Landesbischof Ralf Meister

Ralf Meister wurde am 26. März 2011 zum Landesbischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers eingeführt. Er ist damit Leitender Geistlicher der größten Landeskirche der EKD.

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Ohne Ehrenamt funktioniert keine Gesellschaft

Landesbischof Ralf Meister hat beim Ehrenamtlichentag der evangelischen Landeskirche Hannovers den Einsatz der vielen freiwilligen kirchlichen Mitarbeiter gewürdigt. "Sie halten in Ihren Gemeinden die Gemeinschaft aufrecht durch all die ehrenamtliche Arbeit, die Sie tun", sagte er am Sonnabend vor rund 4.000 Gästen aus der ganzen Landeskirche. 

In der größten evangelischen Landeskirche in Deutschland engagieren sich rund 130.000 Frauen und Männer ehrenamtlich. Unter dem Motto "... von Herzen" lud die Landeskirche zum dritten Mal alle Freiwilligen zu einem Tag mit Bibelarbeiten und Vorträgen sowie Workshops, Bühnenshows und Tanz ein.  

"Ohne Ehrenamt würde unsere Gesellschaft nicht funktionieren", sagte Meister. Im vergangenen Jahr sei deutlich geworden, wie wichtig ehrenamtliches Engagement bei der Aufnahme von Flüchtlingen ist. "Da haben die Menschen Herz gezeigt." Davon brauche die Gesellschaft noch mehr. Als Einzelner könne niemand überleben, fügte der Bischof hinzu: "Wir sind nicht allein, wir haben eine Kirche."

Die Gäste des Ehrenamtlichentages fühlten sich in ihrer Arbeit gewürdigt. "Das tut uns Ehrenamtlichen gut, Wertschätzung zu erfahren", sagte Erdmute Schodder aus Burgwedel bei Hannover, die im Besuchsdienst ihrer Gemeinde aktiv ist. Anderen nannten das Treffen einen "kleinen Kirchentag". Friederike Sidio aus Obernjesa bei Göttingen unterstrich: "Oft wird im Ehrenamt nur gesehen, was nicht klappt, da ist so ein Dankeschön wichtig."

Den Hauptvortrag hielt die ehemalige hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann, die 2001 den ersten "Tag des Ehrenamtes" mitbegründet hatte. Als Reformationsbotschafterin unterstrich sie die weltweite und ökumenische Dimension des 500. Jahrestages der Reformation im kommenden Jahr und versicherte: "Es wird keinen Kult um Martin Luther geben, wie manche befürchten." Der deutsche Protestantismus und das weltweite Luthertum seien souverän genug, um die Schattenseiten ihres großen Vorbildes, etwa seine Judenfeindschaft, nicht auszublenden.

Präses Annette Kurschus aus Westfalen predigte herzensnah im Gottesdienst zum Abschluss des Festtages. (epd/red.)

Bibelarbeit zum Nachlesen

Ehrenamtlichentag in Wort und Bild
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Bild: S. Mustert

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Wir laden ein "... von Herzen"

Zum dritten Mal lädt die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers alle Ehrenamtlichen in Kirche und Diakonie ein: Auch Sie! Wir können stolz sein auf die Vielfalt an ehrenamtlichen Feldern in unserer Landeskirche. Und vor allem dankbar für Sie, die Sie Ihre Gaben, Ihre Zeit und Kraft dieser Arbeit widmen.

Dieser Dienst soll gestärkt, bedankt und gefeiert werden: beim EHRENAMTLICHEN TAG am 27. August 2016 für Jugendliche und Erwachsene, Frauen und Männer, zu dem ich Sie von Herzen einlade. Eingeladen sind auch alle, die als Hauptamtliche mit Ehrenamtlichen in unserer Kirche arbeiten.

An diesem Tag sind Sie Gäste der Landeskirche. Essen und Trinken wie auch die Teilnahme an allen Veranstaltungen sind für Sie kostenfrei. In dieser Einladung finden Sie alle Informationen über Ort und Ablauf des EHRENAMTLICHEN TAGES. Zudem zeigen wir Ihnen die Möglichkeiten, wie Sie sich anmelden können.

