Landesbischof Ralf Meister

Ralf Meister wurde am 25. November 2010 von der 24. Landessynode gewählt und am 26. März 2011 zum Landesbischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers eingeführt.

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Ephorenkonvent in Loccum

Die Superintendentinnen und Superintendenten und die Einrichtenden der landeskirchlichen Einrichtungen haben auf Einladung von Landesbischof Meister in Loccum auf ihren jährlichen Konvent miteinander gearbeitet. 
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Bild: Johannes Neukirch

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Ökumenische Gespräche

Während ihrer Reise nach Rom trafen die Mitglieder des Bischofsrates der hannoverschen Landeskirche sich mit Kurt Kardinal Koch zu einem ökumenischen Gespräch. 
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Bild: Dr. Hans Christian Brandy

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Doppelter Glückwunsch

Im Rahmen seiner Klausurtagung in Rom besuchte der Bischofsrat der hannoverschen Landeskirche spontan Dr. Heiner Wilmer (3.v.l.), den neuen Bischof des Bistums Hildesheim.
Im Generalat der Herz-Jesu-Priester gratulierten die leitenden Theologinnen und Theologen der Landeskirche Heiner Wilmer zu seinem neuen Amt - und zu seinem heutigen Geburtstag.
"Die Herzlichkeit, mit der wir von unserem zukünftigen Amtsbruder empfangen wurden, war ein schönes Zeichen ökumenischer Verbundenheit. Wir freuen uns sehr auf die kommenden Zusammenarbeit," sagte Landesbischof Ralf Meister.
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Bild: Landeskirche Hannovers

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Ostermorgen

Mitteninne aber,
zwischen dem Gestern und dem verborgenen Morgen
hebt sich,
Blüte auf schwankendem Stengel,
das Heute ins Licht.
Und dieses Heute ist dein.

Albrecht Goes 

Die Osterberichte der Bibel sind Erzählungen aus dem Morgengrauen. Als Maria und die anderen Frauen sich zum Grab Jesu aufmachten, wird vieles noch grau gewesen
sein, nur schemenhaft zu erkennen. Unheilvoll war die Nacht, die hinter ihnen liegt.
Schlaflos vielleicht. Dunkelnächte. Wohin in solchen Stunden? Vor Augen noch die Bilder des vergangenen Tages. In den Ohren Geräusche, die der Tag nicht kennt. Stimmen der Fernsten und der Nächsten hallen nach. Nachtgespenster nehmen sich Raum und halten die Angst wach, die der Tag nicht zulässt. Gedanken wühlen zwischen Zweifeln und lassen nicht zur Ruhe kommen. Stunden, in denen die Zeit nicht vergeht.

Doch dann, wie Albrecht Goes es beschreibt: Mitteninne, zwischen dem Gestern
und dem verborgenen Morgen hebt sich das Heute ins Licht. An der Grenze
zwischen Verlorenheit und Zuversicht begegnet den Frauen der Engel des Lebens.
Das Dunkel ist noch da, doch die Nacht kann sich nicht mehr halten.
Aus der Heiligen Nacht klingt es in den Ostermorgen: „Entsetzt euch nicht!“

Ostern ist das Fest des Wunderbaren und zugleich eine tiefe Irritation unser scheinbaren Gewissheiten. Die Auferstehung Christi führt uns an die Grenzen  dessen, was wir erklären können. Sie setzt die Nacht voraus und baut doch schon  auf den Morgen. So sind auch wir Menschen in der Morgendämmerung. Noch im Dazwischen. Nicht auf der Seite des Tages. Immer noch ausgesetzt manchen Nächten, in denen wir schlaflos uns selbst überlassen sind. Doch es klingt schon zu uns herüber: „Entsetzt euch nicht!“ Das Heute hebt sich schon ins Licht. Es ist schon unser. Wir sind Menschen in der Morgendämmerung. Angewiesen auf das Wort, das uns in den neuen Morgen führt. An Ostern rufen und singen wir es uns deshalb zu: Der Herr ist auferstanden!

