Landesbischof Ralf Meister

Ralf Meister wurde am 26. März 2011 als Landesbischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers eingeführt. Seit 9. November 2018 ist er Leitender Bischof der VELKD.

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Bild: Heiko Preller

"Wir öffnen Fenster und Türen für eine Kirchengemeinschaft mit der Church of England"

Kirchen rücken im Brexit-Chaos zusammen

Hannover (epd). Landesbischof Ralf Meister setzt im Brexit-Chaos auf enge Bande zu den Christinnen und Christen in Großbritannien. Aus seiner Sicht wäre es ein "Geschenk", wenn die vollständige Kirchengemeinschaft der Kirche von England mit den evangelischen Kirchen in Deutschland erreicht würde, sagt er im Interview mit dem Evangelischen Pressedienst.

epd: Herr Landesbischof Meister, als Ko-Vorsitzender der Meissen-Kommission engagieren Sie sich für die Partnerschaft der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) mit der Kirche von England. Wie blicken die Glaubensgeschwister in Großbritannien auf das Brexit-Chaos?

 Ralf Meister: Sie sind zunehmend verzweifelt. Seit einigen Monaten bemüht sich die Kirche von England um die Versöhnung einer zutiefst gespaltenen Gesellschaft. Das findet Ausdruck in einer typisch englischen Einladung, die die Erzbischöfe von York und Canterbury, John Sentamu und Justin Welby, vor wenigen Tagen ausgesprochen haben. Sie lautet: Sammelt Menschen zum Tee und zum Gebet. Da geht es nicht darum, wer für und wer gegen den Brexit ist, sondern einzig um Versöhnung und Miteinander.

Wie konnte es soweit kommen?

Ich verstehe es nicht. Was in den vergangenen Wochen passiert ist, das ist völlig absurd. Wie kann sich eine politische Elite in einem zutiefst demokratischen Land soweit von den Belangen eines funktionierenden Staates und den Interessen der Bevölkerung entfernen? Es ist ein politisches Desaster, in dem Eitelkeiten, Narzissmus und Missgunst innerhalb der politischen Klasse die Oberhand gewonnen haben über besonnene Diplomatie und das Gemeinwohl einer Nation.

Können sich die Kirchen der politischen Trennung entgegenstellen?

Eine erste Antwort darauf ist ganz fromm: Ja, sie können gemeinsam beten. Und dann geht es auf Ebene der Kirchenleitungen gleichzeitig um die Intensivierung der bestehenden Beziehungen und die Gründung neuer Partnerschaften. Konkret streben die Diözese von Leeds und die hannoversche Landeskirche eine Partnerschaft an. Und es wäre aus meiner Sicht ein Geschenk, wenn wir die vollständige Kirchengemeinschaft der Kirche von England mit den evangelischen Kirchen in Deutschland erreichen würden. Das ist eine theologische Frage, und wir sind dabei Fenster und Türen zu öffnen, so dass sich am Ende ein anglikanischer Pastor problemlos auf eine Pfarrstelle in Deutschland und eine Pastorin aus einer EKD-Kirche in England bewerben kann.


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Mein Freiraum am Tag: Das Abendgebet

Viermal im Jahr schreibt Landesbischof Meister in diesem Jahr „Zeit für Freiräume 2019“ hier seine Gedanken zu „Freiraum am Tag/in der Woche/im Monat/im Jahr“.

"Die Zeiten der Stille bleiben, ich gestehe es, in meinem Leben sehr begrenzt. Und dennoch gibt es durch alle Jahrzehnte meines Lebens eine kurze Spanne Zeit, die nur mir und Gott gehört – jeden Tag. Das sind die Minuten am Abend, bevor der Schlaf kommt: Es ist mein Abendgebet. Diese Minuten sind kostbar auch wenn sie sich durch meine Altersstufen immer wieder verändert haben:

„Müde bin ich, geh zur Ruh, schließe meine Augen zu, Vater, lass die Augen dein, über meinem Bette sein, …“ so betete ich im Geschwisterkreis als Kind. Und abschließend hieß es gesprochen: Lieber Gott, ich bin klein, mein Herz mach rein, lass bei allen ein Englein stehn“ und dann wurden alle aufgezählt: Die Geschwister, die Eltern, Omas, Opas, Onkel, Tanten, Haustiere.

