Landesbischof Ralf Meister

Ralf Meister wurde am 26. März 2011 zum Landesbischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers eingeführt. Er ist damit Leitender Geistlicher der größten Landeskirche der EKD.

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"Besorgt über Wiederkehr nationaler Ideologien"

Göttingen. Landesbischof Ralf Meister blickt mit Sorge auf die Wiederkehr nationaler Ideologien in Europa. Dies sei "ein Alarmzeichen für das friedliche Miteinander unserer Gesellschaften", sagte er am Montagabend in Göttingen bei einer Veranstaltung des Evangelischen Arbeitskreises der CDU: "Die christlichen Kirchen müssen sich der Dynamik eines wiedererstarkenden Nationalismus von Beginn an entgegenstellen."

Volksgrenzen seien durch Christus relativiert, sagte Meister laut Redemanuskript unter Berufung auf den Theologen Dietrich Bonhoeffer (1906-1945). Deshalb dürften Christen nicht gegeneinander Krieg führen, sondern müssten sich in ihren jeweiligen Ländern für Frieden und Versöhnung einsetzen.

Der Bischof kritisierte zugleich "Auszehrungserscheinungen" in den Demokratien des Westens. Die Beziehungen zwischen den politischen Eliten und den Bürgern seien nachhaltig gestört, und die klassischen Volksparteien hätten an Bindungskraft verloren, sagte er mit Blick auf die Wahlen in Berlin am vergangenen Sonntag. "Dem Parlament begegnet man mit teilweiser Verachtung."

Christen müssten solchen Tendenzen entgegentreten und die Demokratie stärken, forderte Meister. Die moderne freiheitliche Demokratie und der christliche Glaube teilten zentrale Werte wie die Menschenwürde. Die Demokratie als Staatsform trage jedoch keine Garantie in sich, dass sie gelinge. Sie sei vielmehr auf Bürger angewiesen, die sie aktiv gestalteten.

epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen

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Bild: Bild: Jens Schulze

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Bild: www.paralympics.org

Glückwunsch an Medaillengewinner aus Niedersachsen

"Ich gratuliere Christiane Reppe und Vico Merklein ganz herzlich zu ihren Siegen im Handbike-Straßenrennen bei den Paralympischen Spielen. Es freut mich sehr, dass für Sie nach Bronze- und Silbermedaillen in Athen und London jetzt mit der Goldmedaille sicherlich ein Traum in Erfüllung gegangen ist.

Die Begeisterung und Willenskraft, mit der Sie ihren Sport betreiben, ist beeindruckend und hat für mich Vorbildcharakter. Gott behüte Sie und die gesamte paralympische Mannschaft.

Herzliche Grüße von Hannover nach Rio de Janeiro!" 


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Impressionen eines Predigtsonntags

Die Zwölf-Apostel-Kirchengemeinde Sarstedt-Land und die Gemeinde der kleinen Annenkirche in Luttrum hatten eingeladen
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Bild: Wiebke Barth, Öffentlichkeitsarbeit im Kirchenkreisverband Hildesheim

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Schulpartnerschaften mit Syrien


Evangelische Kirchen aus Niedersachsen wollen langfristige Partnerschaften mit dem kriegszerstörten Syrien gründen. "Wir wollen die personelle Begegnung intensivieren und daneben eine ausreichende finanzielle Unterstützung aufbauen",  sagte Landesbischof Ralf Meister beim Besuch einer Delegation evangelischer Christen aus Syrien und dem Libanon in Hannover. Im Gespräch ist unter anderem eine Schulpartnerschaft. In Syrien gibt es vier evangelische Schulen, in Niedersachsen sechs.

"Wir hoffen, dass sich auch eine Kirchengemeinde findet, die eine Partnerschaft mit einer Gemeinde dort eingeht", sagte Meister. Denkbar seien auch freiwillige Einsätze junger Erwachsener in einem Flüchtlingscamp im Libanon. Dort lebten zahlreiche Flüchtlinge aus Syrien. Freiwillige könnten dort in der Bildungsarbeit helfen und Schulen unterstützen. Meister hatte sich im Januar bei einer Reise nach Beirut über die Situation der Christen in Syrien informiert.

