Landesbischof Ralf Meister

Ralf Meister wurde am 25. November 2010 von der 24. Landessynode gewählt und am 26. März 2011 zum Landesbischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers eingeführt.

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„Jeden Tag geht Gott mit euch"

Schulanfangsgottesdienst in Langenhagen mit Landesbischof Ralf Meister

Mehr als 40 Kinder sind in diesem Jahr in Langenhagen-Engelbostel mit dem Segen Gottes in die Schule gestartet. Den Einschulungsgottesdienst in der Evangelisch-lutherischen Martinskirche haben die Viertklässler der Grundschule Engelbostel vorbereitet. Ein prominenter Gast war auch dabei: Landesbischof Ralf Meister.

Er erzählte in der Predigt, wie er seine inzwischen erwachsene Tochter in den ersten Tagen und Wochen ihrer Schulzeit immer begleitet hat. Immer sei sie ein Stück weiter alleine gegangen, um schließlich den Schulweg allein zu bewältigen. Anknüpfend an das Segenswort der diesjährigen Schulanfangsaktion der Landeskirche verspricht der Landesbischof den Erstklässlerinnen und Erstklässlern: „Jeden Tag geht Gott mit euch und ich wünsche euch einen gesegneten ersten Schultag“.

Zum Schluss teilt Landesbischof Meister kleine Magnettafeln aus, mit denen die Landeskirche in diesem Jahr insgesamt 36.000 Kinder in den Schulanfangsgottesdiensten beschenkt. Die vielen kleinen und großen Buchstaben auf der Magnettafel können die Kinder auseinandernehmen und neu zusammensetzen. Nur vier Worte sind vorgegeben und lassen sich nicht zerlegen: Gott behüte deinen Weg!

Eine Bildergalerie vom Schulanfangsgottesdienst gibt es hier.

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Bild: Jens Schulze

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"Für mich seid ihr Helden"

Landesbischof Ralf Meister bei der Präsentation des Films "Iuventa" über deutsche Seenotretter im Mittelmeer


Hannover (epd). Die evangelischen Kirchen stehen laut dem hannoverschen Landesbischof Ralf Meister zweifelsfrei und fest hinter der Seenotrettung von Flüchtlingen durch zivilgesellschaftliche Initiativen. "Ihr habt unsere volle Unterstützung", sagte der evangelische Theologe bei einem Filmgespräch am 8. August 2018 in Hannover gegenüber Aktivisten der Organisation "Jugend rettet". Zuvor war in dem Kino der Film "Iuventa" gezeigt worden, der die ehrenamtliche Rettungsarbeit junger Freiwilliger dieser Organisation auf ihrem Schiff im Mittelmeer zeigte. Einige der jungen Crewmitglieder saßen anschließend mit dem Landesbischof auf dem Podium.

Das Rettungsschiff "Iuventa", mit dem die jungen Aktivisten auf mehrwöchigen Missionen 2016 und 2017 nach eigenen Angaben 14.000 Menschen retteten, wurde vor einem Jahr von den italienischen Behörden beschlagnahmt. Den Aktivisten werde Kooperation mit Schlepperbanden vorgeworfen. Es lägen jedoch weder Beweise noch eine Anklage vor, sagte Sophie Tadeus von "Jugend rettet". Die Beschlagnahme sei eine präventive Maßnahme der Behörden gewesen, die diese ohne jede Frist fortsetzen könnten. Auch viele Schiffe anderer ziviler Rettungsorganisationen würden durch die Behörden blockiert.

Die im Dokumentarfilm des italienischen Regisseurs Michele Cinque dargestellte Rettungsarbeit habe ihn "unglaublich beeindruckt", sagte Meister. "Für mich seid ihr Helden." Für einen kleinen Kreis anderer Menschen seien private Seenotretter hingegen Kriminelle und der großen Mehrheit der Menschen hierzulande sei die Rettungsarbeit sogar "scheißegal". Es seien jedoch oft kleine Kreise engagierter Menschen, die für gesellschaftliche Veränderungen sorgten, betonte Meister.

