Landesbischof Ralf Meister

Ralf Meister wurde am 25. November 2010 von der 24. Landessynode gewählt und am 26. März 2011 zum Landesbischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers eingeführt.

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Zum 1. Mai

"Gemeinschaft und Zusammenhalt sind wichtige Zeichen gegen Ausgrenzung und Vorurteile. Durch das Motto „Wir sind viele. Wir sind eins.“ setzt der Deutsche Gewerkschaftsbund zum Tag der Arbeit ein Zeichen der Stärke und Präsenz in Richtung der Arbeitgeber. Gleichzeitig setzt er ein Zeichen für eine Gesellschaft, die um ihren sozialen und politischen Zusammenhalt kämpft. Gewerkschaften leben den Geist des Miteinanders, der Menschen unterschiedlicher Qualifikation, Herkunft und Generationen zusammenführen kann. Gemeinschaft und Zusammenhalt sind für jede Gesellschaft überlebenswichtig.

Wenn sich z.B. geflüchtete Menschen in die Gesellschaft und in den Arbeitsalltag eingliedern wollen, brauchen sie Partner. Am Arbeitsplatz zeigt sich, was es heißt, gute Kolleginnen und Kollegen zu haben. Denn Begriffe wie Integration und Solidarität müssen jeden Tag mit Leben gefüllt werden.  Ausgrenzung und Anfeindung müssen verhindert werden. In einer Gesellschaft, in der Mobbing bereits in Schulen geschieht, muss auf allen Ebenen an der Mitmenschlichkeit gearbeitet werden. Wer in der Schule mobbt, wird dies vermutlich auch in der Arbeitswelt versuchen. Wer gemobbt wurde, vergräbt sich oft in Scheu und Mutlosigkeit. Hier braucht es Kolleginnen und Kollegen, die auf der Seite derer stehen, die Unterstützung brauchen.

Kirchen und Gewerkschaften haben ihre je eigenen Aufgaben. In dem Bemühen, Gemeinschaft zu stärken und Gemeinschaft zu sein, begegnen sie sich. Der Impuls, dem Schwächeren beizustehen, mit einer gemeinsamen Stimme zu sprechen, Widerstände zu überwinden und Gutes zu bewegen, verbindet Gewerkschaften und Kirchen. Wo das in gemeinsamen Veranstaltungen zum Ausdruck kommt, gewinnt die Gesellschaft an Chancen."

Ralf Meister


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Bild: skyla80 / photocase.com

Reformation und Polizei

Landesbischof Ralf Meister hat die hohen Anforderungen einer modernen Gesellschaft an die Polizeiarbeit hervorgehoben. "Die Polizei ist nicht zuerst das schützende Bollwerk gegen das Böse, sondern ein staatlicher Akteur für den Erhalt der Freiheitsrechte und der Stärkung einer friedlichen Gesellschaft", sagte er. Sowohl die Ansprüche an die Polizei nähmen zu als auch die kritische Aufmerksamkeit für ihr Handeln, betonte Meister als Schirmherr der Veranstaltung "Reformation und Polizei? Eine Spurensuche" in der Polizeiakademie Niedersachsen.

Der Reformator Martin Luther sei im 16. Jahrhundert noch davon ausgegangen, dass der Mensch "mit Gesetz und Schwert im Zaum gehalten werden muss", sagte Meister seinem Manuskript zufolge. Für eine Demokratie sei dieses Menschenbild jedoch zu einfach. Hier gehe es darum, dass sich die Freiheitsrechte des Einzelnen so entfalten könnten, dass das Gemeinwohl gestärkt werde. In diesem Sinn habe die Polizei eine gemeinschaftsstiftende Aufgabe. "Ich habe außerordentlichen Respekt davor, wie Sie diesen Auftrag erfüllen", sagte der Bischof.

Der leitende Polizeiseelsorger der evangelischen Kirchen in Niedersachsen, Frank Waterstraat, übersetzte den Obrigkeitsbegriff des biblischen Apostels Paulus für die moderne Polizeiarbeit: Wenn Präventionsprogramme die Menschen nicht mehr erreichten und sie zu Verbrechern würden, müsse konsequentes polizeiliches Handeln ethisch legitimiert sein.

