im intellektuellen Diskurs als auch in der Politik müsse es mehr Lebensnähe und Alltagsbezug geben.

Nur wenige Menschen verstünden, warum sie allem Fremden gegenüber offen und tolerant sein sollten. "Jedem Kind wird ja normalerweise gesagt, dass bei fremden Menschen erst einmal Skepsis angesagt ist", betonte Wegner. Die Lebenswelten liberaler Intellektueller seien weit weg von denen des Volkes, das die Populisten anriefen. In Deutschland dürfe nicht weiter das Gefühl wachsen, dass Flüchtlinge gegenüber sozial schwächeren Einheimischen bevorzugt würden. "Was uns fehlt, ist eine Willkommenskultur für Hartz-IV-Empfänger. Die Betroffenen glauben, diese jetzt bei den Nationalisten zu finden." Das sei zwar völlig illusorisch, wirke aber stark.

Der EKD-Friedensbeauftragte Renke Brahms sieht in den Wahlergebnissen ebenfalls eine Entfremdung zwischen der Politik und Teilen der Bevölkerung. "Tatsächlich gibt es einzelne Menschen, die Opfer einer größer gewordenen Spaltung unserer Gesellschaft in Arm und Reich geworden sind", sagte er. In Europa sei die hohe Jugendarbeitslosigkeit in vielen Staaten ein Alarmsignal dafür. Hinzu komme eine diffuse Angst, vielleicht irgendwann zu den Verlierern zu gehören. "Diese Verunsicherung müssen wir ernst nehmen, ohne eine gewalttätige Sprache zu dulden."

Der leitende Bremer Theologe rief dazu auf, mutig für eine offene Gesellschaft einzutreten. Auch wenn sich die Populisten oft komplexen Zusammenhängen verweigerten, gehe es weiter um Differenzierungen. "Soziale Gerechtigkeit und Bildung sind für mich Schlüssel einer Politik, die diesen Strömungen entgegenwirkt. Gerechtigkeit und Frieden gehören auch in unserer Gesellschaft zusammen", betonte Brahms. (epd)

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Gegen Blindheit und Verblendung

Zum 9. November hat Landesbischof Ralf Meister dazu aufgerufen, dem Antisemitismus entgegenzutreten und Begegnungen zwischen Christen und Juden zu suchen. 500 Jahre nach der Reformation durch Martin Luther müssten sich die Kirchen auch mit den dunklen Seiten von Luthers Theologie auseinandersetzen, sagte er im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd). Meister unterstützte eine Aktion, bei der in Hannover der Luther-Statue an der Marktkirche die Augen verbunden wurden, um symbolisch an die Judenfeindschaft des Reformators zu erinnern. 

epd: Luther eine Augenbinde anzulegen - was kann so eine Aktion bringen?  

Meister: Das ist eine starke symbolische Handlung, eine künstlerische Inszenierung, die Aufmerksamkeit erregen wird. Diese Geste fordert aber auch aktiv, die Beziehungen zu unseren jüdischen Geschwistern zu vertiefen.  

epd: Sie rufen zur kritischen Auseinandersetzung mit Luthers massiven Vorurteilen und polemischen Positionen zu den Juden auf. Wirkt sich sein Judenhass bis heute aus?  

Meister: Schon Ihre Frage zeigt ja, dass das - in welcher Weise auch immer - der Fall ist. Heute zeigen wir uns lernfähig und kommentieren die Schriften Luthers zu den Juden sehr kritisch. Und die Kundgebung der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland 2015 hatte den bezeichnenden Titel "Martin Luther und die Juden - Notwendige Erinnerung zum Reformationsjubiläum". Für die Eröffnung der Woche der Brüderlichkeit nächstes Jahr ist eine weitere Erklärung geplant. Zum Reformationsgedenken gehört eben auch die kritische Auseinandersetzung mit Luthers Schriften und den unsäglichen Wirkungen von Zitaten aus diesen während der Zeit des Nationalsozialismus.   

epd: Was würden Sie anregen?  

Meister: Neben der kritischen Aufarbeitung antisemitischer Einstellungen sollten sich die Kirchen für die stärkere Aufnahme des Themas Judentum im Schulunterricht, in Ausbildungen und Fortbildungen einsetzen. Gleichzeitig finde ich es sehr wichtig, dass unsere Gemeinden den Kontakt zu jüdischen Gemeinden aufnehmen oder die vielen guten Beziehungen vertiefen. Wir haben zwar einerseits einen eingeübten christlich-jüdischen Dialog, andererseits stelle ich in Gesprächen immer wieder fest, wie wenig Christen und Juden manchmal voneinander wissen. 