Auch die Evangelisch-reformierte Kirche will ihre Verbindungen in den Nahen Osten ausbauen. Die Christen in der Region brauchten Solidarität, sagte Kirchenpräsident Martin Heimbucher in Leer. "Sie benötigen finanzielle Hilfe für ihre Projekte und geistliche und ideelle Rückenstärkung in ihrem gesellschaftlichen Engagement." Die reformierte Kirche wolle den Frieden im Nahen Osten zu einem Schwerpunkt der kirchlichen Arbeit machen.

Die syrisch-libanesische Delegation besucht zurzeit mehrere Kirchen in Deutschland. Vor dem Bürgerkrieg hätten Muslime und Christen in Syrien friedlich zusammengelebt, betonte der Generalsekretär der dortigen Evangelischen Nationalsynode, Joseph Kassab. Doch mit dem fundamentalistischen Islam habe sich die Situation grundlegend gewandelt. Kirchen seien zerbombt und Christen vertrieben worden. "Viele Christen wurden getötet, allein deshalb, weil sie Christen waren."

Die meisten syrischen Christen setzten ihre Hoffnungen auf den Präsidenten Assad, sagte Kassab. Dieser sei die bessere Alternative als die dschihadistischen Gruppen. Zudem dürfe Syrien kein "zerfallener Staat" werden wie Somalia.

Pfarrer Mofid Karajili aus dem zerstörten Homs berichtete, vor dem Krieg hätten rund 70.000 Christen in der dortigen Altstadt gelebt. Alle seien vertrieben worden. Nur 7.000 seien zurückgekehrt, nachdem die radikalen Muslime abgezogen seien. Inzwischen öffneten aber wieder Cafés und Restaurants. "Das gibt uns das Gefühl der Hoffnung."

Najla Kassab, die Leiterin der kirchlichen Bildungsarbeit im Syrien und im Libanon, baut auf die christlichen Schulen. Hier lernten Christen und Muslime schon als Kinder, friedlich zusammenzuleben: "Diese Schulen bieten ein Modell des Respekts an, und wir hoffen, das auf die ganze Gesellschaft übertragen zu können." (epd)

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Bild: Johannes Neukirch

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25 Jahre Meissen-Kommission

Es sollte der Beginn einer einzigartigen ökumenischen Erfolgsgeschichte werden: Am 29. Januar 1991 unterzeichneten die Erzbischöfe von Canterbury und York, Robert Runcie und John Habgood, zusammen mit dem Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Martin Kruse, und dem Vorsitzenden des Bundes der Evangelischen Kirchen in der DDR, Bischof Christoph Demke, auf dem Altar von Westminster Abbey die Meissener Erklärung. Deren Ziel ist die "full, visible unity – volle, sichtbare Gemeinschaft“ dieser Kirchen.

Klaus Kremkau, der die Entstehung der Meissener Erklärung auf Seiten der EKD maßgeblich mit begleitet hat, erinnert sich in einem Zeitzeugenbericht: "Im Februar 1991 fanden die letzte Synodaltagung des Bundes der Evangelischen Kirchen in der DDR und die erste gemeinsame Tagung mit der EKD-Synode statt – jetzt traten für die EKD und ihre Gliedkirchen über Jahre hinaus andere Aufgaben und Sorgen in den Vordergrund. Das galt in gewisser Weise auch für die Church of England (...) Unsere Kirchen hatten es gerade noch zur rechten Zeit geschafft, eine seit der Reformation des 16. Jahrhunderts offen gebliebene Frage, die der gegenseitigen offiziellen vorbehaltlosen Anerkennung als Kirchen, positiv zu klären.“