Es war der Übergang vom Tag zur Nacht, den dieses Abendgebet immer begleitete. Waren die Zähne geputzt und Hände gewaschen, ging es ins Bett. Und dann hieß es warten, bis die Mutter kam zum Abendgebet. Galten bis zu diesem Augenblick noch die Gesetze des Tages, der Streit, das Herumalbern und die kindliche Geschäftigkeit, so änderte es sich mit diesen Abendstrophen. Nun wurden wir still. Es konnte Nacht werden.

Es war die einfache Geste der Namensnennung am Ende des Gebets, die mich – bis heute - an jedem Abend an meine Familie und engsten Freunde denken lässt. Hinzu nehme ich jene, die mir am zu Ende gehenden Tag in Sorge oder Freude in Gedanken geblieben sind. Sie alle befehle ich Gott an.

Vor 15 Jahren bin ich, nachdem ich einige Jahrzehnte in freien Sätzen den Tag im Gebet beendete, auf Zeilen von Lothar Zenetti gestoßen: „Das Gebet für alle“. Diese Zeilen sind mein täglicher Freiraum an der Grenze zwischen Tag und Nacht. Langsam gesprochen und nachsinnend über die Menschen, die mir nahe sind, lege ich sie Gott ans Herz:

Behüte, HERR, die ich dir anbefehle,
die mir verbunden sind und mir verwandt.
Erhalte sie gesund an Leib und Seele
und führe sie an deiner guten Hand.

Sie alle, die mir ihr Vertrauen schenken
und die mir soviel Gutes schon getan.
In Liebe will ich dankbar an sie denken,
o Herr, nimm dich in Güte ihrer an.

Um manchen Menschen mache ich mir Sorgen
und möchte helfen, doch ich kann es nicht.
Ich wünsche nur, er wär bei dir geborgen
und fände aus dem Dunkel in dein Licht.

Du ließest mir so viele schon begegnen,
so lang ich lebe, seit ich denken kann.
Ich bitte dich, du wollest alle segnen,
sei mir und ihnen immer zugetan.

Wenige Minuten. Immer gleich und doch jeden Abend anders. Der kostbare Raum für die Liebe und Sorge, für den Dank und die Schönheit des Lebens. Und alles eingefügt in die Gnade Gottes."

Bleiben Sie behütet!

Ihr
Ralf Meister

Das Gedicht ist zu finden in: Lebensweisen.Beiheft 05 zum Evangelischen Gesangbuch, Nr. 101, Hannover 2016, 5. Aufl.


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Bild: Landeskirche Hannovers

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Bild: Jens Schulze/EMA

An den Adventssonntagen bleiben die Geschäfte zu

Statement des Ratsvorsitzenden der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen, Landesbischof Ralf Meister, zur Entscheidung der Fraktionen, die Adventssonntage von den verkaufsoffenen Sonntagen auszuschließen:

"Wir begrüßen sehr, dass die CDU- und SPD-Fraktionen schnell und klar reagiert haben und den besonderen Schutz der Adventssonntage achten. Advent ist die Zeit des Wartens und der Vorbereitung auf die Ankunft des Gottessohnes Jesus Christus. Diesen heilsamen Freiraum der Besinnung sollten wir uns bewahren. Ich würde mich freuen, wenn wir als Gesellschaft darüber nachdenken, an den Adventssonntagen auch auf Einkäufe im Internet zu verzichten."

Die Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen und das Katholische Büro haben eine gemeinsame Stellungnahme zur geplanten Änderung des Niedersächsischen Gesetzes über Ladenöffnungs- und Verkaufszeiten verfasst, die Sie hier nachlesen können:

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Kirchen für Europa

Bischofskonferenz in Straßburg bekräftigt kirchliches Engagement in Europa 

Die Mitglieder der Bischofskonferenz der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) und internationale ökumenische Gäste haben während ihrer Klausurtagung in Straßburg ihr Engagement für Europa bekräftigt. In der Diskussion mit den Europaabgeordneten Arne Lietz und Rainer Wieland, die in der Konferenz zu Gast waren, zeigte sich: Wahlaufrufe allein reichen nicht aus.