Ihr Ralf Meister

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Bild: Jens Schulze

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Bild: Bischofskanzlei

Karfreitag

„Wein doch nicht!“ wird das wimmernde Kind in der Nacht getröstet. „Es wird alles wieder gut.“  Wein doch nicht! Das ist oft genug eine vergebliche Aufforderung, denn Tränen lassen sich durch Worte nur schwer verhindern. Nur mühsam lernen wir im Laufe des Lebens, die Tränen zu beherrschen. Weinen ist eine angeborene Fähigkeit. Was wir lernen ist die Unterdrückung des Weinens. Weinen, Heulen, Seufzen, all das muss beherrscht werden. Von Männern - zumindest in unserem Kulturkreis - immer noch mehr als von Frauen. „Wein doch nicht!“

Ganz im Gegensatz dazu empfiehlt als besonders wirksames Heilmittel gegen depressive Zustände und schmerzliche Verluste der Dominikaner Thomas von Aquin „Tränen und Seufzer“ - Weint!

Wir weinen vor Schmerzen,  bei Verlust und Leid. Allerdings auch, wenn man bereut oder büßt, in der Wut, im Himmelhoch-Jauchzen und in der Trübsal des Todes. Manch einen treibt es bei kleinsten Anlässen vor Rührung die Tränen in die Augen, andere weinen so gut wie nie. Dabei weinen Frauen mehr als Männer, und Babys weinen mehr als beide zusammen. Aber weinen tut nur der Mensch.

Um wen und für was haben wir nicht schon geweint? Wir weinten um Menschen, die uns lieb waren und die uns verließen, weinten um Hoffnungen und Träume, die starben. In der völligen Erschöpfung und in der höchsten Wut kamen uns Tränen ebenso wie in der schmerzvollen oder rührenden Erinnerung. Und da man Tränen, anders als die meisten anderen Gefühlsausdrücke,  nicht oder nur sehr wenig steuern kann, gilt das Weinen als Ausdruck des reinsten Gefühls. „Tränen lügen nicht“.

„Höre mein Gebet, Herr, und vernimm mein Schreien; schweige nicht zu meinen Tränen“, bittet der Psalmist. Er geht davon aus, dass tränenreiche Gebete beantwortet werden. Gott soll reagieren auf die Tränen, Mitleid zeigen und eingreifen. Und Gott zeigt Sympathie. Er leidet mit. Zu Hiskia, dem weinenden, kranken König von Juda,  sagt er: “Ich habe dein Gebet gehört, ich habe deine Tränen gesehen. Siehe, ich will dich heilen“. Tränen beanspruchen das ganze Herz, oder besser, den ganzen Leib, die ganze Seele – sie sind reine Emotion und werden deshalb auch als Opfer für Gott, als aufrichtiges Opfer angesehen. Nicht endloses Gerede über Gefühle erreicht Gott, sondern Tränen.

Wer weint, wer Tränen vergießt, so heißt es, ist Gott besonders nah. Gott ist ein leidenschaftlicher Gott, der sich anrühren lässt, den das Leiden bewegt. Und mit allem Weinen verbunden ist die Hoffnung, dass Gott einmal alle Tränen trocknen wird. „Und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid, noch Geschrei, noch Schmerz wird mehr sein; denn das erste ist vergangen“ heißt es am Ende der Bibel.

Mehr können wir uns nicht wünschen, dass unsere Tränen einmal getrocknet werden von Gott. Dass in allem Abschiednehmen, in aller Hoffnungslosigkeit und Trauer, Gott barmherzig unser Leben sammelt. Allen Wandel, alle Irrwege und Rätsel wird er aufnehmen.

Weine nicht! trösten wir. Weint, rät dagegen Thomas von Aquin. Weint! Weint über das Schöne wie über das Schreckliche! Weint und ruft Gott in euer Leben,  auch wenn es nur vorübergehend ist.

Weint und wisst, wie es in einem jüdischen Sprichwort heißt: Die Tore für die Tränen, die wir weinen, sind bei Gott niemals verschlossen. 

Herzliche Segensgrüße zum Karfreitag,
Ihr 

Ralf Meister


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Konfirmation: Trust and try

An Palmsonntag werden die ersten Konfirmationsgottesdienste gefeiert.
Landesbischof Meister grüßt die Konfirmandinnen und Konfirmanden aus den Gemeinden der Landeskirche:

Liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden,

in Wittenberg gab es im letzten Jahr während des Sommers ein großes KonfiCamp. Vielleicht seid Ihr dabei gewesen? Über 1000 bis 1500 Konfirmanden und Konfirmandinnen waren da jeweils eine Woche zusammen. Das Motto des KonfiCamps hieß "Trust and Try“. Ich würde das übersetzen mit "Vertraue und probiere Neues aus". Ein schönes Motto. Vertraut Gott, vertraut einander - dann macht Ihr gute  Erfahrungen.