Wenn wir auf den Weg schauen, den die Kirchen in ihrem Verhältnis zum Judentum seit 1945 zurückgelegt haben, dann können wir ihn als Lernprozess verstehen. Die evangelischen Kirchen haben ihr Verhältnis zum Judentum theologisch neu bestimmt, jede Form der Judenfeindschaft verworfen und zur Begegnung mit dem Judentum aufgerufen. Ich hoffe, dass solche Lernprozesse in der Breite der Gesellschaft, von Institutionen, Bildungsträgern und Organisationen weiter angestoßen und engagiert vorangetrieben werden. Und zugleich müssen wir unsere öffentliche Stimme laut und klar gegen jede Form des Antisemitismus erheben. Wir stehen untrennbar neben unseren jüdischen Geschwistern. (epd)

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Bild: epd-Alexander Baumbach

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Bild: niedersachsen.de

70 Jahre Niedersachsen

Landesbischof Ralf Meister, Vorsitzender des Rates der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen, zum 70-jährigen Bestehen des Landes Niedersachsen:

"Im Namen der evangelischen Kirchen in Niedersachsen gratuliere ich unserem Land Niedersachsen zum 70-jährigen Bestehen in friedlicher Einheit! Der damalige Landesbischof August Marahrens schrieb  in seinen Wochenbriefen an die Pastoren zum Gründungstag des Ernannten hannoverschen Landtages, dem Vorgänger des Niedersächsischen Landtages: "Am 23. August hat sich im Neuen Rathaus zu Hannover ein Ereignis vollzogen, das für die weitere Entwicklung unserer Heimat von entscheidender Bedeutung sein wird und an dem auch unsere Landeskirche nicht ohne Segenswunsch vorübergehen kann." Und weiter heißt es: "Die neuen Minister und die Abgeordneten des neuen hannoverschen Landtages haben ihre verantwortungsvolle Tätigkeit mit einem feierlichen Gottesdienste eingeleitet." Diese Tradition, den Landtag mit einem Gottesdienst zu eröffnen, hält bis heute an und ist ein sichtbares Zeichen für die Verbundenheit des Landes mit den Kirchen in Niedersachsen. Ich wünsche unserem Bundesland auch für die Zukunft Gottes Segen!"

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Aufruf zur Freiheit in Verantwortung

Landesbischof Ralf Meister hat am Reformationstag zum sozialen Engagement aufgerufen. Für den Reformator Martin Luther (1483-1546) führe die evangelische Freiheit zum "Dienst am Nächsten", unterstrich Meister am Montagabend in einem Gottesdienst in der Marktkirche in Hannover. Gefragt sei eine "Freiheit für die Zuwendung zu demjenigen, der mich braucht, der meine Hilfe, meine Solidarität, aber auch mein Gebet braucht". Die Schauspielerin Beatrice Frey las dazu Luthertexte.

Am Reformationstag erinnern evangelische Christen an die Kirchenreformation durch Luther und seine Zeitgenossen vor rund 500 Jahren. Luthers Theologie, die den Glauben in den Mittelpunkt stelle, sei eine Botschaft gegen die Angst, erläuterte der Landesbischof. Ähnlich wie heute sei die Gesellschaft damals von Angst und Anfechtungen geprägt gewesen. "Alle Gesellschaften der Angst sind unfrei", betonte Meister. Sie drängten die Menschen, an alten, längst brüchigen Sicherheiten festzuhalten.

In einer solchen Situation habe Luther seine Botschaft von der Freiheit entfaltet. "Es ist eine Freiheit von etwas und zugleich eine Freiheit für etwas", sagte Meister. Christliche Freiheit sei im Gewissen nur an Gott gebunden. "Weder Macht noch Konsum, weder ideologische Mächte noch finstere Kreaturen dürfen oder sollen Gewalt haben über das Gewissen eines freien Christenmenschen." Sie sei auch die Freiheit davon, sich selbst zu verabsolutieren. 

Der festliche Gottesdienst in der voll besetzten Marktkirche bildete den Auftakt zu den Feierlichkeiten anlässlich des 500. Reformationsjubiläums in der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. Eine Stunde vor Beginn der Feier stimmte der Bachchor unter der Leitung von Jörg Straube bei einem Open-Air-Auftritt vor dem Lutherdenkmal an der Marktkirche Lutherchoräle und eine Bach-Kantate an. (epd/red.)

Predigt im Wortlaut

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Bild: Jens Schulze

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