Dies reiche "bis hin zum Einsatz tödlicher Gewalt gegen die, die unsere Freiheit dazu missbrauchen, zu zerstören und zu morden", sagte der Leiter des Kirchlichen Dienstes in Polizei und Zoll und fügte hinzu: "Wenn die Polizei solche Täter mit aller Härte bekämpft, muss dieses auf der Basis unseres Grundgesetzes geschehen." Dies sei ein herausragender Unterschied zur Polizeiarbeit in Diktaturen.

Der Polizeihistoriker Dirk Götting erläuterte, dass die Vorläufer der modernen Polizei sich zur Zeit der Reformation im ausgehenden Mittelalter entwickelt hätten. Daraus sei im Lauf der Zeit eine säkularisierte, also eine weltliche Polizei geworden, die sich aus Glaubensfragen herauszuhalten habe. Als Teil einer kritischen Öffentlichkeit befinde sich die Polizei selbst "in einem ständigen Anpassungs- und Veränderungsprozess".(epd)


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Freier Markt kennt keine Moral

Landesbischof Ralf Meister hat dazu aufgerufen, maßzuhalten, um Umwelt und Ressourcen zu schonen. "So wie wir in der westlichen Welt unsere Bedürfnisse befriedigen, was Wasser- und Stromverbrauch oder Nahrungsmittel anbelangt, bräuchten wir eigentlich drei Erdbälle", sagte Meister im Interview mit der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung".

Er hält dabei rechtliche Rahmenbedingungen für nötig, um Grenzen zu setzen. "Der freie Markt kennt keine Moral", sagte er. So habe die Kennzeichnungspflicht für Eier dazu beigetragen, dass immer weniger Käfigeier gekauft würden. "Erst solche Verordnungen führen auch zu einem geänderten Verbraucherverhalten."

Um den freien Markt zu bändigen, müsse es Regularien geben. "Es ist doch ein Unding, dass US-Konzerne aus der Digitalbranche, die einen großen Teil ihres Umsatzes in Europa machen, hier keine oder nur geringe Steuern zahlen." Die Digitalisierung ist nach Ansicht des Bischofs auch ein Beispiel dafür, wie eine vermeintlich große Freiheitsidee auch Gefahren berge. Der Freiheit, dass jeder jederzeit mit jedem kommunizieren könne, stehe die Gefahr durch Überwachung und Fremdsteuerung gegenüber. 

"Jede Zeit hat ihre eigenen Chancen und Risiken. Und was dabei als nachhaltig gelten darf, muss immer wieder neu definiert werden", sagte Meister. "Zu einem modernen Weltbild gehören meines Erachtens vier Dimensionen: Ökologie, Ökonomie, die soziale Gerechtigkeit und das Spirituelle." Unter spirituell verstehe er dabei: "Hinter all dem steht eine gemeinsame Geisteshaltung, ein Verständnis von der Endlichkeit der Erde, davon, dass die Schöpfung uns geschenkt ist." (epd)
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Bild: Bischofskanzlei


„Ich habe noch Blumen 
aus der Wildnis im Arme,
ich habe noch Tau in meinen Haaren
aus Tälern der Menschenfrühe.“


Diese Bruchstücke frommer Poesie von Gertrud von le Fort (1876-1971) berühren Karfreitag und Ostern auf behutsame Weise. Sie lassen an die Menschen denken, die als Zeuginnen und Zeugen der Kreuzigung unter dem Kreuz geblieben sind. Als alle fliehen, bleiben sie. Durch den Schleier ihrer Tränen sehen sie nur verschwommen. Es ist, als trügen sie den Karfreitag wie ein Dornengebinde im Arm. Lange ist da keine Spur von ausgelassenem Osterjubel. Tief hat die Kreuzigung Spuren ins Leben gegraben. Wie wandeln sich die Dornengebinde in den Armen in Blumen neuen Lebens? Wann befreit sich der Lobpreis  aus dem Schweigen? Wann leuchtet neues Leben im Licht des österlichen Morgens? Wann ändert sich etwas in unserer Gesellschaft, die zutiefst unsicher ist über ihren Weg?

Die Grundlagen auf denen unser Miteinander ruht, werden zweifelhaft: Die unbedingte Achtung des Fremden, die bedingungslos gewährte Barmherzigkeit, das Geschenk der Gnade, die gemeinsamen Tränen über alle Gewalt, die Versöhnung mit Tätern. Viele große Bewegungen, die aus unserem Glauben prägend sind, drohen verloren zu gehen. Wir kennen die Argumente, wir kennen die Scheu und die Sorge vor der Religion. Jeder religiöse Satz, egal von wem gesprochen, wird schnell als ein unlauterer Eingriff in die Persönlichkeitsrechte empfunden. Ja, richtig: Wir wissen um die Schuld, die im Namen des Glaubens entstanden ist. Und dennoch: Ist diese Welt ohne Religion nur ein wenig humaner geworden, menschenfreundlicher? 