In den seitdem verstrichenen Jahrzehnten haben sich auf vielen Ebenen Meissen-Partnerschaften entwickelt: zwischen Einzelgemeinden, Kirchenkreisen und auch ganzen Landeskirchen und Diözesen (z.B. Braunschweig und Blackburn) – und nicht zuletzt auch zwischen bedeutenden Kirchen (z.B. Berliner Dom und St. Pauls, London). Bei allen nach wie vor offenen, theologischen Fragen zwischen anglikanischen und evangelischen Kirchen haben die Meissen-Partnerschaften eines deutlich unter Beweis gestellt: "full, visible unity“ ist noch viel mehr als nur theologische Verständigung über die Überwindung von Lehrunterschieden, wie sie z.B. im Amtsverständnis unserer Kirchen weiterhin bestehen. Einheit wird auch hergestellt durch wechselseitiges Kennenlernen, regelmäßiges Begegnen und einfühlsames Verstehen des anderen – und angesichts der wechselvollen gemeinsamen Geschichte Deutschlands und Englands eben auch durch Zeichen der gemeinsamen Erinnerung und Versöhnung. Gerade in einer Zeit unübersehbarer Umbrüche in Europa ist diese gelingende Partnerschaft damit wertvoller denn je und zugleich auch zu einem Vorbild für etliche weitere Kirchenpartnerschaften in der Ökumene geworden.

Gemeinsame Vorbereitung auf das Reformationsjubiläum

Die gemeinsame thematische Arbeit in den Meissen-Beziehungen war in den vergangenen Jahren auch durch die Vorbereitung auf das Reformationsjubiläum geprägt. Für die Church of England, die sich als reformatorische Kirche eigener Prägung versteht, wird 2017 darum auch ein besonderes Jahr, das ähnlich wie in Deutschland am 31. Oktober mit einem Festgottesdienst in Westminster Abbey seinen Höhepunkt finden wird. In den nächsten Jahren werden in der Meissen-Arbeit dann andere Themen gemeinsamen Interesses in den Fokus rücken: so 2018 "Together in Mission“, 2019 "Spirituality and the next Generation“, 2020 "Poverty and the Environment“. Beide Kirchen verstehen dies als wichtigen Beitrag zu einem gemeinsamen und engagierten christlichen Zeugnis in der Welt.

Wenn diese überaus wertvolle und gelingende ökumenische Arbeit, die auf deutschland- und englandweit rund 40 ganz unterschiedlichen Partnerschaften zwischen unseren Kirchen basiert, in diesem Jahr ihr silbernes Jubiläum begeht, dann ist das auch ein Grund zum ausgelassenen Feiern. Im Rahmen der Jahrestagung der gemeinsamen Meissen Kommission von EKD und Church of England, die vom 1. bis 4. September in München tagt, werden diese 25 Jahre daher am 3. September mit einem festlichen Abendprogramm gefeiert, zu dem sich eine große Zahl von Gästen angemeldet haben.

Inhaltlich wird die diesjährige Tagung auch durch Themen wie die Migrationsproblematik und die Integration von Flüchtlingen bestimmt. Das Thema Migration aus kirchlicher und politischer Sicht diskutiert die Meissen Kommission mit dem Politikbeauftragten der Bayerischen Landeskirche, Kirchenrat Dieter Breit, der auch Mitglied im Lenkungsstab der bayerischen Staatsregierung für Flüchtlingsfragen ist. Außerdem stellt die bayerische Europaministerin Beate Merk ihre Sichtweise auf die Frage einer angemessenen Flüchtlingspolitik zur Diskussion. Ein eigener Arbeitsschwerpunkt widmet sich sodann dem Brexit und seinen Folgen für die politische und kirchliche Kultur in Europa.

OKR Christoph Ernst/Kirchenamt der EKD

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Bild: Jahrestagung der Meissen Kommissin (Foto: EKD-Kirchenamt)

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Bild: Jens Schulze

"Wir schaffen das" bleibt wegweisend

Vor genau einem Jahr, am 31. August 2015, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf einer Bundespressekonferenz in Berlin im Blick auf die Flüchtlingskrise in Europa erstmals ihren berühmt gewordenen Satz "Wir schaffen das!" Landesbischof Ralf Meister hält diesen Satz immer noch für wegweisend, wie er dem Evangelischen Pressedienst sagte.

epd: Herr Landesbischof, was ging Ihnen vor einem Jahr durch den Kopf, als Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) den Satz "Wir schaffen das!" sagte?