„Wir schulden einem Europa in der Krise unsere Erfahrungen aus der
Versöhnungsarbeit. Die Ökumene der Kirche muss daran arbeiten, Europa als Friedensprojekt mitzugestalten“, sagte der Leitende Bischof der VELKD,
Landesbischof Ralf Meister. 

Die Klausurtagung der Bischofskonferenz der VELKD fand vom 15.-18. März 2019 in Straßburg statt. „Straßburg, die europäischste der Städte Europas, ist ein Symbol dafür, dass Frieden und Versöhnung möglich sind“, sagte der Leitende Bischof auf einem Empfang der Union Protestantischer Kirchen von Elsass und Lothringen (UEPAL). Meister würdigte die Gründung der UEPAL vor 13 Jahren als wichtige Stärkung der protestantischen Stimme in Europa. „Ökumenisch und europäisch: Diese Merkmale sollten alle Kirchen in Europa auszeichnen“. So könnten sie ihrem Auftrag folgen und „für Freiheit, Gerechtigkeit und Menschenwürde eintreten, damit es keinen Konflikt, keinen Krieg, keine Gewalt zwischen den Völkern in Europa mehr gibt“.

Die Klausurtagung wurde gemeinsam mit dem Institut für Ökumenische
Forschung in Straßburg veranstaltet. Der Studientag am Samstag beschäftigte sich mit dem Thema „Bischöfliches Amt, lutherische Identität und Leitung in der Kirche“ aus biblisch-reformatorischer, ökumenischer, systematischtheologischer und organisationslogischer Sicht. 

Öffentlichkeitsarbeit der VELKD

Foto 1: Mitglieder der Bischofskonferenz, ökumenische Gäste und Mitarbeitende des Instituts für Ökumenische Forschung Straßburg.

Foto 2: Landesbischof Ralf Meister mit dem Präsidenten der UEPAL, Christian Albecker

Foto 3: Rainer Wieland (l.) und Arne Lietz (r.), Mitglieder des Europäischen Parlaments, mit Landesbischof Ralf Meister

 


Bild: VELKD

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Bild: Preisträger Philo Hirte (r.) und Laudator Joachim Lau, Foto: Patrice Kunte/Landeskirche Hannovers

Jugendandachtspreis: Tipps von Landesbischof Ralf Meister

Zum zweiten Mal wurde im Kloster Loccum am 10. März 2019 der Jugendandachtspreis der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers verliehen. Den mit 1.000 Euro dotierten ersten Platz belegte Philo Hirte (17) aus Hannover. Platz zwei und 500 Euro gingen an eine Gruppe von ehemaligen Konfirmandinnen und Konfirmanden aus der Kirchengemeinde Eime (Kreis Hildesheim). Den dritten Platz und je 300 Euro teilten sich Merle Mörchen (15) aus Buxtehude und Nele-Marie Hagen (18) aus Diepholz. Herzlichen Glückwunsch an die Preisträgerinnen und Preisträger!

Die Gäste bekamen ein "Workbook" zum Gestalten von Andachten mit jungen Menschen. Darin unter anderem: 12 Profi-Tipps zum Schreiben und Vortragen von Landesbischof Ralf Meister.

1.       Bereichere deine Sprache
Lies! Alles! Romane, Gedichte, Zeitungen, Betriebsanleitungen, Twitternachrichten, Werbeplakate, Sachbücher, die Bibel. Das schenkt dir neue Worte und originelle Gedanken.

2.       Sammle Sätze
Schreib dir Sätze auf, die dir gefallen – aus Gesprächen, aus der Literatur, aus Filmen, Cartoons. Notiere deine Gedanken. Jeder Tag schenkt dir einen schönsten Satz. Formuliere Fragen, die dich beschäftigen. Zunächst ganz ohne Ziel. Sie können dein großer Schatz in der Vorbereitung von Andachten und Predigten werden.

3.       Lerne von anderen
Lies Andachten und Predigten. Einfach so. Welche Formen sprechen dich an? Mit welchen Aussagen kannst du wenig anfangen? Warum?

4.       Schenk dir Zeit
Fang früh an mit der Vorbereitung einer Andacht. Lies den Bibeltext und lass ihn wirken. Über Tage. Er wird sich Raum nehmen in dir und mit dir arbeiten.