In Deutschland gebe es inzwischen den gefährlichen Trend, über die Sinnhaftigkeit der Seenotrettung von Flüchtlingen zu debattieren - selbst in liberalen Blättern wie der "Zeit". Dies sei ein starkes "Alarmsignal", warnte Meister. Denn damit würden bereits zentrale Werte der Bundesrepublik infrage gestellt. "Unser Grundrechtekatalog darf nicht ausgehöhlt werden", unterstrich der Landesbischof. Sophie Tadeus betonte, jeder Mensch habe das Recht aus Notsituationen gerettet zu werden, egal wohin er gerade unterwegs sei. "Jede andere Haltung führt in die Barbarei." Retter dürften nicht kriminalisiert werden, sagte Tadeus, die im Vorstand des 2015 in Berlin gegründeten Vereins aktiv ist. Die Kritik an der Rettung von Flüchtlingen im Mittelmeer weise auf Rassismus in der Gesellschaft hin, ergänzte sie. "Über Seenotrettung in der Nordsee diskutiert ja niemand."
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Bild: Jens Schulze

Landesbischof Ralf Meister fordert Einwanderungsgesetz

"Wir dürfen nicht taub werden für die Not der Flüchtlinge"

Hannover (epd). Der hannoversche Landesbischof Ralf Meister wendet sich entschieden gegen eine Abschottung gegenüber Flüchtlingen. "So hoch kann man Mauern und Zäune gar nicht bauen, dass wir verzweifelte Menschen in Not abhalten können, zu uns zu kommen", sagte Meister im Interview mit der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" (Ausgabe von Freitag, 13.07.18). Er rief Politik und Wirtschaft zu einem verstärkten Einsatz auf, um weltweite Armut zu bekämpfen: "Die Alternative wäre, fortwährende Ungerechtigkeit zu akzeptieren, und damit den massenhaften Tod von Menschen."

 "Wir dürfen nicht taub werden für die einzelnen Geschichten der Not", sagte der leitende Theologe der mit 2,6 Millionen größten evangelischen Landeskirche in Deutschland. Es sei "beschämend", dass das Humanitätsideal gegenwärtig auf der Strecke bleibe. "Wenn wir die grundlegenden humanitären Fragen nichts ins Zentrum stellen, werden wir in einer humanitären Katastrophe landen."

Der von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) vorgestellte "Masterplan Migration" beschäftige sich fast ausschließlich mit Fragen der inneren Sicherheit, kritisierte Meister. Es sei aber wichtig, die Ursachen der Flucht und globale humanitäre Hilfe stärker in den Blick zu nehmen. Migration werde das wichtigste globale Thema im 21. Jahrhundert sein.

Meister plädierte zugleich für ein Einwanderungsgesetz: "Wir müssen qualifizierten Menschen einen Weg ins Land ermöglichen, der sie nicht in Schlauchbooten übers Mittelmeer zwingt." Derzeit müssten Menschen auch aus demokratischen Musterländern in Afrika einen Asylantrag stellen, um nach Deutschland zu kommen, weil sie keine andere Möglichkeit hätten. "Das ist doch widersinnig." 

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Bild: Bischofskanzlei

Wenn du am Sinn deines Daseins zweifelst, geh baden!

Urlaubsgrüße von Landesbischof Ralf Meister

Wer sich auf eine biblische Spurensuche nach dem Thema Urlaub macht, muss feststellen: Fehlanzeige. Weder spielt das Wetter eine entscheidende Rolle – nur einmal, aber da war es der Regen der Sintflut – noch kennt die Bibel ausführliche Landschaftsschilderungen. Jeder, der einmal in Israel war, wundert sich, warum man nicht ausführlicher vom Abendpanorama am See Genezareth liest. Keine Schilderung der sprudelnden Jordanquellen, der Höhenzüge in Galiläa oder der Blicke über das Mittelmeer. Und weder Paulus noch Jesus machen Urlaub.