Meister: Gut so! Dieser Satz war für mich ein Impuls, keine Strategie und keine Vorhersage. Es war eine Aufforderung zur Humanität gegenüber Menschen in Not. Ich finde ihn immer noch wegweisend im Sinne von "Wir können das schaffen, wenn wir uns als Gesellschaft darauf besinnen, welche Werte wir vertreten und worauf unser Wohlstand gründet."

epd: Was haben wir bisher geschafft?

Meister: Ich bin über das riesige Engagement der vielen Freiwilligen und Ehrenamtlichen begeistert. Sie haben in den vergangen zwölf Monaten von der ersten Versorgung auf Bahnhöfen und in den Erstaufnahmelagern bis zur Begleitung bei Behörden, in Sprachkursen oder in der Aufnahme unbegleiteter Minderjähriger Unglaubliches geleistet. Kirchengemeinden haben Willkommen-Cafés und zahlreiche kreative Projekte im Blick auf die Integration der Flüchtlinge gegründet. Das Bündnis "Niedersachsen packt an" koordiniert gesellschaftliche Kräfte und stellt sich den Fragen der Integration. Kurzum: Die Zivilgesellschaft ist hilfreich, aufmerksam und initiativ und zeigt sich in ihrer besten Form.

epd: Werden wir es auch weiter schaffen?

Meister: Ich halte diese Frage für falsch. Sie suggeriert, wir könnten prophezeien ob wir alle politischen, sozialen und ökonomischen Fragen, die mit dem Eintreffen der Flüchtlinge gestellt sind, schon heute verlässlich beantworten können. Die Integration wird ein langer Weg über mehr als ein Jahrzehnt sein. Es ist ein Prozess, der von der einheimischen Bevölkerung viel verlangt, aber von den geflüchteten Menschen noch mehr. Neben dem Erlernen der Sprache und dem Verständnis für unsere Kultur gehört dazu auch die Akzeptanz grundlegender Werte in unserer Gesellschaft. (epd)


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Gemeinsam für mehr Bildungschancen

Die Landesregierung und die evangelischen Kirchen in Niedersachsen wollen sich gemeinsam für mehr Bildungschancen von Kindern aus armen Familien einsetzen. Die Kluft zwischen Arm und Reich dürfe sich nicht schon in der Schule verfestigen, sagte der Ratsvorsitzende der Konföderation, Landesbischof Ralf Meister, in Hannover bei einem Treffen der Landesminister mit Bischöfen und leitenden Vertretern der Kirchen. Deshalb müssten Kinder, die von Wohngeld oder Hartz IV lebten, stärker unterstützt werden. Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) betonte, die Förderung von Kinder in Armut bleibe ein wichtiges Ziel der Landesregierung.

Meister verwies auf eine Online-Petition der Diakonie in Niedersachsen an den Bundestag für eine bessere Förderung von Schulkindern aus armen Familien. "Leider haben wir die Zahl von 50.000 Unterstützern noch nicht erreicht", sagte er. Dazu sei aber noch bis zum 8. September Zeit. Die Diakonie will mit der Petition auf eine Gesetzesänderung dringen und mehr Geld für die Anschaffung von Schulsachen erstreiten. Die Sätze aus dem Bildungs- und Teilhabepaket für Kinder von Hartz-IV-Beziehern in Höhe von jährlich 100 Euro seien im Durchschnitt 53 Euro zu niedrig. Nach Studien wächst jedes sechste Kind in Deutschland in Armut auf.

Ministerpräsident Weil betonte, alle Kinder in Niedersachsen müssen die Chance haben, ihre Talente zu entfalten. "Das ist momentan nicht der Fall, da ist nicht drumherum zu reden", sagte er auf epd-Nachfrage. Das Land habe daher die Förderung von Kindern unter drei Jahren enorm ausgebaut. Zudem arbeiteten inzwischen mehr als 60 Prozent der niedersächsischen Schulen als Ganztagsschulen. "Das brauchen ja nicht unbedingt die Kinder aus einem Hause, in dem sie sowieso schon hervorragend gefördert werden", sagte Weil. "Umso mehr brauchen das Kinder aus Familien, bei denen diese Voraussetzungen nicht vorliegen."