Ostern kommt und zeigt das menschenfreundliche Gesicht der Religion inmitten allen Leidens, aller Ängste, aller Trauer. Nicht mit einer mächtigen Proklamation. Auferstehung  ist eine Kraft, die aus der Kreuzigung kommt und das Leben behutsam und mit Hoffnung durchdringt. Sie lässt uns zurückkehren aus Tränen, Schweigen und Ratlosigkeit. „Christ ist erstanden!“. Dieser Ruf trägt nicht, wo er als steile Behauptung daherkommt. Es gehört eine tiefe Erfahrung zu ihm. Erst dann sprießen Blumen aus Dornen. Ein Lobpreis entwindet sich dem Schweigen und eine Hoffnung sprengt die Furcht. Deshalb sprechen wir von der Hoffnung, die uns erfüllt, durch alle Kreuzigungserfahrung hindurch. „Christ ist erstanden!“ In ihm dürfen wir Hoffnung für die Welt und uns Menschen haben.

Gesegnete Tage wünscht Ihnen
Ihr

Ralf Meister

Birthe Ullmann
vor 12 Tagen
"Lacht nicht über uns Kelten.
Wir bauen kein Parthenon,
dazu fehlt uns der Marmor.
Aber wir wissen zu Herz und
Gemüt zu reden." Ernest Renan
Im Jahr 56 vor Christus hat Julius Caesar die Kelten in der Bretagne geschlagen - Druidenkulte wurden untersagt und die keltischen Sprachen wurden verdrängt.
Die Geschichte vieler Religionen ist auch immer eine Geschichte von Geltungsstreben und Macht.
Feindesliebe kann doch kein ureigener Wert christlicher Eroberungszüge sein, oder?
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Erzbischof Makgoba beim Festgottesdienst in Wittenberg

Er war mit Landesbischof Meister zu Gast in Wolfsburg, als die hannoversche Landeskirche den Reformationstruck begrüßte: Erzbischof Makgoba aus Südafrika. Am 24. Mai wird er beim Festgottesdienst in Wittenberg die Predigt halten. Dieser Festgottesdienst ist zugleich der Abschluss des diesjährigen Deutschen Evangelischen Kirchentages.  

Die Forderung, er solle sich aus der Politik heraushalten, wird in Südafrika immer wieder an Bischof Thabo Makgoba herangetragen. Er empfindet das als den größten Affront. Das Oberhaupt der südafrikanischen Anglikaner sieht dies vielmehr als Pflicht. Die Kirche müsse für Chancengleichheit kämpfen und die Wahrheit sagen. Auf seine Predigt beim Festgottesdienst in Wittenberg darf man gespannt sein.

Lesen Sie mehr über den Festgottesdienst und seinen Prediger 
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Bild: Bischof Makgoba und Landesbischof Meister am Reformationstruck. Foto: Jens Schulze