Ich freue mich darauf, Sie am 27. August 2016 in Hannover zu treffen.

Ihr

Ralf Meister


Infos und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier

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Bild: EMSZ

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Bild: Jens Schulze

Wir schenken ihnen keine Ehre

Landesbischof Ralf Meister hat die Medien nach den Anschlägen der vergangenen Wochen dazu aufgerufen, künftig weder Namen noch Familienhintergründe von Attentätern zu nennen. "Wir schenken ihnen nicht einmal die Ehre unserer Verachtung", sagte der evangelische Theologe im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd). Aus der Suizidforschung sei der Nachahmungseffekt bekannt, wenn Namen und nähere Umstände detailliert geschildert würden. "Es scheint, als wenn eine aufgeregte Berichterstattung über Terroranschläge eine ähnlich Wirkung haben könnte", betonte Meister, der auch Ratsvorsitzender der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen ist.

"Wir bewegen uns zurzeit in einer Aufgeregtheitsblase, statt besonnen, klar und nüchtern zu überlegen, was notwendigerweise getan werden müsste", sagte Meister. Das nutzten auch Terroristen und Amokläufer, in dem sie sich mit den menschenunwürdigsten und brutalsten Methoden die von ihnen gewünschte Beachtung holten. "Und da müssen wir deutlich sagen: Diese Bühne geben wir euch nicht."

Die Medien spielten dabei eine Schlüsselrolle. "Diese fortdauernde Informationsflut und unser Umgang damit verursachen auch einen Teil der Hysterisierung in unserem Land." Besonders die sozialen Medien entwickelten sich zusehends zu "einem immer schneller schlagenden Metronom der Aufmerksamkeitsprovokation", erläuterte Meister. "Dieses Bedürfnis, immer, überall und sofort dabei sein zu wollen, hat eine Schattenseite für unsere Psyche und die gesellschaftliche Stimmung." Die permanente Hochaufmerksamkeit könne zu einer andauernden inneren Aufgeregtheit führen oder aber zu einer generellen Ignoranz und Gleichgültigkeit gegenüber den Mitmenschen. 

Die Aufgabe der Kirchen sei in dieser Situation, gelassen zu bleiben und Trost zu schenken. "Die Kirchen verfügen dafür über eine Fülle von Ritualen und Formen, großen Erzählungen und vor allem Trost spendenden Menschen", unterstrich der Theologe. Viele Christinnen und Christen seien nicht nur vor einem Jahr in der Flüchtlingshilfe aktiv geworden, sondern auch dabei geblieben. Sie leisteten Großartiges.

Der große Schatz der Kirchen sei, Menschen aus unterschiedlichen Milieus miteinander zu verbinden, betonte Meister: "Sie bringen die Menschen miteinander in eine Kommunikation, die nicht durch oben und unten, Nation oder Herkunft getrennt ist." Die Demokratie brauche solche vermittelnden Institutionen wie die Kirchen, um die Vielfalt in der Gesellschaft abzusichern.

Die Politik wiederum mache sich in einer aufgeregten gesellschaftlichen Lage dadurch glaubwürdig, dass sie verlässlich agiere, sagte der Landesbischof. Das bedeute vor allem, in wichtigen bundes- und landespolitischen Fragen auch parteiübergreifende Kompromisse zu suchen und sie verlässlich umzusetzen. "Wenn wir dagegen fortwährend entweder schon erzielte oder noch ausstehende Kompromisse zu politischen Spielbällen machen, wird das Vertrauen in unserer politischen Kultur weiter Schaden nehmen." (epd)


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"Überwinde das Böse mit Gutem."

Der Ratsvorsitzende der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen, Landesbischof Ralf Meister, sagt zur Gewalttat von München:

 "Ich bin erschüttert über die schreckliche Tat in München. Ich trauere um die Opfer, ich bete für die Verletzten und all die Menschen, die einen geliebten Menschen verloren haben oder um sein Leben bangen. Gott behüte Menschen, die Leid tragen und schenke den Verletzten Genesung.