5.       Trau deinen eigenen Gedanken
Welche Sätze des Bibeltextes beschäftigen dich? Welche Bilder? Siehst du den Text als Film vor dir? Was willst du in deiner Andacht unbedingt sagen? Notiere es dir.

6.       Freunde dich mit Bibliotheken an
Bibliotheken sind eine große Hilfe. Hier findest du viele Fachbücher über die Entstehungsgeschichte und die Deutungsmöglichkeiten deines Bibeltextes. Tauch ein in diese Welt. Das geht auch online.

7.       Achte auf den Text, die Hörenden und dich
Bring den Bibeltext erneut ins Gespräch mit dir. Und mit denen, die deine Andacht hören werden. Was sagt dir der Text mittlerweile? Was brauchen die, die dir zuhören? Was ist dir selbst wichtig? Was sollen Menschen von deiner Andacht behalten? Gibt es einen Schlüsselsatz?

8.       Hab keine Angst vorm leeren Blatt Papier
Fang an zu schreiben. Schreiben ist ein kreativer und manchmal auch einsamer Prozess. Manchmal braucht er nur kurze Zeit. Manchmal Stunden oder Tage. Gönn dir Pausen. Zum Nachdenken. Zum Beten. Der Heilige Geist ist dabei.

9.       Sortiere und ordne
Gib jedem Absatz eine Überschrift. Daran kannst du erkennen, ob deine Andacht einen roten Faden hat. Du entdeckst Wiederholungen und siehst, was Sinn macht. Unsinniges kannst du streichen. Gib deiner Andacht eine Struktur und Bewegung. So kommst du einer feinen Komposition deiner Gedanken immer näher.

10.   Wage Kritik
Arbeite an deiner Sprache. Redest du so, wie du schreibst? Übe dich an kurzen Sätzen. Bring das, was du sagen willst, auf den Punkt. Probiere aus, ob du das, was du schreibst, auch sprechen kannst. Geht es auch frei und auswendig? Bitte einen Freund oder eine Freundin, deine Andacht kritisch zu lesen oder noch besser: sie anzuhören. Das Nachdenken über die Rückmeldung macht dich sicherer in dem, was du sagen willst. Der erste Satz muss Dich selbst neugierig machen, erst dann lockt er auch andere in die Andacht.

11.   Mach dich vertraut
Mach dich mit dem Raum vertraut, in dem du deine Andacht oder Predigt halten wirst. Wo wirst du stehen? Hast du ein Lesepult, eine Kanzel oder stehst du frei? Wie groß muss dein Manuskript sein, DinA4, DinA5 oder brauchst du Karteikarten? Übe das Stehen und Reden.

12.   Denk an deine eine Stärke
„Bekümmert euch nicht; denn die Freude am HERRN ist eure Stärke.“ (Nehemia 8, 10). Es ist eine der schönsten Aufgaben, eine Predigt oder eine Andacht zu schreiben. Auch wenn die Gedanken einmal nicht fließen und es dauert, bevor etwas entsteht. Du sprichst von einer der wunderbaren Erfahrung: Der Liebe Gottes zu uns Menschen.

Predigt ist keine Kunst, sondern eine Leidenschaft, die bei dir im Herzen beginnt!

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Bild: Webseite Stiftung gegen Rassismus

Europa ist Garant für Menschenwürde

Auftakt der Internationalen Woche gegen Rassismus

Zum Auftakt der Internationale Woche gegen Rassismus hat Landesbischof Ralf Meister zum Einsatz für ein gemeinsames Europa aufgerufen. Die Europäische Union sei "ein Garant für Menschenwürde, Freiheit, Solidarität, Demokratie und Barmherzigkeit", sagte Meister. Die Wochen gegen Rassismus stehen in diesem Jahr mit Blick auf die Europawahl im Mai unter dem Motto "Europa wählt Menschenwürde". Die bundesweite Auftaktveranstaltung findet heute (11. März) in München statt.

"Am überzeugendsten werben wir für Europa, wenn wir persönliche Geschichten erzählen", betonte der evangelische Theologe. Dabei könne es um einen Schüleraustausch gehen, ein Studienjahr im europäischen Ausland, die erste Urlaubsreise nach dem Wegfall der Grenzkontrollen oder das gemeinsamen Gebet von Menschen aus früher verfeindeten Nationen an Gedenktagen.