Das Landeskabinett und die leitenden Repräsentanten der fünf evangelischen Kirchen in Niedersachsen kommen seit vielen Jahren regelmäßig zum Gedankenaustausch zusammen. Eines der Themen ist dabei der Zusammenhalt der Gesellschaft. Die Bindungskräfte in der Gesellschaft würden schwächer, sagte Meister. Deshalb seien alle gesellschaftlichen Kräfte zum gemeinsamen Handeln aufgerufen. Weil würdigte die Kirchen als wichtigen Partner bei der Arbeit für eine weltoffene Gesellschaft und bei der Integration der Flüchtlinge. (epd)


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Bild: Ministerpräsident Weil und Landesbischof Meister - Bild: Cordula Paul

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Ohne Ehrenamt funktioniert keine Gesellschaft

Landesbischof Ralf Meister hat beim Ehrenamtlichentag der evangelischen Landeskirche Hannovers den Einsatz der vielen freiwilligen kirchlichen Mitarbeiter gewürdigt. "Sie halten in Ihren Gemeinden die Gemeinschaft aufrecht durch all die ehrenamtliche Arbeit, die Sie tun", sagte er am Sonnabend vor rund 4.000 Gästen aus der ganzen Landeskirche. 

In der größten evangelischen Landeskirche in Deutschland engagieren sich rund 130.000 Frauen und Männer ehrenamtlich. Unter dem Motto "... von Herzen" lud die Landeskirche zum dritten Mal alle Freiwilligen zu einem Tag mit Bibelarbeiten und Vorträgen sowie Workshops, Bühnenshows und Tanz ein.  

"Ohne Ehrenamt würde unsere Gesellschaft nicht funktionieren", sagte Meister. Im vergangenen Jahr sei deutlich geworden, wie wichtig ehrenamtliches Engagement bei der Aufnahme von Flüchtlingen ist. "Da haben die Menschen Herz gezeigt." Davon brauche die Gesellschaft noch mehr. Als Einzelner könne niemand überleben, fügte der Bischof hinzu: "Wir sind nicht allein, wir haben eine Kirche."

Die Gäste des Ehrenamtlichentages fühlten sich in ihrer Arbeit gewürdigt. "Das tut uns Ehrenamtlichen gut, Wertschätzung zu erfahren", sagte Erdmute Schodder aus Burgwedel bei Hannover, die im Besuchsdienst ihrer Gemeinde aktiv ist. Anderen nannten das Treffen einen "kleinen Kirchentag". Friederike Sidio aus Obernjesa bei Göttingen unterstrich: "Oft wird im Ehrenamt nur gesehen, was nicht klappt, da ist so ein Dankeschön wichtig."

Den Hauptvortrag hielt die ehemalige hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann, die 2001 den ersten "Tag des Ehrenamtes" mitbegründet hatte. Als Reformationsbotschafterin unterstrich sie die weltweite und ökumenische Dimension des 500. Jahrestages der Reformation im kommenden Jahr und versicherte: "Es wird keinen Kult um Martin Luther geben, wie manche befürchten." Der deutsche Protestantismus und das weltweite Luthertum seien souverän genug, um die Schattenseiten ihres großen Vorbildes, etwa seine Judenfeindschaft, nicht auszublenden.

Präses Annette Kurschus aus Westfalen predigte herzensnah im Gottesdienst zum Abschluss des Festtages. (epd/red.)

Bibelarbeit zum Nachlesen

Ehrenamtlichentag in Wort und Bild
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Bild: S. Mustert

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Wir laden ein "... von Herzen"

Zum dritten Mal lädt die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers alle Ehrenamtlichen in Kirche und Diakonie ein: Auch Sie! Wir können stolz sein auf die Vielfalt an ehrenamtlichen Feldern in unserer Landeskirche. Und vor allem dankbar für Sie, die Sie Ihre Gaben, Ihre Zeit und Kraft dieser Arbeit widmen.

Dieser Dienst soll gestärkt, bedankt und gefeiert werden: beim EHRENAMTLICHEN TAG am 27. August 2016 für Jugendliche und Erwachsene, Frauen und Männer, zu dem ich Sie von Herzen einlade. Eingeladen sind auch alle, die als Hauptamtliche mit Ehrenamtlichen in unserer Kirche arbeiten.