In den letzten Tagen haben viele Menschen das Gefühl, dass unsere Sicherheit immer brüchiger wird. Es gibt keine schnellen und keine einfachen Antworten, um dem Bösen zu begegnen, das durch Gewalt und Terror brutal in unserem Alltag einbricht. Die Ursachen für Amok und Terror sind vielfältig und komplex. 

Ein solidarisches Miteinander und die Achtung aller Menschen, egal welcher Herkunft oder Religion, gilt uns als Grundwert in unseren demokratischen Gesellschaften. Wir werden einen wachen Blick auf unser Miteinander brauchen, um sorgsam und in Akzeptanz diesen Grundwert zu verteidigen.

'Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.' heißt es in der Bibel (Röm. 12,21). Gemeinsam müssen wir danach suchen, wie uns das heute gelingen kann."

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Bild: Bild: Jens Schulze

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Bild: Jens Schulze

Zum Anschlag in Nizza

Der Ratsvorsitzende der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen, Landesbischof Ralf Meister, sagt zum Anschlag in Nizza:

„Ich bin zutiefst betroffen über den furchtbaren Anschlag von Nizza. Meine Gedanken und Gebete sind bei den Verstorbenen und Verletzten, ihren Familien und Freunden. Die stille Anteilnahme ist das Gebot der Stunde.

In Nizza und an so vielen anderen Orten weltweit sind in den letzten Wochen und Monaten Menschen brutal ermordet worden. Das macht Angst. Die biblische Zusage „Fürchte dich nicht“ droht angesichts von so viel Gewalt, Terror und einer neuen Gestalt des Bösen unsere Herzen nicht mehr zu erreichen. Und doch sind das Gebet und das Innehalten Gesten, die uns vor Rache und bösem Denken bewahren. Radikalisierung ist keine Option.

Die Debatte über die innere und äußere Sicherheit und die Verteidigung unserer freien Gesellschaft gegen irrationale Gewalt und Terrorismus müssen auch weiterhin so geführt werden, dass es eine Balance gibt zwischen Sicherheit und Freiheit.

Das ist eine der stärksten Antworten, die wir dem menschenverachtenden Terrorismus und religiösen oder ideologischen Szenarien des Bösen entgegensetzen können.“
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Europäische Union ist Wertegemeinschaft

Landesbischof Ralf Meister hat im britischen York die Bedeutung der Europäischen Union als Wertegemeinschaft betont. Nach der Entscheidung der Briten für einen Austritt aus der EU führe die Diskussion vielfach in eine falsche Richtung, kritisierte der evangelische Bischof vor der Generalsynode der Kirche von England. Es dürften nicht allein wirtschaftliche Fragen im Mittelpunkt stehen. Meister ist einer der beiden Vorsitzenden der gemeinsamen Meissen-Kommission der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Kirche von England.

"Der europäische Traum ist ein Traum von Humanität und Gerechtigkeit", sagte Meister. "Es geht nicht um die Frage, ob die Börse ihren Sitz in London oder Frankfurt hat." Ein geeintes Europa stehe für Frieden, betonte er. Dies sei gerade mit Blick auf die Geschichte Deutschlands und Großbritanniens wichtig - beide Länder hatten sich in zwei Weltkriegen bekämpft. Die gemeinsame Aufgabe der Kirchen sei es, vor Missständen zu warnen und aus dem christlichen Glauben heraus die Hoffnung auf Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden weiterzutragen. 

Die gemeinsame Meissen-Kommission der EKD und der Kirche von England bestehet aus jeweils fünf Mitgliedern beider Kirchen. In der "Meissener Erklärung" haben sich EKD und die anglikanische Kirche 1991 zur Kanzel- und Abendmahlsgemeinschaft verpflichtet. Pfarrer können danach in der jeweils anderen Kirche predigen und Gläubige am jeweiligen Abendmahl teilnehmen. Im sächsischen Meißen begann die Annäherung der beiden Kirchen. Sie gipfelte zunächst in der dort 1988 veröffentlichen "Gemeinsamen Feststellung". 1991 wurde dann die "Meissener Erklärung" verabschiedet. (epd)