Wolfgang Banse
vor 18 Tagen
Der Kirchentag in Berlin, Wittenberg, Potsdam 2017 ist ein Kirchentag der Superlative.Die Politik
prominenz gibt sich ein Stell dich ein. Mündige Christen sind auch EWahlberechtigte im Bezug auf die im Herbst anstehende Bundestagswahl.Eine große Freude ist es,dass der ehemalige Präsident der vereinigten Staaten von Amerika Obama und der der Erzbischof Makgoba dem Kirchentag bei wohnen.Gespannt darf man schon jetzt sein auf die Predigt beim Abschlußgottesdienst von Erzbischof Makgoba in WittenbergEine gute Wahl hat das Kirchentagspräsidium des Evangelischen Kirchentages mit dem Festprediger Makgoba und mit dem ehemaligen Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika Obama gemacht.
Birthe Ullmann
vor 18 Tagen
Ein gutes Vorbild in Bezug auf die Verbindung von Politik in Kirche ist in meinen Augen Konrad Adenauer. Am 19. April denken wir dieses Jahr an seinen 50. Todestag. Hierzu möchte ich gerne zwei Zitate von Konrad Adenauer anfügen, die mir sehr imponieren:
"Christ sein ist etwas Großes und so Schweres, dass man bescheiden sein und sagen sollte, wir wollen versuchen, Christen zu sein. Wir wollen unter keinen Umständen von uns behaupten, dass wir Christen schlechthin seien. Wir wollen versuchen, Christen zu sein, und wir wollen versuchen, auf diesem Wege langsam zu weiterer Vollkommenheit zu gelangen. Dabei müssen wir uns immer dessen bewusst sein, dass Vollkommenheit etwas ist, was nur den allerwenigsten Menschen auf dieser Erde beschieden sein kann."
Birthe Ullmann
vor 18 Tagen
Das zweite Zitat stammt aus dem Sommer 1963 und wurde von Konrad Adenauer an den baptistischen Evangelisten Billy Graham gerichtet:
"Ich freue mich über alle, die Menschen zu Gott führen, aber nehmen Sie mir bitte eine Bemerkung nicht übel: wenn ich sehe, wie sicher Sie im Glauben sind, bin ich froh, dass ich katholisch bin. Wissen Sie, als Katholik muss man nicht so sicher sein; da genügt es, wenn man den aufrichtigen Wunsch hat, glauben zu können. Glauben ist eine Gnade, die man nicht erzwingen kann."
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Sorge um Christinnen und Christen im Nahen Osten

Niedersachsens Bischöfe und Leitende Theologen haben die Anschläge auf zwei koptische Kirchen in Tanta und Alexandria (Ägypten) mit mehr als 30 Toten scharf verurteilt. In einem Kondolenzbrief an den Bischof der koptisch-orthodoxen Kirche in Deutschland, Anba Damian, schreibt der katholische Bischof Norbert Trelle aus Hildesheim, die Barbarei, mit der betende Menschen angegriffen worden seien, mache ihn fassungslos. Der evangelische Landesbischof Ralf Meister aus Hannover schreibt ebenfalls in einem Brief an Damian, er sei tief besorgt um die Zukunft der Christinnen und Christen im Nahen Osten.

"Ich fordere alle Religionsgemeinschaften und Regierungen dazu auf, religiösem Fanatismus und Hass zu widerstehen", formuliert Meister: "Es ist und bleibt unsere vorrangige Aufgabe, die Freiheit des Glaubens zu verteidigen." Der Geistliche Vizepräsident des hannoverschen Landeskirchenamtes, Arend de Vries, sagte, er sei entsetzt über die brutalen und menschenverachtenden Anschläge. Christinnen und Christen seien in Ägypten schon länger aufgrund ihres Glaubens "an Leib und Leben bedroht", sagte de Vries dem epd. In den Fürbitten der Karfreitags- und Ostergottesdienste solle an die "koptischen Geschwister" erinnert werden.

Bischof Trelle versicherte seinem Amtskollegen Damian "von Herzen meine tiefe Verbundenheit". Er schließe die Todesopfer, die Verwundeten und die betroffenen Familien und vor allem jene, die noch um ihr Leben kämpften, fest in sein Gebet ein, schrieb Trelle.

Auch Damian zeigte sich gegenüber epd erschüttert über die Terroranschläge. "Die Kopten weltweit sind empört und entsetzt", sagte er am Montag in Höxter. Dass inzwischen Kirchen direkte Angriffsziele der Terroristen seien, sei eine neue Qualität der Gewalt. Damit bestätige die Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) ihre Ankündigung: "Sie hat den Kopten den Krieg erklärt", sagte Damian. Der IS hat sich zu den Anschlägen bekannt. (epd)


Birthe Ullmann
vor 19 Tagen
Liebes Team der Bischofskanzlei,
ich empfinde es als sehr ungünstig, wenn der Landesbischof seine Anteilnahme nur an ausgewählte Länder richtet und nur auf einige der aktuellen Ereignisse bezieht.
Zu den Anschlägen in London und in Ägypten hat Landesbischof Meister sein Mitgefühl geäußert - Stockholm wurde hingegen ausgelassen. Warum??
Sind die Menschen, die ein Kaufhaus besucht haben, weniger erwähnenswert als Menschen, die sich in der Nähe eines Regierungspalastes oder in einer Kirche befinden???
Wolfgang Banse
vor 18 Tagen
Terroristen bestimmen den Alltag der Menschheit.Leid, Schmerz, Trauer erzeugen sie durch ihre Taten,wie in Berlin, London, Stockholm, St. Petersburg in Ägypten.Es fällt schwer in die fröhlichen Osterlieder wie Wir wollen alle fröhlich sein,ein zu stimmen.Den Angehörigen gehört mein Mitgefühl,meine Anteilnahme.Wolfgang Banse
Bischofskanzlei
vor 18 Tagen
Sehr geehrte Frau Ullmann,