"Wichtig ist, dass unsere Kirchengemeinden einen offenen Raum bieten, damit Menschen miteinander über die Zukunft Europas diskutieren, darin auch ihre Sorgen teilen und über Ängste sprechen können", sagte Meister. Im Mai werde es erstmals ein ökumenisches Wort der Kirchen in Niedersachsen zur Europawahl geben. Die Würde jedes Menschen wurzele in der christlichen Vorstellung von der "Ebenbildlichkeit Gottes", unterstrich der Bischof. "Die Kulturen Europas haben diesen Gedanken über Jahrtausende vielfältig beschrieben und bewahrt."

Er freue sich, dass sich inzwischen zahlreiche Partner am Bündnis "Niedersachsen für Europa" beteiligten, sagte Meister weiter. Nach Angaben des Europaministeriums in Hannover haben sich dem Bündnis inzwischen mehr als 80 Organisationen angeschlossen. Die Initiative war im Januar von der Landesregierung gemeinsam mit Kirchen, Gewerkschaften und Unternehmerverbänden gegründet worden. Meister rief dazu auf, sich an Europafesten zu beteiligen, unter anderem am 11. Mai auf dem Opernplatz in Hannover.

An den Internationalen Wochen gegen Rassismus beteiligen sich bis zum 24. März unter anderem Städte, Schulen, Kirchen und Religionsgemeinschaften, Gewerkschaften, Wohlfahrtsverbände und Sportvereine. Koordiniert werden die Veranstaltungen von der Stiftung für die Internationalen Wochen gegen Rassismus mit Sitz in Darmstadt.

(epd-Landesdienst Niederdachsen-Bremen)

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Abschied von einem Brückenbauer aus der Nordkirche

Entpflichtung durch Meister als Leitenden Bischof der VELKD

In einem Festgottesdienst im Schweriner Dom ist Landesbischof Gerhard Ulrich von der Nordkirche am Sonnabend in den Ruhestand verabschiedet worden. In seiner Funktion als Leitender Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) entpflichtet Landesbischof Ralf Meister seinen langjährigen Weggefährten von seinem Amt.

Ulrich habe Brücken gebaut und sei ein guter Zuhörer gewesen, sagte Meister. „Engstirnigkeit war dir ein Graus.” Als „norddeutscher Jung” habe er immer zwischen den Meeren gelebt. Er wisse daher auch, was Gegenwind sei. Beide Landesbischöfe sind gebürtige Hamburger.

Die Ansprache im Wortlaut

Auf dem Foto: V.l.n.r.: Landesbischof Ralf Meister; Heinrich Bedford-Strohm, Ratsvorsitzender der EKD und bayrischer Landesbischof ; Ulrich; dahinter Bischof Gothart Magaard; Bischof Andreas von Maltzahn; re. Bischof Hans-Jürgen Abromeit

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Bild: Rainer Cordes/epd

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Bild: Küchenmeister

Macht Kindern ein Geschenk!

Landesbischof Meister ruft zu Spenden für Flüchtlingskinder im Libanon auf

Wollt Ihr Flüchtlingskindern im Libanon helfen? Ihr könnt ihnen ein Geschenk machen: T-Shirts – denn die sind der Wunsch der Kinder. Studierende aus Niedersachsen werden ab Mitte des Monats in den Flüchtlingslagern arbeiten und die Shirts mitnehmen.

Die Fünf- bis Zwölfjährigen aus den Flüchtlingslagern haben einen Wunsch, erzählt Organisator Pastor Daniel Küchenmeister: „Wir hatten bei der letzten Reise im Oktober T-Shirts mit der Aufschrift ‚Lebanon ♥ Germany“ dabei. Die waren der Hit bei den Kindern und die Schulleitungen haben uns gebeten, neue T-Shirts mitzubringen. Bei guter Qualität und öko-fairer Herstellung kostet das Geld.“ 

Im Libanon werden die 15 Studierenden aus Göttingen, Hildesheim und Osnabrück Sportangebote für die Schülerinnen und Schüler machen und sie haben Spiele dabei. Für solche Aktionen fehle den Lehrerinnen und Lehrern im Libanon die Zeit, so Küchenmeister. Auch Schulmaterial haben die Studierenden dabei, sagt Küchenmeister: „Eine Schule hat sich von uns Rechenschieber gewünscht. Nicht ganz einfach, die noch mit in die Koffer zu bekommen.“