Das Grußwort im Wortlaut

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Zum Sommer

Im Übrigen meine ich, dass Gott, unser Herr,
uns einen grossen Sommer schenke.
Den Familien einen Korb voll Ruhe
und viele hoffnungsvolle Blicke auf grün und blau.
Wiesen und Wasser und weisse Strände.
Leise Monate.
Dass er das Geschrei aus der Welt nimmt
und Stille verordnet.
Dazu gehört, dass er den Kriegern das Handwerk
aus den Händen nimmt.
Und denen, die ohne Arbeit sind,
die Hoffnungslosigkeit.
Und die Mächtigen nicht zu Mafiosi werden lässt.
Alle können wir daran mittun und daran arbeiten,
dass das Leben langsamer verläuft,
dass die Welt alle Aufregung verliert.
Und die Menschen sich länger ansehen können,
um sich zu sagen: Wir lieben euch!
Gott, unser Herr, möge diese Stille segnen.
Möge diese Stille denen überall in die Ohren blasen,
die unsere Zeit noch schneller machen möchten
und damit noch kürzer, noch atemloser.
Gott, unser Herr, wir bitten dich: Mach es!
Auf dass unser Herz wieder Luft schnappen kann,
unser Auge aufhört zu zappeln
und unser Ohr wieder richtig hört
und nicht alles vergisst.

Aus: Hanns Dieter Hüsch, Sommerpsalm

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Bild: C. Vetter

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40.000 Falt-Ferngläser für Schulanfänger

Die Sommerferien sind noch in ihren Anfängen, doch in den Kirchengemeinden laufen bereits die Vorbereitungen für die Einschulungsgottesdienste der Erstklässler. Für das neue Schuljahr hat Landesbischof Meister 40.000 Geschenksets mit Faltferngläsern auf die Reise geschickt, knapp 600 Kirchengemeinden der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers haben das Geschenk des Landesbischofs bestellt.

Das Thema der Schulanfangsaktion lautet dieses Jahr „Den Anderen sehen“ und steht im Kontext des Jahresthemas der Evangelischen Kirche in Deutschland „Reformation und Eine Welt“. Auf den Falt-Ferngläsern ist eine Erdkugel mit Kindern verschiedener Nationalitäten abgebildet.

„Den Anderen sehen“ bedeute nicht nur, die neuen Klassenkameraden und Lehrkräfte kennenzulernen. In vielen Klassenräumen säßen Flüchtlingskinder, die noch Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache und fremden Gewohnheiten hätten und besondere Unterstützung von anderen Schülern bräuchten, erklärt Landesbischof Ralf Meister. „Ich freue mich, dass wieder so viele Kirchengemeinden das Angebot wahrnehmen. Das Fernglas  motiviert, andere Menschen besser wahrzunehmen und sie in ihrem Anderssein zu sehen und zu respektieren. In solcher Annäherung liegt eine große Chance für die Schulgemeinschaft. Wer bin ich – wer bist du? Wie gehen wir gut miteinander um? Diese elementaren Fragen können Thema in den Einschulungsgottesdiensten sein.“

Integration ist an Schulen zurzeit ein wichtiges Thema. Oberlandeskirchenrätin Dr. Kerstin Gäfgen-Track, Leiterin der Bildungsabteilung der Landeskirche, erklärt: „Damit die hierher geflohenen Kinder unsere Kultur verstehen und wir die Kultur, die die Flüchtlinge mitbringen, braucht es viele Gespräche und gemeinsame Erfahrungen. Dafür  ist Bildung zwingend notwendig. Es braucht sie, damit  Menschen in ihrer Unterschiedlichkeit zusammenleben können.“

Die Schulanfangs-Aktion der Landeskirche gibt es seit dem Amtsantritt von Landesbischof Ralf Meister 2011. In den vergangenen Jahren bekamen die Kinder zu den Einschulungen eine Gebetsfaltkarte, ein kleines Geschenkbuch, einen reflektierenden Engel für den Schulranzen, ein Wimmelbild-Puzzle und ein Mini-Memory. Die Öffentlichkeitsabteilung des EMSZ unterstützt Landesbischof Meister mit Ideen, Rat, Tat und Versand bei diesen Aktionen. (epd/red.)