Doch dieses Gefühl, das zum Urlaub gehört, das kennt die Bibel sehr wohl. Die Zeit verschwimmt und nach einigen Tagen fragen wir erstaunt: “Welcher Tag ist heute?” Im Evangelium nach Matthäus heißt es: “Sorgt nicht für morgen, denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, dass jeder Tag seine eigene Plage hat.” Es ist kein Zufall, dass dieser Zuspruch von einem sommerlichen Bild lebt: “Seht die Vögel unter dem Himmel an: Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel kostbarer als sie?”

Urlaub ist eine Zeit der Zeitvergessenheit. Dafür bekommen andere, längst vergangene Zeiten eine Bedeutung: “Weißt du noch – damals im Urlaub mit unseren Kindern? Längst sind sie in der Welt verstreut.” Oder: “Vor ein paar Jahren sind wir zu zweit über diese Brücke gegangen. Jetzt wandere ich alleine dorthin.” Der Mensch will immer zurück. Religion heißt übersetzt “Rückbindung”. Wenn wir – biblisch gesehen – zurück an den Anfang gehen, dann kommen wir ins Paradies.

Ich erinnere mich an die Sommerferien meiner Kindheit, die wir jedes Jahr am Meer verbracht haben, bei meinen Großeltern auf Gardingdeich. Dann denke ich: Nirgends gibt es Räume auf dieser Erde, die so viel Ewigkeitsaura haben wie Kirchen und das Meer. Vor über 700 Jahren hat der große Theologe Thomas von Aquin Heilungen für die großen Lebenskrisen empfohlen. Einer seiner Ratschläge lautet: “Wenn du einen Menschen verlierst oder einen anderen großen Verlust erleidest, wenn du am Sinn deines Daseins zweifelst: Dann geh baden!”

Ich wünsche Ihnen eine sorgenfreie, erholsame und entdeckungsreiche Sommerzeit!

Ihr Ralf Meister

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Ökumenische Zusammenarbeit als Zeichen

Landesbischof Ralf Meister hat die ökumenische Zusammenarbeit der Kirchen in Europa betont. Allgemein sei dieser Tage mehr von Spaltung und Trennung als von einer Wiedervereinigung oder neuen Partnerschaften zu hören, kritisierte Meister am Donnerstag vor einer Reise zum Treffen der Generalsynode der anglikanischen Kirche im englischen York. "Wir als Christen müssen uns diesen Tendenzen entgegenstellen."

Der evangelische Bischof ist bis zum Sonntag Gast bei der Synode. Meister ist gemeinsam mit dem anglikanischen Bischof Jonathan Gibbs, Vorsitzender der Meissen-Kommission. In der "Meissener Erklärung" haben sich die Evangelische Kirche in Deutschland und die anglikanische Kirche 1991 zur Kanzel- und Abendmahlsgemeinschaft verpflichtet und ihre Partnerschaft bestärkt.

Bei seiner Reise nach England wolle der Bischof auch den Grundstein für weitere Verbindungen aus seiner Landeskirche nach England legen, sagte ein Kirchensprecher. Meister war im Juni von der anglikanischen Kirche mit dem ökumenischen Ehrentitel als Kanoniker der Kathedrale Ripon in der Diözese Leeds ausgezeichnet worden.

Angesichts von Krisen wie der weltweiten Migration oder dem Brexit sei die Zusammenarbeit umso wichtiger, sagte er. "Wir sind und wir bleiben starke Partner der anglikanischen Kirche." Noch vor ein paar Jahren hätten Politiker Konzepte für ein Europa der Zukunft oder zumindest ein nationales Szenario benennen können. "Heute herrscht Schweigen oder absurder Populismus oder irrationaler Nationalismus." 