beide Berichterstattungen beziehen sich auf persönliche Kondolenzschreiben des Landesbischofs. Zum Attentat in London ging sein Schreiben an den Bischof von Leeds, Nick Baines, Er und Landesbischof Meister sind Co-Vorsitzende der gemeinsamen Meißen Kommission der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Church of England, die einander eng verbunden sind.
Ebenso war es ein Gebot der Stunde, Bischof Damian in Höxter persönlich eine Kondolenz zu schicken. Höxter liegt auf dem Gebiet der hannoverschen Landeskirche und beide Bischöfe pflegen einen guten persönlichen Kontakt.
Mit guten Wünschen für die Karwoche grüßt Sie das Team der Bischofskanzlei.
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Bild: epd-Bild/Ralf Maro

Glückwünsche zum Pessachfest

Landesbischof Ralf Meister hat den jüdischen Gemeinden in Niedersachsen Glück und Segen zum bevorstehenden Pessachfest gewünscht. Er betonte dabei die Verbundenheit mit den Juden im Land.

Das Passah- oder Pessachfest, das in diesem Jahr vom 11. bis zum 18. April gefeiert wird, erinnert an den Auszug der Israeliten aus der ägyptischen Knechtschaft. "In der biblischen Überlieferung schwingt die Botschaft von Aufbruch und Neubeginn mit", schreibt Meister in seiner am Donnerstag veröffentlichten Grußbotschaft.

Meister erinnerte an die vor mehr als drei Jahren beschlossene Verfassungsänderung der hannoverschen Landeskirche, die einen Neubeginn in den Beziehungen zur jüdischen Gemeinschaft markiere. "Die alte christliche Gegenüberstellung von Kirche und Synagoge, der über Jahrhunderte eine christliche Abwertung der Synagoge zugunsten der Kirche zugrunde lag, erfährt einen Perspektivwechsel", schreibt der Bischof: "Synagoge und Kirche stehen als Geschwister nebeneinander."

Die evangelische Landeskirche will am 4. Mai in Hannover ein Kunstwerk mit dem Titel "Twins - ecclesia und synagoga" ("Zwillinge - Kirche und Synagoge") des belgischen Künstlers Johan Tahon einweihen, das laut Meister diesen Neubeginn zum Ausdruck bringen soll.
Wolfgang Banse
vor 20 Tagen
Den Geschwistern im jüdischen Glauben übermittle ich hiermit meine herzlichsten Segenswünsche zum diesjährigen Passah-und Pessachfest.Wolfgang Banse
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Sei ein Königskind!

Mit 700 Schülerinnen und Schülern vom Andreanum in Hildesheim feierte Landesbischof Ralf Meister Gottesdienst am letzten Schultag vor den Osterferien. "...der dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit" war das Leitmotiv der Predigt.
"Leben als Königskind heißt nicht immer, sanft durchs Leben getragen zu werden. Hinfallen ist leider normal. Wolke 7 ist der Ausnahmezustand, viel zu schnell kommen wir auf dem Boden der Tatsachen an" gab Meister den jungen Menschen mit und ermutigte sie, nicht aufzugeben in schwierigen Situationen:
"Gottes Königskinder bleiben nicht liegen. Sie richten ihre Krone und gehen weiter. Das ist nichts Angemaßtes, Gott selbst hat uns ja diese Krone geschenkt, damit wir aufrecht und strahlend durchs Leben gehen. ... Geh aufrecht durchs Leben, lass deinen Blick schweifen. Dann siehst du auch den, der am Boden liegt. Denn Krone richten und Weitergehen heißt auch: zu den anderen gehen. Als sich die Jünger Jesu darüber stritten, wer von ihnen der Größte, der König sei, da schärfte Jesus ihnen ein: Wer unter auch der Größte sein will, der sei der Diener von allen. Denn die Krone, die wir tragen, besteht aus Güte und Barmherzigkeit, nicht aus Herrschsucht und albernem Überlegenheitsgetue."  