Evangelische Schulen sind Partner
Die Reise ist Teil unserer Aktion „Begegnen, stärken, lernen – das Engagement der Landeskirche Hannovers in Syrien und im Libanon". Landesbischof Ralf Meister sagt über die Partnerschaft mit der Evangelischen Nationalsynode von Syrien und Libanon (NESSL): „In diesen evangelischen Schulen sitzen muslimische neben christlichen Kindern. Dort wird nicht nur Mathematik gelehrt, sondern auch ein Miteinander. Das ist wichtig für die Zukunft des Landes.“
 
Die Schulen in den Lagern im Libanon und in Syrien sollen langfristige Partner werden. Die Landeskirche möchten Geld für zusätzliche Lehrer und Unterrichtsmaterial bereitstellen. 

Unser Ziel sind regelmäßige Reisen in den Nahen Osten, um Kontakte zu knüpfen. Lehrende und Studierende aus Niedersachsen sollen regelmäßig in die Schulen gehen, Schulleiter und Lehrer von dort sollen hier die Möglichkeit bekommen, sich in Niedersachsen fortzubilden. Wenn die Lage in Syrien es zulässt, wollen wir den Wiederaufbau von Schulen unterstützen. Wir streben an, dass die sechs Evangelischen Schulen der Landeskirche Partnerschaften mit Evangelischen Schulen in Syrien aufbauen.

Dirk Altwig

Spendenkonto:

Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers
Evangelische Bank
Stichtwort: Zukunft für Syrien   

IBAN DE76 5206 0410 0000 0060 09
BIC GENODEF1EK1


zum Vormerken:

So, 31.03.2019,14:00 Uhr
Gottesdienst in Solidarität mit Syrien und Libanon

St. Martini Lenglern
Lange Str. 26
37120 Bovenden - Lenglern
Mehr Informationen: https://landesbischof.wir-e.de/veranstaltungen


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Von Europawahl bis Kirchenentwicklung

Niedersächsische Bischöfe treffen sich in Vechta

"Hier habe ich auch schon gepredigt“, erinnerte sich Bischof Dr. Heiner Wilmer SCJ gestern bei einer Führung in der frisch renovierten Propsteikirche St. Georg. Schließlich hatte der neue Hildesheimer Bischof in der nahen Liebfrauenschule 1995-1997 als Religionslehrer gearbeitet. Mit Vechta verbinden ihn viele gute Erinnerungen. Jetzt war er wieder gekommen, um an dem zweitägigen jährlichen Austausch der niedersächsischen katholischen und evangelischen Bischöfe teilzunehmen. Auf Einladung von Weihbischof Wilfried Theising fand die Tagung hier statt. Weitere Teilnehmer waren Bischof Thomas Adomeit (Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg), Bischof Dr. Franz-Josef Bode (Osnabrück), Schriftführer Renke Brahms (Bremische Ev. Kirche), Kirchenpräsident Dr. Martin Heimbucher (Ev.-ref. Kirche, Landeskirchenamt Leer), Landesbischof Dr. Karl-Hinrich Manzke (Ev.-Luth. Landeskirche Schaumburg-Lippe), Landesbischof Ralf Meister (Ev.-luth. Landeskirche Hannover) und Landesbischof Dr. Christoph Meyns (Landeskirchenamt Wolfenbüttel). 

Propst Michael Matschke, der die Gäste durch die Propsteikirche führte, bekam viel Lob für die gelungene Renovierung der altehrwürdigen Kirche. Einige der Gäste kannten sie vor ihrer Renovierung und staunten nicht schlecht über die frische und helle Atmosphäre des lange Zeit dunklen Raums. Landesbischof Meyns war zeigte sich besonders von dem Beleuchtungskonzept im Chor angetan. „In Wolfenbüttel arbeiten wir auch an einem neuen Lichtkonzept“, sagte er. Bischof Bode zeigte sich bei dem Rundgang gut vertraut mit der Geschichte der hier aufbewahrten Alexanderreliquien und konnte Matschkes Ausführungen mit einigen Anekdoten ergänzen. 