Christen seien jedoch von anderen Bildern der Hoffnung geprägt. "Das Ende politischer Möglichkeiten ist nicht das Ende unserer Hoffnung", betonte Meister. Diese sei vielmehr in Jesus Christus begründet. "Resignieren ist keine christliche Option." Die anglikanische Kirche und die evangelischen Kirchen in Deutschland stünden dabei Seite an Seite. (epd)

Grußwort des Landesbischofs im Wortlaut


Video-Grüße des Landesbischofs von der Synode in York


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Bild: J. Gibbs

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Abschied von Landesbischöfin a.D. Dr. Margot Käßmann

Mit einem feierlichen Gottesdienst und einem Fest unter freiem Himmel ist die evangelische Theologin und frühere hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann in den Ruhestand verabschiedet worden. Landesbischof Ralf Meister würdigte seine Amtsvorgängerin in der Marktkirche in Hannover als "Frau mit einem außerordentlichen Charisma". Käßmann, die als erste Frau an der Spitze der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) stand, war zuletzt als Botschafterin für das 500. Reformationsjubiläum im Einsatz. Von 1999 bis 2010 war die heute 60-Jährige Landesbischöfin der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers.

In ihrer Predigt rief Käßmann dazu auf, die "Hoffnungsbilder" des christlichen Glaubens zu verfolgen, die für Nächstenliebe, Barmherzigkeit, Frieden und Gerechtigkeit stünden: "Wir dürfen quer denken und neue Wege wagen, wo andere starr am Alten festhalten." Statt der Hoffnungsbilder malten viele heute jedoch gern Schreckensbilder, um Wahlen zu gewinnen. Dagegen müssten sich Christen aufbäumen. "Wir brauchen Weltverbesserer, auch wenn das für manche inzwischen ein Schimpfwort ist", unterstrich die Theologin.

Zu der öffentlichen Feier rund um die Marktkirche kamen rund 2.000 Gäste. Bei strahlendem Sommerwetter verfolgten viele im Freien eine Übertragung des Gottesdienstes, hörten vor einer großen Bühne Live-Talks und Grußworte und lauschten den Rhythmen des Popmusikers Dieter Falk und seiner Band.

Bischof Meister sagte, Käßmann sei in vielen kirchlichen Ämtern die erste Frau gewesen. "Du hast damit viele Frauen und auch Männer ermutigt und die Gleichstellung vorangetrieben - werbend, fröhlich, beispielgebend." Allerdings habe sie sich manche Freiräume auch hart erkämpfen müssen. Durch ihre charismatische Amtsführung habe Käßmann auch manche Rollenerwartung verändert: "Du hast etablierte Modelle befragt und sprühend neue Ideen und Positionen hineingetragen", sagte der Bischof unter Applaus. 

Die stellvertretende EKD-Ratsvorsitzende Annette Kurschus, Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, entpflichtete Käßmann von ihrem Auftrag als Reformationsbotschafterin des Rates der EKD. Käßmann habe der evangelischen Kirche "ein unverwechselbares Gesicht und eine prominente Stimme gegeben - eine weibliche Stimme", sagte sie.

Auf dem Marktplatz betonte Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD), Käßmann habe sich in all ihren Ämtern für eine politische Kirche eingesetzt, die für die "Vergessenen und Zurückgelassenen" eintrete und Kontroversen nicht scheue: "Ich danke Ihnen für manch wichtige An- und Aufregung und hoffe auf viele weitere Impulse aus Ihrem Munde und Ihrer Feder auch nach Ihrem Ausscheiden aus dem aktiven Kirchendienst."

Irmgard Schwaetzer hob als Präses der EKD-Synode Käßmanns Verdienste als Reformationsbotschafterin hervor. Bei Kongressen und Gottesdiensten, in Talkshows und Zeitungskolumnen habe Käßmann unermüdlich für das 500. Reformationsjubiläum geworben. So habe sie viele Menschen erreicht, denen dieses Jubiläum sonst fremd geblieben wäre. 

Das katholische Bistum Hildesheim dankte Käßmann in einer schriftlichen Erklärung für das vertrauensvolle ökumenische Miteinander insbesondere während ihrer Amtszeit als hannoversche Bischöfin von 1999 bis 2010. Sie habe sich nachdrücklich dafür eingesetzt, dass Katholiken und Protestanten in Niedersachsen und darüber hinaus gemeinsam gehandelt hätten. "Ihre offene und kommunikative Art hat ihr dabei ebenso geholfen wie ihre hohe fachliche Kompetenz", erklärte Weihbischof Nikolaus Schwerdtfeger. (epd)

Würdigung von Landesbischof Meister im Wortlaut

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Bild: Schulze/Hilbig

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Lifeline

"Humanität macht nicht an Ländergrenzen Halt – das zeigt das Land Niedersachsen mit seiner Bereitschaft, Flüchtlinge der "Lifeline" aufzunehmen. Das ist die richtige "Niedersachsen packt an"-Haltung, über die ich mich sehr freue!"