An diesem Tag sind Sie Gäste der Landeskirche. Essen und Trinken wie auch die Teilnahme an allen Veranstaltungen sind für Sie kostenfrei. In dieser Einladung finden Sie alle Informationen über Ort und Ablauf des EHRENAMTLICHEN TAGES. Zudem zeigen wir Ihnen die Möglichkeiten, wie Sie sich anmelden können.

Ich freue mich darauf, Sie am 27. August 2016 in Hannover zu treffen.

Ihr

Ralf Meister


Infos und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier

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Bild: EMSZ

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Bild: Jens Schulze

Wir schenken ihnen keine Ehre

Landesbischof Ralf Meister hat die Medien nach den Anschlägen der vergangenen Wochen dazu aufgerufen, künftig weder Namen noch Familienhintergründe von Attentätern zu nennen. "Wir schenken ihnen nicht einmal die Ehre unserer Verachtung", sagte der evangelische Theologe im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd). Aus der Suizidforschung sei der Nachahmungseffekt bekannt, wenn Namen und nähere Umstände detailliert geschildert würden. "Es scheint, als wenn eine aufgeregte Berichterstattung über Terroranschläge eine ähnlich Wirkung haben könnte", betonte Meister, der auch Ratsvorsitzender der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen ist.

"Wir bewegen uns zurzeit in einer Aufgeregtheitsblase, statt besonnen, klar und nüchtern zu überlegen, was notwendigerweise getan werden müsste", sagte Meister. Das nutzten auch Terroristen und Amokläufer, in dem sie sich mit den menschenunwürdigsten und brutalsten Methoden die von ihnen gewünschte Beachtung holten. "Und da müssen wir deutlich sagen: Diese Bühne geben wir euch nicht."

Die Medien spielten dabei eine Schlüsselrolle. "Diese fortdauernde Informationsflut und unser Umgang damit verursachen auch einen Teil der Hysterisierung in unserem Land." Besonders die sozialen Medien entwickelten sich zusehends zu "einem immer schneller schlagenden Metronom der Aufmerksamkeitsprovokation", erläuterte Meister. "Dieses Bedürfnis, immer, überall und sofort dabei sein zu wollen, hat eine Schattenseite für unsere Psyche und die gesellschaftliche Stimmung." Die permanente Hochaufmerksamkeit könne zu einer andauernden inneren Aufgeregtheit führen oder aber zu einer generellen Ignoranz und Gleichgültigkeit gegenüber den Mitmenschen. 

Die Aufgabe der Kirchen sei in dieser Situation, gelassen zu bleiben und Trost zu schenken. "Die Kirchen verfügen dafür über eine Fülle von Ritualen und Formen, großen Erzählungen und vor allem Trost spendenden Menschen", unterstrich der Theologe. Viele Christinnen und Christen seien nicht nur vor einem Jahr in der Flüchtlingshilfe aktiv geworden, sondern auch dabei geblieben. Sie leisteten Großartiges.

Der große Schatz der Kirchen sei, Menschen aus unterschiedlichen Milieus miteinander zu verbinden, betonte Meister: "Sie bringen die Menschen miteinander in eine Kommunikation, die nicht durch oben und unten, Nation oder Herkunft getrennt ist." Die Demokratie brauche solche vermittelnden Institutionen wie die Kirchen, um die Vielfalt in der Gesellschaft abzusichern.

Die Politik wiederum mache sich in einer aufgeregten gesellschaftlichen Lage dadurch glaubwürdig, dass sie verlässlich agiere, sagte der Landesbischof. Das bedeute vor allem, in wichtigen bundes- und landespolitischen Fragen auch parteiübergreifende Kompromisse zu suchen und sie verlässlich umzusetzen. "Wenn wir dagegen fortwährend entweder schon erzielte oder noch ausstehende Kompromisse zu politischen Spielbällen machen, wird das Vertrauen in unserer politischen Kultur weiter Schaden nehmen." (epd)


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