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Bild: Bischofskanzlei

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Kritik am Fussballderby an Karsamstag

Landesbischof Ralf Meister hat die geplanten Fußballspiele der ersten und zweiten Bundesliga an den Ostertagen kritisiert. "Auch wenn das seit langem schon üblich ist und bei aller Sympathie für spannenden Fußball: Ich finde ich es irritierend, dass am Karsamstag und am Ostersonntag, dem höchsten christlichen Feiertag, Fußballspiele stattfinden".

Meister nahm vor allem den großen Polizeieinsatz zur Absicherung der Spiele mit großen Sicherheitsrisiko in den Blick. "Durch meine Gespräche mit der Polizei weiß ich von den hohen Belastungen der niedersächsischen Polizistinnen und Polizisten und finde es deshalb völlig unverständlich, dass sie an diesem zentralen christlichen Feiertag für ein Fußballspiel Dienst tun müssen."

Am Karsamstag findet in Hannover das emotionsgeladene Derby zwischen den Zweitligisten Hannover 96 und Eintracht Braunschweig statt. Anpfiff der stets von Rivalitäten der Fans begleiteten Begegnung ist um 13 Uhr im Stadion am Maschsee. Rund um die Spiele zwischen Hannover und Braunschweig war es in der Vergangenheit immer wieder zu gewalttätigen Auseinandersetzungen gekommen. Am Ostersonntag empfängt dann in der ersten Bundesliga Werder Bremen im Weser-Stadion den Hamburger SV zum brisanten Nordderby. (epd)


Wolfgang Banse
vor 22 Tagen
Die Kritik des landesbischofs der Ev. luth. Landeskirche Hannovers, Ralf Meister ist berechtigt was Fußballderby am Karsamstag anbetrifft.Ich schließe mich voll der Kritik des Landesbischofs Ralf Meister an .Wolfgang Banse.
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Bischöfe würdigen Notfallseelsorge

Hannover. Landesbischof Ralf Meister und der Hildesheimer Bischof Norbert Trelle haben den Einsatz der bundesweit rund 7.500 haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter in der Notfallseelsorge gewürdigt. "Sie werden gerufen, um gezielt auf akute Not zu reagieren - mit Schweigen, Hinhören, Reden", sagte der evangelische Bischof Meister am Freitag (31.3.2017) anlässlich eines bundesweiten Notfallseelsorge-Kongresses in Hannover. Der katholische Bischof Trelle dankte in dem Gottesdienst in der zentralen Marktkirche den Seelsorgerinnen und Seelsorgern für ihre Verlässlichkeit und den Mut, bei den Menschen zu sein, wenn deren Not am größten sei.

Mit der Notfallseelsorge hätten die Kirchen eine besondere Aufgabe im System der Rettungsdienste, sagte Meister. "Wir bleiben den Menschen nah und bieten einen Raum für Schrecken und Entsetzen, den sonst keiner bietet." Die Notfallseelsorger fragten die von einem Unglück betroffenen Menschen zuallererst nach ihren Bedürfnissen. "Das lässt dem anderen Menschen seine Entscheidungsfreiheit und seine Selbstbestimmung", sagte er. "Sie als Notfallseelsorgerinnen und Notfallseelsorger begleiten Menschen in ihrer Handlungsfähigkeit, bis sie selbst wieder eine Orientierung finden."

Dabei sei es wichtig, dass die Helfer auch wachsam für ihre eigenen Grenzen blieben, erläuterte der Landesbischof.

Bei einer Podiumsdiskussion am Samstag Vormittag zum Ende des Kongresses sagte Meister, Glaube und religiöse Gemeinschaft könnten nach Ansicht von Psychologen und Theologen die geistige Widerstandskraft von Rettungskräften stärken. Menschen benötigten stabile Ordnungssysteme, um in schweren Situationen seelisch robust bleiben zu können. "Der christliche Glaube ist da eine Stabilität im Leben, die hilft, auch wenn es einem so schlechtgeht, wie Jesus am Kreuz." Durch Gebete und prägnante Rituale könne der Glaube die Seele stabilisieren.

An dem Kongress im Hannover Congress Centrum nahmen rund 550 Notfallseelsorger sowie Mitarbeiter von Hilfsorganisationen, Rettungsdiensten und Feuerwehren teil. Das erstmals in Niedersachsen stattfindende Treffen wurde von der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers und dem katholischen Bistum Hildesheim gemeinsam organisiert.

epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen

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Bild: Bild: Daniel Rennen / pixelio.de

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