Ralf Meister
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Appell zum Weltflüchtlingstag an die Unternehmen

Landesbischof Ralf Meister wünscht sich mehr Engagement für Flüchtlinge auf dem Arbeitsmarkt. Nötig seien mehr Unternehmen, die Flüchtlingen ihre Türen öffneten und einen Ausbildungsplatz anböten, forderte er anlässlich des Weltflüchtlingstags (20. Juni) in Hannover. Zudem würden mehr ehrenamtliche Helfer benötigt, die Flüchtlinge während ihrer beruflichen Ausbildung beratend begleiteten.

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil betonte, die Integration in Niedersachsen mache große Fortschritte. Die jüngsten Negativ-Meldungen in den Medien und in der Politik vermittelten einen falschen Eindruck: "Die Wirklichkeit ist eine andere." So fänden immer mehr Flüchtlinge eine Arbeit.

Weil und Meister besuchten gemeinsam anlässlich des Weltflüchtlingstags das Integrationsprojekt "Ponte Azubis". Ziel des Programms von Diakonie und dem "Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt" ist es, geflüchtete Frauen und Männer beim Einstieg ins Berufsleben zu unterstützen. Ihnen werden Ehrenamtliche als "Paten" zur Seite gestellt. Diese stellen als "Brückenbauer" Kontakte zu Unternehmen her, helfen bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz und begleiten die Geflüchteten während der Ausbildung. In dem im Februar gestarteten Programm arbeiten derzeit 18 Flüchtlinge mit 13 ehrenamtlichen Paten zusammen. (epd)


Bild: Henning Scheffen

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Ehrung für internationales ökumenisches Engagement

Landesbischof Ralf Meister wurde am 24. Juni 2018 zum „Honorary Ecumenical Canon“ der Ripon Cathedral in der Diözese Leeds ernannt. John Dobson, Dean der Ripon Cathedral, würdigte im Rahmen der Ernennung das internationale ökumenische Engagement Meisters und dessen Einsatz für einen Ausbau der Beziehungen zwischen der Diözese Leeds und der Landeskirche Hannovers.

Meister, Co-Vorsitzender der Meissen-Kommission, die für die Beziehungen zwischen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Church of England zuständig ist, unterstrich in einer kurzen Ansprache, dass die Landeskirche Hannovers, die Ripon Cathedral und die Diözese Leeds das gemeinsame Ziel hätten, sich für eine menschenfreundlichere Welt einzusetzen. Seine Ernennung sei für ihn einer der „ehrenvollsten und inspirierendsten  Momente“ seiner pastoralen Laufbahn.

Bischof Nick Baines, der an der Spitze der Diözese Leeds steht, betonte die besondere Bedeutung der Verbindung zwischen der englischen und der deutschen Kirche angesichts des Brexits. Es sei wichtig, sich durch die Augen des jeweils anderen zu sehen, damit gegenseitiges Verständnis wachsen könne.

Im November wird Landesbischof Meister in einem Gottesdienst zum Ende des Ersten Weltkriegs in der Ripon Cathedral predigen. Bischof Nick Baines wirkt in diesem Jahr im Buß- und Bettagsgottesdienst in der Hannoverschen Marktkirche mit. Im Mai 2019 ist eine Reise des Bischofsrates der Landeskirche nach Leeds geplant zu einem Austausch mit den leitenden Geistlichen der dortigen Diözese.

„Die Gemeinschaft zwischen unseren Kirchen ist nicht an die politische Grenzziehung gebunden und deshalb ist es gerade jetzt wichtig, dass wir die Beziehungen zwischen unseren Kirchen auf möglichst vielen Ebenen weiter ausbauen“, sagte Landesbischof Meister.