Vertraut einander – das ist mir noch aus meiner Zeit als Pfadfinder wichtig. Als ich auf dem Gelände am Rande von  Wittenberg angekommen war, hat es nur ein paar Minuten gedauert, bis das Feeling aus meinen Jugendzeiten wieder da war. Es ist toll, Teil einer großen Gemeinschaft zu sein. Die Spiele, das gemeinsame Essen, die Andachten, das Singen und sogar das Abwaschen - das alles macht in einer großen Gemeinschaft mehr Spaß. Und wo sonst hätte mich ein Mädchen nach einem Besen fragen können - sie fand das Gruppenzelt zu dreckig.

Vertraut Gott. Dafür habt Ihr Lieder und Gebete im Konfirmandenunterricht kennen gelernt. Sie sollen Euch auf Euren Wegen begleiten - wenn es gut läuft, aber erst recht, wenn es einmal schwierig wird, Ihr traurig oder richtig verzweifelt seid. Ihr habt euch einen Konfirmationsspruch ausgesucht. Nicht nur für den Sonntag Eurer Konfirmation, sondern für Euer ganzes Leben. „Weise mir, HERR, deinen Weg, dass ich wandle in deiner Wahrheit; erhalte mein Herz bei dem einen, dass ich deinen Namen fürchte."(Psalm 86, Vers 11). Das ist mein Konfirmationsspruch. Er erinnert mich daran, dass ich mich in allen Lebenslagen an Gott halten kann und wirkt als Trost für mich, wenn ich verzweifelt bin.

Ich wünsche Euch, Euren Eltern, Paten, Familien und Freunden einen gesegneten Gottesdienst und eine schöne Feier zur Konfirmation! Ich freue mich, dass Ihr ein Teil unserer Gemeinschaft seid.

Euer Ralf Meister


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Bild: Jens Schulze

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Welttag gegen Rassismus

"Gott schuf den Menschen zu seinem Ebenbild, heißt es in der Bibel.
Dort steht nicht:
Er schuf in mit weißer Haut oder mit schwarzer Haut.
Er schuf ihn evangelisch, katholisch, muslimisch oder jüdisch.
Er schuf ihn als Deutschen, als Amerikaner, als Äthiopier.
Gott schuf den Menschen zu seinem Ebenbild.
Das ist das stärkste Bild gegen jede Form von Rassismus."

Landesbischof Ralf Meister zum 21. März

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Kritik an Seehofers Islam-Äußerungen

Mit seinen jüngsten Äußerungen zum Islam ist Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) bei Politik und Kirche in Niedersachsen auf scharfen Widerspruch gestoßen. Kritik äußerten am Freitag unter anderem Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) und der Landesbischof Ralf Meister.

Weil sagte, die in Deutschland lebenden Muslime gehörten zu Deutschland, das gelte "selbstverständlich auch für ihren Glauben". Insofern gelte für den Islam nichts anderes als für jede andere Religion auch. Das Grundgesetz kenne nun einmal keine Staatsreligion. Es sei "bemerkenswert, dass der Bundesinnenminister gleich an seinem ersten Arbeitstag eine völlig überflüssige Kontroverse mit seiner Regierungschefin anzettelt", fügte Weil hinzu.

Meister sagte der in Hannover erscheinenden "Neuen Presse": "Wer in der Zeit einer verbrecherischen Serie von Anschlägen auf Moscheen davon spricht, dass der Islam nicht zu Deutschland gehört, handelt instinktlos. Politische Stellungnahmen werden nicht nur am Inhalt, sondern auch am Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung gemessen." (epd)


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Zu den aktuellen Angriffen auf Moscheen

Als Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen verurteilen wir die feigen Anschläge auf Moscheen und türkische Einrichtungen und möchten gegenüber allen betroffenen Moscheegemeinden unser Mitgefühl und unsere Betroffenheit  zum Ausdruck bringen! Die 960 Angriffe auf Muslime und muslimische Einrichtungen alleine im Jahr 2017 und die 33 dabei verletzten Menschen sind eine erschütternde Bilanz religionsfeindlicher Gewalt. Wir dürfen nicht wegsehen und die Gefahr nicht kleinreden. Es geht darum, dass wir uns für das Grundrecht auf Religionsfreiheit und den Schutz für Moscheen, genauso wie für Synagogen, Kirchen oder Tempel in unserem Land einsetzen. Es wird keinen Frieden ohne einen Frieden zwischen den Religionen geben.

Ralf Meister, Vorsitzender des Rates der Konföderation 

 

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KV-Wahltour: Abschluss und Dankeschön
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