Bild: J. Neukirch, Pressestelle

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Bild: Jens Schulze

Gruß zum Ende des Ramadan

Landesbischof Ralf Meister schickt den muslimischen Gemeinden in Niedersachsen einen Gruß zum Fest des Fastenbrechens. In einem Brief schreibt er:

Im Namen der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers wünsche ich Ihnen, Ihren Familien, den Moscheen und allen Musliminnen und Muslimen in Niedersachsen ein gesegnetes Fest des Fastenbrechens.

Viele unter Ihnen feiern das Fest des Fastenbrechens in diesen Tagen mit gemischten Gefühlen. Sie sorgen sich um ihre Familien und ihre Freunde in Syrien, im Irak, im Libanon, in der Türkei und in anderen Ländern, in denen Krieg und Terror immer weiter um sich greifen.

Nicht wenige unter ihnen haben Angehörige verloren im letzten Jahr. Andere sorgen sich um Familienangehörige. Mit Ihnen trauern wir um die Toten. Mit Ihnen sorgen wir uns um die, die gefährdet sind. Mit ihnen fühlen wir, wenn Sie empört sind über den Missbrauch des Namens Ihrer Religion.

Auch in Deutschland sind die Verhältnisse seit dem letzten Ramadan nicht einfacher geworden. Die Zahl der Neo-Salafisten nimmt weiter zu. Eine anti-islamische Partei hat sich gebildet und konsolidiert. Die Stimmung ist insgesamt angespannter geworden.

Umso mehr freuen wir uns mit Ihnen darüber, dass wir trotz alledem in Niedersachsen für die Gemeinschaft der Religionen seit dem letzten Ramadan weiter vorangekommen sind. Mit vielen von Ihnen haben wir die von uns als Landeskirche verantwortete Ausstellung „Religramme – Gesichter der Religionen“ auf die Beine gestellt. Gemeinsam haben wir eine erste Fortbildung für evangelische, katholische und islamische Religionslehrer und Religionslehrerinnen initiiert und gemeinsam planen wir eine erste Fortbildung für diejenigen, die muslimischen Gefangenen seelisch beistehen.

Der Vertrag mit DITIB, Schura und den Aleviten kommt einem Abschluss näher. Sie wissen um die grundsätzliche Unterstützung unserer Landeskirche für einen solchen Vertrag.

Wir wünschen uns, dass wir das gute Miteinander weiter vertiefen können und die Gemeinschaft von Muslimen und Christen in Niedersachsen gestärkt wird!

Ein gesegnetes und friedliches Fest des Fastenbrechens,

Id mubarak

wünscht Ihr

Ralf Meister
Landesbischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers


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Segensbändchen beim Schützenausmarsch in Hannover

Mit einem eigenen Festwagen und einem Modell der Marktkirche hat sich die evangelische Kirche erstmals am größten Schützenfest der Welt in Hannover beteiligt. Landesbischof Ralf Meister und Stadtsuperintendent Hans-Martin Heinemann begleiteten den Wagen zu Fuß und verteilten dabei "Segensbänder". Kirchenmitarbeiter warfen "Lutherbonbons" vom Wagen herab. Mit der Aktion wollte die Kirche auf das 500. Reformationsjubiläum 2017 aufmerksam machen. (epd)

Ralf Meister hatte lange für eine solche Beteiligung votiert: "Ich freue mich, dass es in diesem Jahr geklappt hat und sich die evangelische Kirche mit dem Marktkirchenwagen bei diesem bedeutenden Stadtereignis gezeigt hat. Kirche muss dort sein, wo die Menschen sind. Für mich war es ein schönes Erlebnis, auf die Zuschauerinnen und Zuschauer des Ausmarsches zuzugehen und ihnen Bändchen mit der Aufschrift „Gott segne und behüte Dich“ fürs Handgelenk zu schenken. Wir haben darauf sehr positive Reaktionen bekommen. Das war im besten Sinne „Kirche direkt“."

Einen Live-Eindruck bekommen Sie hier

Bild: Fotomontage aus Zeitungsbericht Madsack-Gruppe und Segensbändchen; Foto 2: Jens Hage

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