Bild: leeds.anglican.org

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Bild: Bischofskanzlei

Reformationstag gesetzlicher Feiertag in Niedersachsen

Als Ratsvorsitzende der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen sagt Landesbischof Ralf Meister zur Entscheidung des niedersächsischen Landtags zur Einführung des Reformationstages als gesetzlichen Feiertag:

„Die evangelischen Kirchen in Niedersachsen freuen sich über die historische Entscheidung des Landtags, den Reformationstag als gesetzlichen Feiertag in Niedersachsen einzuführen. Wir danken allen, die sich in den vergangenen Monaten dafür eingesetzt haben.

Mit dem Reformationstag bekommt Niedersachsen einen Feiertag, der in seiner Gestaltung herausfordernd ist und große Chancen bietet, aber auch unbequem sein kann. Beim Reformationsjubiläum im vergangenen Jahr ist es gelungen, den 31. Oktober religionsübergreifend, ökumenisch und weltoffen zu begehen. Auch die kritische Auseinandersetzung mit theologischen Irrtümern der Reformatoren hat dabei breiten Raum eingenommen. Die große Beteiligung an den Gottesdiensten und Veranstaltungen hat gezeigt, dass der Reformationstag von vielen Menschen in Niedersachsen mitgetragen wird.

Mit der Gestaltung des neuen gesetzlichen Feiertages werden wir daran anknüpfen: Wir wollen in Veranstaltungen und Gottesdiensten in ganz Niedersachsen über unser gesellschaftliches Miteinander ins Gespräch kommen. Das können die großen, übergreifenden Fragestellungen sein: Was bedeutet Freiheit, wenn wir über Datenskandale oder den Schutz von nationalen Grenzen sprechen? Ebenso können aus Anlass des Reformationstages im Dorf oder in der Stadt unterschiedliche Player wie Sportvereine, Feuerwehr, Landfrauen, Kirchen und kommunale Vertreterinnen und Vertreter zusammenkommen, um neue soziale Impulse für das Dorf oder den Stadtteil zu geben. Über 2.000 Kirchengemeinden in ganz Niedersachsen sind ein Garant dafür, den neuen gesetzlichen Feiertag in diesem Sinne breit im ganzen Land zu verankern.

Der Streit um die Einführung des Feiertages wurde in den letzten Wochen und Monaten mit hohem Engagement geführt. Ich hoffe, dass sich jetzt alle politischen und gesellschaftlichen Akteurinnen und Akteure wieder aufeinander zu bewegen und daran mitarbeiten, dass der neue Feiertag ein Feiertag aller Bürgerinnen und Bürger in Niedersachsen wird. Der Reformationstag kann als Diskussionsforum genutzt werden, um über die verschiedenen Standpunkte und Überzeugungen miteinander ins Gespräch zu kommen. Denn eines ist für mich ganz deutlich: Alle Kulturen sind auf kontinuierliche Reformationen im Sinne von Erneuerungen, Verbesserungen und Umgestaltungen angewiesen.

Ich bin zuversichtlich, dass es gelingen wird, dass wir am 31. Oktober 2018 in ganz Niedersachen den Reformationstag als ein Tag für alle Bürgerinnen und Bürger feiern: Fröhlich, offen, ökumenisch und interreligiös und mit Blick auf die zentralen Fragen unserer Gesellschaft.

In ganz Niedersachsen sind am 31. Oktober 2018 Gottesdienste sowie weitere Veranstaltungen anlässlich des Reformationstages geplant. In Hannover wird es am Vorabend des Reformationstages eine Veranstaltung zum christlich-jüdischen Dialog geben. Am Reformationstag selbst ist ein zentraler Gottesdienst in der Marktkirche in Hannover sowie ein Empfang im Alten Rathaus der Stadt Hannover geplant. Der Jurist und Rechtsphilosoph Prof. Dr. Horst Dreier (Würzburg) hält hier einen Vortrag.

(Pressestelle der Landeskirche)


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