Nach der anschließenden Besichtigung der Klosterkirche und des ehemaligen Franziskanerklosters mit seinem Totenkeller unter der JVA setzten sich die Bischöfe zu ihrem Konferenzteil im St. Antoniushaus zusammen. Dabei ging es um Themen wie ein Ökumenisches Hirtenwort zur Europawahl, Fragen zum konfessionell-kooperativen Religionsunterricht, Erfahrungen mit dem neuen Feiertag am Reformationsfest, Orientierungshilfe zur Kommunion, Jugend und Ökumene und allgemeine Fragen zur Kirchenentwicklung. 

Text und Foto: Ludger Heuer, Pressesprecher Bischöflich Münstersches Offizialat

 

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Bild: Niedersächsische Bischöfe in der Propsteikirche St. Georg in Vechta

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Bild: Heiko Preller

"Schweigen ist keine Zustimmung"

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und Landesbischof Ralf Meister diskutieren mit Experten über eine Widerspruchslösung bei der Organspende 

Hannover (epd). Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sieht schon in der kontroversen Debatte um die Widerspruchslösung bei der Organspende einen Erfolg. Das Thema sei wieder mehr ins öffentliche Bewusstsein gerückt, auch Spenderzahlen seien leicht gestiegen, sagte er am Freitagabend bei einer Podiumsdiskussion der CDU Niedersachsen in Hannover.

Der hannoversche Landesbischof Ralf Meister sagte, er habe selbst einen Organspendeausweis und werbe auch dafür. Die Widerspruchslösung lehne er aber ab. Diese gehe davon aus, dass schon "Schweigen, Vergesslichkeit, Unordnung, Langeweile oder Ignoranz" eine Zustimmung sein könnten.  "Wenn wir aufhören, den toten Menschen als Person zu beschreiben, ist er nur noch Objekt", mahnte der evangelische Bischof. Es sei aber höchste Aufgabe des Staates, die Würde des Menschen zu schützen. Darum dürfe dieser ohne eine bewusste Zustimmung der Menschen nicht in diesen sensiblen Bereich eingreifen.

Spahn und der SPD-Vizefraktionschef Karl Lauterbach wollen einen Gesetzentwurf für eine Widerspruchslösung vorlegen. Danach wäre jeder automatisch Organspender, sofern nicht er oder sie selbst oder enge Angehörige widersprechen. Dagegen regt sich im Bundestag Widerstand. Spahn zufolge wird das Parlament voraussichtlich im Herbst erneut beraten.

Ihm sei dabei eine intensive Debatte wichtig, sagte der Minister. "Natürlich wäre die Widerspruchslösung ein Eingriff in die Freiheit." Sie führe aber keineswegs zu einer Organabgabe-Pflicht. Die Menschen würden lediglich gezwungen, sich auseinanderzusetzen. Ihnen werde die Freiheit genommen, sich gar nicht mit dem Thema zu beschäftigen. Angesichts von 10.000 Menschen, die auf Spenderorgane warteten, gehe es darum, unterschiedliche Rechtsgüter abzuwägen.

Die Medizin- und Kulturhistorikerin Anna Bergmann stellte bereits die Diagnose Hirntod als Voraussetzung für eine Spende infrage. "Hier wird eine sehr reduzierte Vorstellung von Sterben behauptet", sagte die Professorin der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt/Oder. Zudem gebe es viel zu wenig Aufklärung über den Hirntod. Angehörige seien überfordert, wenn sie dann in der Intensivstation damit konfrontiert würden.

Der Leiter des Transplantationszentrums der Medizinischen Hochschule Hannover, Axel Haverich, sagte dagegen: "Wenn der Hirntod eingetreten ist, ist es eine ganz schnelle und eindeutige Diagnose." Der Herzspezialist sieht in der Widerspruchslösung "einen großen Wurf". Sie würde 20 bis 25 Prozent mehr Organspenden bringen und damit sehr vielen Menschen helfen. "Wir laden jeden ein, bei uns in die Transplantationsmedizin zu schauen und sich mit den Schicksalen der Patienten auseinanderzusetzen", sagte er. Die Bereitschaft zu einer aufgeklärten Information sollte eingefordert werden.

(epd/Bischofskanzlei)
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